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Wikipedia-Wissen III: Nationalelfrundumschlag

Ja, ich liebe Auflistungen, Zahlen und Statistiken. Am besten ist es, wenn alle drei Dinge irgendwie zusammen kommen. Der Wikipedia-Artikel Deutsche Fußballnationalmannschaft/Statistik hat zwar schon zwei Jahre auf dem Buckel, übersehen habe ich ihn jedoch bis heute. Hier eine Art EEG von mir, das während des Stöberns in Zahlen aus 102 Jahren Nationalelf-Geschichte angefertigt wurde.

Die jüngsten Spielführer

Beim LänderBei irgendeinem Fußballspiel, das im August in Kopenhagen stattfand, trug Serdar Tasci ab der 66. Minute die Kapitänsbinde. Damit war er der jüngste seit Stanislaus Kobierski – der im Dezember 1933 in seinem elften von insgesamt 26 Länderspiel zum ersten und einzigen Mal die Ehre hatte.

Viererpacks

Was haben ein heute knapp 38-Jähriger und ein I-Dötzchen gemeinsam?

Beide wurden am 27. Mai 2004 erstmals Zeuge des seltenen Ereignisses, dass ein deutscher Nationalspieler mindestens vier Tore erzielt. Neben Michael Ballack beim 7:0 gegen Malta gelang dies außerdem Lukas Podolski und Mario Gomez in diesem Jahrtausend. Vor Ballack war Gerd Müller 1972 gegen die Schweiz der letzte vierfache Torschütze gewesen.

Tore gegen “Topteams”

Die Anführungszeichen bei den “Topteams” sind ganz bewusst gesetzt. Schließlich ist es doch ziemlich fragwürdig, nur Mannschaften in diesen Kreis aufzunehmen, die am Tag der Torerfolges +/- fünf Jahre wenigstens das Halbfinale einer WM oder EM erreicht hatten. Miroslav Klose, der mit einer Quote von vier aus 53 Treffern ziemlich schlecht abschneidet, kann sich somit glücklich Schätzen, dass sein Tor gegen Griechenland im Jahr 2001 dadurch berücksichtigt wird. Außerdem traf der 32-Jährige bei der EM 2008 gegen Portugal und die Türkei sowie vergangenes Jahr in Russland.

Bemerkenswert in dieser Statistik: Andreas Brehme, der alle seine acht Länderspieltore gegen so genannte “Topteams” erzielt hat.

Tore in der 1. Spielminute

Loréal-Model und Banner-Verteiler Oliver Bierhoff ist hier der einzige, der sich gleich zweimal in die Liste eintragen konnte. Zwischen 1942 und 1985 hat es übrigens keinen einzigen Frühstart dieser Art gegeben.

Tore in der letzten Spielminute und in der Nachspielzeit

Bierhoff bleibt diesmal nur Platz zwei. Seine drei Last-Minute-Tore werden übertroffen von Oliver Neuville, der viermal erfolgreich war. Während seine Treffer zum 1:2 in der Türkei und das 6:0 sowie das 7:0 gegen Luxemburg weitgehend wertlos blieben, machte er sich am 14. Juni 2006 geradezu unsterblich. Neuville rutschte in David Odonkors Flanke und erzielte das 1:0 gegen Polen. Mit einer derartigen Prominenz kann wohl nur Karl-Heinz “Ausgerechnet” Schnellingers Ausgleich im WM-Halbfinale von 1970 mithalten – auch wenn einige bekannte Treffer in der Liste sind.

Die häufigsten Ergebnisse

75x 1:1
73x 1:0 und 2:1
72x 2:0

Platzverweise

22 deutsche Nationalspieler flogen in 838 Länderspielen bislang vom Platz. Thomas Berthold, Christian Wörns und Carsten Ramelow hatten die üppigen und weniger üppigen Duschräume der Welt gleich zweimal ganz für sich alleine. Knapp drei rote oder gelb-rote Karten auf 100 Länderspiele wirken verschwindend gering, natürlich. 1928 gab es erst den ersten Platzverweis, die gelb-roten Karten wurden 1991 eingeführt und eine beachtliche Anzahl Länderspiele ging unter dem Namen “Freundschaftsspiel” in die DFB-Geschichte ein. Repräsentativer ist da der Vergleich mit den Gegnern: Gleich 39 von ihnen flogen vom Platz. Was vielleicht damit zu erklären ist, dass man früher seltener gegen Argentinien oder Uruguay spielte. Mit je drei Hinausstellungen halten die nämlich den Rekord.

Länderspielgegner

Albanien ist Deutschlands Rekordgegner in EM-Qualis (8x), wird im Oktober jedoch von der Türkei überboten werden. Was Qualispiele zu Weltmeisterschaften angeht, liegt Albanien schon auf Platz zwei (6x) hinter Finnland mit neun Duellen. Insgesamt 14-mal hat die DFB-Elf gegen Albanien gespielt. Wer kurz zusammenrechnet, wird schnell merken: Ein Freundschaftsspiel war noch nie dabei. Zum Vergleich: Elf von 13 Duellen mit Rumänien gingen zumindest auf dem Papier freundschaftlich über die Bühne

Schreckgespenster

Nach 1954 ist es Hristo Stoichkov als einzigem gegnerischen Spieler gelungen, mindestens vier Tore (in mehreren Partien) gegen die deutsche Nationalmannschaft zu erzielen. Ungarns Sturmlegende Imre Schlosser hat mit insgesamt acht Treffern in dieser Wertung Deutschland die Nase vorn.

Und Aserbaidschan?

War lediglich einer von 14 Länderspielgegnern, gegen die Deutschland noch nie ein Tor kassiert hatte. Dass das nicht so blieb, verursachte der Keeper wenig überraschend selbst…

Tor des Jahres: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Fußballfakten sind wie Prominente: Man kann sie problemlos in die Kategorien A, B, C oder D einteilen. Eine lebenswichtige Portion D-Wissen gibt’s diesmal zum Thema “Tor des Jahres”. In welchen Stadien und in welchen Monaten sind die meisten gefallen?

Am richtigen Ort:
4x Olympiastadion (München)
2x Bökelberg (Mönchengladbach), Neckarstadion (Stuttgart), Fritz-Walter-Stadion (Kaiserslautern), Giuseppe-Meazza-Stadion (Mailand), Veltins-Arena (Gelsenkirchen), Waldstadion (Frankfurt), Ulrich-Haberland-Stadion (Leverkusen)
1x insgesamt 21 Stadien

Noch nie ein Tor des Jahres ist damit gefallen in den aktuellen Bundesligastädten (und -dörfern) Hamburg, Hannover, Nürnberg, Mainz, Freiburg und Hoffenheim. Stand Ende Juli ist eine Änderung noch nicht in Sicht.

Zur richtigen Zeit:
8x Oktober
7x November
5x August
4x April, September
3x Juni
2x Juli, Dezember
1x Januar, Februar, März, Mai

Mit beinahe 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit ist das Tor des Jahres 2010 also noch gar nicht gefallen. Seit 1992 scheint sich das allgemeine Befinden des Gedächtnisses enorm verbessert zu haben: Von 17 Auszeichnungen fielen in diesem Zeitraum nur drei in die Monate Oktober bis Dezember. Zuvor waren es 14 von 22.

Geordnet nach Jahren, Schützen, Stadien und Monaten: Alle 39 Tore des Jahres.

In der Breite besonders eng

Frankreich, Argentinien, England, Deutschland, Niederlande, Italien, Brasilien, Portugal, Spanien – neun große Fußballnationen, neun Namen, die nie fehlen, wenn von potentiellen Titelträgern die Rede ist. Da für die ganze Riege nicht einmal im Viertelfinale Platz wäre, ist vorzeitiges Scheitern vorprogrammiert.

Vor vier Jahren durchbrach allein die Ukraine die Phalanx und erreichte die Runde der letzten Acht. Spanien und die Niederlande lösten bereits im Achtelfinale das Ticket nach Hause. Nicht ganz so elitär war der Kreis im Jahr 2002 bestückt: England, Spanien, Deutschland und Brasilien auf der einen, die Türkei, die USA, der Senegal und Südkorea auf der anderen Seite. Bei der WM in Frankreich hießen die Überraschungsmannschaften Dänemark und Kroatien. 1994 liegt dann wohl zu weit zurück, um dieselben Kräfteverhältnisse wie heutzutage zu diagnostizieren. England, Frankreich und Portugal hatten sich erst gar nicht qualifiziert.

Im Prinzip kann man den Kandidatengürtel sogar noch viel enger schnallen. Denn bei den zehn Weltmeisterschaften von 1970 und 2006 schafften es gerade einmal sechs verschiedene Länder ins Endspiel: Deutschland (5x), Brasilien (4x), Italien (4x), Argentinien (3x), Niederlande (2x) und Frankreich (2x). Zum Vergleich: Bei Europameisterschaften hatten seit 1972 gleich 13 Länder mindestens eine Hand am Pokal.

Das Überraschungspotential, was den Halbfinaleinzug angeht, ist jedoch um einiges größer. Folgende Mannschaften erreichten seit 1970 die Runde der letzten Vier:

Uruguay, Brasilien, Italien, Deutschland, Polen, Niederlande, Argentinien, Frankreich, Belgien, England, Schweden, Bulgarien, Kroatien, Türkei, Südkorea, Portugal (16 Teams)

Demnach wäre es durchaus im sensationslosen Rahmen, würde sich ein neuer Kandidat dazugesellen. Für einen Endspieleinzug Ghanas, Dänemarks oder der Schweiz, sähe das freilich anders aus. Aber die großen Neun haben wohl selten einen schlechteren Start in ein WM-Turnier erlebt. Vor dem Spiel Brasilien gegen Elfenbeinküste haben sich Italien, Deutschland und Co. in 15 Spielen die Ehre gegeben. Nur sechsmal gingen sie als Sieger vom Platz (Argentinien und die Niederlande davon je zweimal), sechsmal spielten sie Remis und kassierten drei Niederlagen.

Ließen sich die Halbfinalpaarungen mithilfe der Erfahrung aus der WM-Historie bestimmen, müsste es ab dem 6. Juli also wie folgt aussehen: Mindestens ein Underdog mischt sich unter die Großen. Doch am Ende spielen die den Pokal wieder unter sich aus.

Tore sind Schall und Rauch

Bringt man die Banalitäten des Fußballs auf einen gemeinsamen Nenner, wird dieser wohl so heißen: “Tor”. Denn darum geht es, am Ende eins mehr erzielt zu haben als der Gegner. Folglich wäre es also logisch, dass derjenige den größten Erfolg hat, der die meisten Tore schießt.

Dass das nicht unbedingt die richtige Schlussfolgerung ist, zeigen die berüchtigten Meisterkriterien der Bundesliga: Wenigste Niederlagen, meiste Siege, beste Hinrunde, beste Rückrunde, beste Heimmannschaft, beste Auswärtsmannschaft, meiste Tore, wenigste Gegentore. Häufig gewinnen, selten verlieren – das bringt eine Titelwahrscheinlichkeit, die sich der Quote derjenigen Länder annähert, die Lena Meyer-Landrut mindestens einen Punkt gaben.

Die Bayern wurden dieses Jahr unter anderem Meister, weil sie die Torfabrik der Liga stellten – von den 47 Titelträgern seit 1963 gelang dies insgesamt 21. Es genügt eben nicht, vorne Hurra-Fußball par excellence zu zelebrieren. Leidtragende dieser Erkenntnis waren in Europa unter anderem Real Madrid und Ajax Amsterdam. Die “Königlichen” überboten mit 102 Treffern sogar den FC Barcelona – landeten dennoch nur auf Platz zwei. Ajax traf 106-mal – und zog den Kürzeren gegen Twente Enschede. Anders als das spanische Pendant aus Madrid kassierte der niederländische Rekordmeister dabei sogar die wenigsten Gegentore und stellte das beste Heimteam (sagenhafte 64:4 Tore bei 16 Siegen und nur einem Remis).

Was die Torfabriken aus 47 Jahren Bundesliga zur alten Weisheit “Offense wins games, defense wins championships” sagen, zeigt folgende Grafik:

Dabei wird zum einen deutlich, was oben bereits steht: Wer die meisten Tore erzielte, wurde nur ein 21 von 47 Spielzeiten Meister. Gleich 14-mal gab es Platz zwei, 8-mal Platz drei und 4-mal den vierten Rang. Die Europacup-Garantie liegt demnach bei fast 98 Prozent. Völlig aus der Reihe tanzt lediglich Eintracht Frankfurt. 79 Tore genügten 1975/1976 nur für den neunten Platz.

Rekordtorfabrik ist der FC Bayern mit 18 Titeln. Dahinter landet Werder Bremen mit sieben vor Borussia Mönchengladbach mit sechs. Überraschend gut dabei: Eintracht Frankfurt mit vier Erfolgen, von 1975 bis 1977 sogar dreimal in Serie – jedoch stets ohne Schale.

Die treffsichersten Mannschaften einer jeweiligen Saison kassierten im Schnitt 38,8 Tore. Diejenigen, die dabei auch den Titel holten, mussten jedoch nur 35,2 hinnehmen. Beim Rest lag der Schnitt schon in ganz anderen Sphären: 41,3 Gegentore.

Tore sind im Fußball also irgendwie Schall und Rauch. Offense mag zwar games gewinnen, aber noch lange keine championship. Mit dieser Erkenntnis geht alles, was sich nicht um die Weltmeisterschaft dreht, nun in die Sommerpause. “Entscheidend is auf’m Platz” schlägt seine Zelte nächste Woche in Südafrika auf – fliegt dann aber sofort zurück nach Deutschland, um von zuhause aus das WM-Tagebuch zu führen. Ab dann sind Tore auch nicht mehr so wichtig. Denn schließlich kann man den Titel ja mit drei Nullnummern und vier 1:0-Siegen im Elfmeterschießen holen. Auf geht’s!

Im Zweiten wird’s wohl besser: Saisonrückblick – Die Borussia in Zahlen

Mit einer Anekdote und vielen Zahlen fällt der Vorhang der Saison 2009/2010. Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren! Nächste Saison geht es weiter mit der Borussia, einem neuen Motto – und auch einem neuen Teaserbild. Deshalb gibt es heute zum letzten Mal ein paar Zähne, die verbissen einen Schal malträtieren.

Ritual der Saison: der Senf
Es war bekloppt, verrückt, hirnrissig und all die anderen die Worte zugleich, die den gesunden Verstand eines Menschen in Frage stellen. Doch als ich beim ersten Heimspiel gegen die Hertha in den Block schlenderte und etwas zu fest auf mein Wurstbrötchen drückte, hätte dies die Borussia fast in den Europacup gebracht. Denn aufgrund unglücklich-glücklicher Verkettungen prangte anschließend ein Streifen Senf von beachtlicher Größe auf meiner Hose. Gladbach siegte folgerichtig mit 2:1.

Keine Frage: Beim darauffolgenden Heimspiel gegen Mainz müsste es neu inszeniert werden. Also packte ich zwei Wochen später ein dezentes Häufchen Senf auf meiner Fingerspitze und verteilte es ein Stück unter der Hosentasche. Gladbach siegte folgerichtig mit 2:0. Beim nächsten Heimspiel war es mir dann selbst zu blöd. Sich absichtlich mit Senf besudeln? Damit es unten auf dem Platz besser läuft? Nä, das ist zu viel des Guten! Also ließ ich es sein gegen Hoffenheim. Die Kraichgauer machten aus einem 0:2 noch ein 4:2. Im Pokal gegen Duisburg war kurz darauf Endstation. Das Heimspiel gegen Dortmund ging ebenso verloren. Und auch die nächsten beiden Partien im Borussia-Park gegen Köln und Stuttgart brachten nur torlose Unentschieden.

Das Senf-Ritual hatte ich längst vergessen. Erst im Frühjahr, als ich den alten Hertha-Bericht noch einmal durchlas, fiel es mir wieder ein. Zu blöd war es mir immer noch – erzähle ich seitdem zumindest. Obwohl am Ende wohl so viel mehr drin gewesen wäre…

Wo und wie
Nachdem es in den letzten Jahren praktisch nur die Optionen Borussia-Park, Auswärtsfahrt oder Wohnzimmercouch gegeben hatte, ging es diese Saison drunter und drüber. Doch wo lief es eigentlich am besten?

Borussia-Park (13x): 7S-3U-3N, 18:16 Tore, 24 Punkte
Auswärts (7x): 2S-3U-2N, 12:15 Tore, 9 Punkte
Wohnzimmer (6x): 0S-0U-6N, 4:12 Tore, 0 Punkte
Studentenkneipe (2x): 0S-2U-0N, 0:0 Tore, 2 Punkte
Irish Pub (1x): 1S-0U-0N, 5:3 Tore, 3 Punkte
Stau auf der A52 (1x): 0S-1U-0N, 1:1 Tore, 1 Punkt
Dortmunder Bistro (1x): 0S-0U-1N, 1:2 Tore 0 Punkte
Jugendherberge Bad Hersfeld (1x): 0S-0U-1N, 1:2 Tore, 0 Punkte
50. Geburtstag (1x): 0S-0U-1N, 0:3 Tore, 0 Punkte
Allianz-Arena (1x): 0S-0U-1N, 1:6 Tore, 0 Punkte

Mit der Führung im Rücken
In 17 Spielen dieser Saison hat die Borussia mindestens einmal geführt.
Heraus sprangen am Ende: 10 Siege, 4 Remis und 3 Niederlagen

Höhe der Siege
8x mit einem Tor
2x mit zwei Toren

Höhe der Niederlagen
Ein Tor: 8x
Zwei Tore: 2x
Drei Tore: 3x
Vier Tore: 1x
Fünf Tore: 1x

Häufigste Ergebnisse
4x: 1:1 und 1:2
3x: 2:1, 0:0, 0:1 und 0:3
2x: 2:0, 1:0
1x: 5:3, 4:3, 3:2, 3:3, 2:2, 2:3, 1:3, 2:4, 0:4, 1:6
18 verschiedene Resultate

Roel Brouwers
Acht Tore hat der Niederländer erzielt. Zieht man die ab, kommt die Borussia auf neun Punkte weniger – und wäre in der Relegation gelandet.

Wenig Nord-Süd-Gefälle
Tore auf die Nordkurve: 15
Tore auf die Südkurve: 10

Die Tagesbilanz
Freitags (6x): 3S-2U-1N, 10:7 Tore, 11 Punkte
Samstags (21x): 5S-6U-10N, 26:41 Tore, 21 Punkte
Sonntags (7x): 2S-1U-4N, 7:12 Tore, 7 Punkte

Samstags und sonntags reicht die Ausbeute nicht mehr so deutlich für den Klassenerhalt: je ein Punkt pro Spiel. Zehn Punkte aus sechs Freitagsspielen reißen es dann wieder raus. Wer jetzt denkt, die hätten womöglich alle zuhause stattgefunden, liegt falsch.

Hinten dicht, vorne dicht
Längste Zeit ohne Gegentor: 11. bis 13. Spieltag (219 Minuten)
Längste Zeit ohne Tor: 6. bis 9. Spieltag (343 Minuten)

Das Geheimnis
Zweimal gewann die Borussia auswärts – zweimal hatte sie vorher zuhause 0:0 gespielt.

Gerissen
Seit dem 24. November 1984…
…hatte die Borussia auswärts nicht mehr zur Pause mit drei Toren geführt.
Seit dem 30. März 1996…
…hatte die Borussia nicht mehr zwei Auswärtssiege in Folge geholt.
Seit dem 30. Oktober 1998…
…hatte die Borussia zuhause nicht mehr so hoch verloren wie gegen Wolfsburg.
Seit dem 30. Oktober…
…hatte die Borussia auch zur Pause nicht mehr mit vier Toren zurückgelegen.

Dabei sein ist alles
Ich im Stadion (20x): 9S-6U-5N, 30:31 Tore, 33 Punkte
Nicht im Stadion (14x): 1S-3U-10N, 13:19 Tore, 6 Punkte

Im Schnitt
Hinrunde: 11.
Rückrunde: 14.
Angriff: 11.
Abwehr: 16.
Heim: 9.
Auswärts: 18.
Schnitt: 13.
Gesamt: 12.

Die Wohnzimmer-Weltmeister

Über Fußballer, die im Stadion ihres Vereins den WM-Titel holten.

Manchmal reicht einziger Satz, eine kurze Notiz, um Anreize für einen neuen Post zu bekommen. Es war Sonntagabend, Kanada eiferte im Eishockey-Endspiel der “Mission Gold” nach. Und im Tor der Ahornblätter stand Roberto Luongo – Keeper der Vancouver Canucks, für den der Canada Hockey Place alias General Motors Place so etwas wie das eigene Wohnzimmer ist. Die Mission wurde erfolgreich zu Ende gebracht und Luongo durfte bei der Siegerehrung natürlich in einer Extraportion Beifall baden.

Was muss das für ein Gefühl sein? Den größten Erfolg des eigenen Sportlerlebens in der eigenen Halle erringen. Dort, wo man die intimsten Winkel kennt – die Massagebank, das Ermüdungsbecken, das stille Örtchen in der Kabine. Man hat schon so oft unter diesem Dach gespielt, kennt die Atmosphäre, das Blinken der Anzeigetafel, den Sound aus den üppigen Boxen.

Dieser schweifende Blick, das Heimatgefühl und der Extra-Applaus war bislang nicht vielen Fußballern bei Weltmeisterschaften gegönnt. Die Liste umfasst 18 Spieler aus drei Ländern, darunter befinden sich nur zwei Legionäre: Rudi Völler und Thomas Berthold, die 1990 bei AS Rom unter Vertrag standen, als Franz Beckenbauer gedankenverloren durch die römische Nacht schlenderte.

Immerhin sechs Mannschaften holten bislang den Titel im eigenen Land. Den Uruguayern von CA Penarol und Nacional Montevideo wird ihr eigenes Stadion 1930 noch ziemlich fremd gewesen sein – schließlich wurde es erst im Laufe des Turniers fertig gestellt. Ein Eintrag in der Liste hätte demnach keinen Sinn. Vier Jahre später nahmen drei Italiener von AS Rom im Stadio Nazionale del PNF den Coupe Jules Rimet entgegen. Lazio-Spieler liefen im Endspiel gegen die Tschechoslowakei nicht auf, einer war im Kader.

1966 gab es ebenfalls keinen Zuwachs – schließlich war Wembley die Heimat der “Three Lions”, Vereinsmannschaften gaben sich nur in Pokalendspielen die Ehre. Anders sah es dann 1974 in Deutschland aus. Gleich sechs Bayern-Spieler standen im Finale auf dem Platz, Jupp Kapellmann kam nicht zum Einsatz. Wobei fraglich ist, wie warm der (damals ja noch nicht) Rekordmeister nach zwei Jahren mit seiner neuen Betonschüssel war. O-Ton Franz Beckenbauer in späteren Jahren: “Es wird sich doch ein Terrorist finden, der das Olympiastadion wegsprengt”.

Vier Jahre nach dem zweiten deutschen WM-Triumph bestand der Kern der argentinischen Sieger-Manschaft aus Spielern von River Plate. Austragungsort des Finales war deren Estadio Antonio Vespucio Liberti. Der letzte Heim-Weltmeister, Frankreich, hatte 1998 nur sieben Spieler aus dem französischen Oberhaus im Kader. Keiner spielte in Paris. Sowieso egal: Schließlich wird das Stade de France eher durch Länderspiele und Leichtathletik “ausgelastet”.

Zuwachs wird die Liste also frühestens 2014 erhalten. Und diese tollkühne Prognose ist beileibe nicht auf die vergleichsweise laue März-Sonne zurückzuführen.

1934 in Rom – Stadio Nazionale del PNF – AS Rom, Lazio Rom
Attilio Ferraris, Enrique Guaita, Guido Masetti (alle AS Rom), Anfilogino Guarisi (Lazio Rom)

1974 in München – Olympiastadion – Bayern München, 1860 München
Sepp Maier, Paul Breitner, „Katsche“ Schwarzenbeck, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Uli Hoeneß, Jupp Kapellmann (alle Bayern München)

1978 in Buenos Aires – Estadio Antonio Vespucio Liberti – River Plate
Norberto Alonso, Ubaldo Fillol, Daniel Passarella, Leopoldo Luque, Oscar Alberto Ortiz (alle River Plate)

1990 in Rom – Stadio Olimpico – AS Rom, Lazio Rom
Thomas Berthold, Rudi Völler (beide AS Rom)

Der Größte

Warum Kristof van Hout von niemandem übertroffen wird und manchmal dennoch jemand an ihm vorbeikommt.

Größe wird im Fußball selten in Zentimetern gemessen. Denn auf die Größe kommt es nicht an. Zumindest nicht auf die, die im Personalausweis eingetragen wird. Klar, ein Zwei-Meter-Schlacks als rechter Außenverteidiger ist nicht die Regel. Im Sturmzentrum wiederum wird man selten einen 1,68-Knirps finden, der die Flanken der (eben nicht zwei Meter großen) Flügelspieler mit dem Kopf ins Tor befördert. Apropos Tor – auch alle Keeper unter 1,80 Meter sind schon wahre Exoten.

Und so verhält sich der Fußball in Sachen Körpergröße dennoch wie in so manch anderem Bereich: Er ist für (fast) alle da. Der größte Weltfußballer des Jahres in der Historie war Ruud Gullit mit 1,90 Meter. Diego Maradona, sein Gegenstück am anderen Ende des Maßbandes, ist 25 Zentimeter kleiner. Auch Lionel Messi wird das nicht unterbieten können.

Während der “Seven-Footer”, also ein Spieler über 2,13 Meter, im Basketball ein gängiger Begriff ist, gibt man sich im Fußball eher unpräzise mit “baumlangen Hünen” und “quirligen Zaubermäusen” zufrieden. Bezeichnend also, dass man jeden noch so nebensächlichen Rekord aufzählen kann, aber nicht wie aus der Pistole geschossen zu sagen vermag, wer der derzeit größte Fußballprofi der Welt ist (in Zentimetern).

Glaubt man dem heiligen Enzyklopädie-Gral Wikipedia, darf sich der belgische Torwart Kristof van Hout von Standard Lüttich mit diesem Titel schmücken. Wenn der im Tor steht (und das ist bei 2,08 Meter nicht mehr so selbstverständlich), sieht das so aus. Und auch Werbetafeln verlieren bei Interviews ihr Aufmerksamkeitspotential. Der Größte eben.

StudiVZFB

Wenn das StudiVZ den DFB als oberste Instanz des deutschen Fußball ablösen würde, sähen die Kräfteverhältnisse in den ersten drei Ligen so aus, wie es die kunterbunte Tabelle weiter unten zeigt.

In die Wertung eingeflossen ist die jeweils größte Vereinsgruppe in jenem Netzwerk, das dafür gesorgt hat, dass mittlerweile viele junge Leute ihren Profil-Link im Personalausweis tragen, weil sie dort weitaus häufiger anzutreffen sind.

Die Gruppe “Realschule Ahlen” ist übrigens größer als die des stadtansässigen Fußballklubs. Musste auch mal gesagt werden.

Zwei “Vereine” tauchen in dieser Liste auf, die es so gar nicht gibt. Da “Anti” in unserer Gesellschaft häufig angesagter ist als “pro”, schafft es die Opposition des FC Bayern immerhin auf Platz 10 der Social-Network-Bundesliga. Bei der Anti-Hoffenheim-Fraktion peilt man die Aufstiegsränge der 2. Liga ein und hat das “Original” längst überflügelt. Angeheizt wurde die Mitgliederzahl jener Gruppe – die in Wirklichkeit einen Namen trägt, der Prostitution mit dem Sport verbindet – wohl ausgerechnet von dem Verein, der sich so in etwa als “Deutscher Meister” fühlen darf. Seht selbst:

StudiVZ-Gruppe Vereine