Monthly Archive for April, 2008

Für jeden was dabei – aus den Fanshops dieser Welt (3)

Aus dem Fanshop von Borussia Mönchengladbach: Aus aktuellem Anlass gibt es im Borussen-Fanshop ein neues T-Shirt. Heute vor 30 Jahren schoss die Borussia den Namensvetter aus Dortmund mit 12:0 aus dem Düsseldorfer Rheinstadion und setzte (wenn in den nächsten Jahren alles mit rechten Dingen zugeht) einen Rekord für die Ewigkeit. Das Bild der rappelvollen Anzeigetafel kann man nun den ganzen Tag lang mit sich rumtragen. Wenigstens ein Trost für die verpasste Meisterschaft von 1978, als zwölf Treffer nicht reichten, weil Köln zeitgleich mit 5:0 gegen St.Pauli gewann. Dabei hätte ein normales 2:0 schon gereicht, um den Titel dem Rivalen vom Niederrhein, sprich dem VfL zu überlassen. Aber es hat nicht sollen sein. Dafür feiern wir bald den Aufstieg und der FC nur den Klassenerhalt. Man munkelt übrigens, Gladbach habe aus Platzmangel auf der Anzeigetafel die letzten drei nötigen Treffer nicht mehr erzielen können.
Der Spiegel blickt ebenfalls zurück. Herbert “Hacki” Wimmer, Horst Wohlers auf Seiten der Gladbacher und Manni Burgsmüller auf Seiten des BVB erinnern sich.

PS: Soumaila Coulibalys Gesicht musste nicht aus Mangel an Sympathien dran glauben, sondern schlichtweg aus Platzgründen.

Offener Brief an Bernd Schneider

Bernd Schneider sieht dem EM-Zug in diesem Jahr weinend hinterher. Dabei wird er mit einem weißen Taschentuch wedeln, seine Halswirbel verfluchen – und vielleicht auch mich. Denn schon im November habe ich prophezeit, dass das Turnier im Sommer ‘08 ohne den Ex-Jenaer und Frankfurter stattfindet (falls nicht doch noch eine Wunderheilung Einzug hält).


Lieber Bernd, Schnix, einziger-deutscher-Brasilianer-seit-Jahren, sehr geehrter Herr Schneider (suchen Sie sich/such’ Du Dir die passende Anrede aus, ich wähle jetzt mal das sportliche „Du“),

schon am 22. November habe ich prophezeit bzw. in Kassandra-Manier vorausgesagt, dass die EM für Dich persönlich nicht allzu erfolgreich verlaufen wird. In meinem Beitrag „Von ominösen Töpfen, abtrünnigen Österreichern und Lehmanns Pläte“, in dem ich die EM schon einmal in meinem Zimmer und auf der Tastatur durchspielte, fielst Du nach dem zweiten Vorrundenspiel „mit einem Riss des Syndesmosebandes für den Rest des Turniers aus“. Falls mein Unken für die momentane Verletzung verantwortlich sein sollte, sie gar heraufbeschworen hat, dann möchte ich mich auf diesem Wege dafür entschuldigen.

Dass nun die Halswirbel streiken (was in Deinem Alter, ohne Dir zu nahe zu treten, auch viel näher liegt als so eine neuartige Modeverletzung) bedaure ich sehr. Ebenso wie die Tatsache, dass mein Blick in die Zukunft Deine persönliche EM-Geschichte noch viel positiver umrissen hat als die derzeitige Realität. Denn nun wirst Du uns vollends fehlen und der Satz „Schneider feiert kurz vor Schluss sein Comeback“ im Finale bleibt reine Fiktion. Auch der zweite verwandelte Schuss im Elfmeterschießen gegen Griechenland wird Dir damit wohl versagt bleiben.

Deine Karriere in der Nationalelf scheint ein jähes Ende zu nehmen. Du hast das unliebsame Schicksal angenommen, dass Deine neun Jahre andauernde Laufbahn im DFB-Dress in eine gänzlich titellose Zeit fiel (das wäre zuletzt von 1954 bis 1972 möglich gewesen, deshalb: Hut ab!). Kein Nationalspieler hat mehr Länderspiele bestritten (81), ohne jemals einen Pokal in den Händen zu halten. Michael Ballack könnte Dich im ersten Vorrundenspiel der EM zwar überflügeln, aber diesen wenig ruhmvollen Titel auch prompt wieder loswerden, wenn er uns zum EM-Titel führt.

Immerhin kannst Du sagen: „Immer wenn ich getroffen habe, hat Deutschland mindestens acht Tore erzielt“. Nun ja, jemand könnte Dir dann auch entgegnen, dass Deine beiden einzigen Länderspieltreffer den jeweils letzten Treffer in einer torreichen Partie bedeuteten und beide in der 90.Minute fielen (das 8:0 gegen Saudi-Arabien bei der WM 2002 und das 13:0 beim Kantersieg in San Marino 2006). Sie waren also nicht wirklich wichtig oder gar entscheidend. Doch damit täte man Dir unrecht, denn genauso gut verkörpern sie Deinen Kampfgeist und die Tatsache, dass Du nie aufgesteckt hast. Und vielleicht juckt es gerade deswegen nach der EM noch mal und Du kannst im August Deinen offiziellen Abschied à la Jens Nowotny feiern. Zwar ohne großes Brimborium und offizielles Abschiedsspiel von Seiten des DFB, aber dennoch gebührend.

Mach’s gut, Bernd!

Ich

(Foto: wikipedia)

Lautern geht übers Wasser

Kaiserslautern gelingt ein Kunststück, das auf den ersten Blick und vor ein paar Tagen noch jenseits des Machbaren lag. Aber Naturgesetze sind im Fußball eben seit jeher fehl am Platze.

Den Rückstand aufs rettende Ufer an nur einem Spieltag, innerhalb von neunzig Minuten, um fünf Punkte verkürzen? Bis heute schien das – wo wir schon bei der Ufer- und Wasser-Thematik angelangt sind – so unwahrscheinlich und unmöglich wie Jesus’ Spaziergang über den See Genezareth. Dabei bestand das Rezept für diese Außerkraftsetzung biblischer Symbolik gerade einmal aus zwei serbischen Fußballern und ein paar Ungereimtheiten bei der Meldung derer Verträge mit der TuS Koblenz.

Wäre jemandem schon früher daran gelegen gewesen, für das angesprochene Novum zu sorgen, es wäre ein Kinderspiel gewesen. Mit Stolz geschwellter Brust wird man in Koblenz nicht auf den Rekord-Punktabzug von acht Zählern blicken, der den Verein vom Deutschen Eck aus den Feierlichkeiten rund um den schier sicheren Klassenerhalt schnurstracks zurück in die Zukunft befördert hat. Selbst in Kaiserslautern, bei den Tabellenakrobaten, die vorgestern noch abgestiegen schienen und die jetzt nur noch ein Tor vom rettenden 14.Platz trennt, wird man sich die Wiederauferstehung anders vorgestellt haben. Wobei wir mit dem Wort “Wiederauferstehung” zurück zum Neuen Testament gelangen.

Im übertragenen Sinne ist der Mythos vom biblischen Wasserlauf besiegt. Vielmehr kann man jetzt resümieren, Lauterns blitzschnelle und unverhoffte Aufholjagd ähnele einer Verlängerung des Tages auf 47 Stunden. ‘Pah, geht doch gar nicht!’, werden hart gesottene Work-a-holics entgegen, doch sie täuschen sich. Man könnte schnell die Beringstraße von Westen nach Osten überqueren oder sich mit einem Boot im Pazifik so an der Datumsgrenze platzieren, dass man sie am Ende eines Tages einfach in östlicher Richtung überquert und dort denselben Tag noch einmal von vorn beginnen kann. Ok, klingt kompliziert und wahrscheinlich wird das nie jemand von uns erleben dürfen. Aber den vorhergehenden Satz wird man so oder so ähnlich noch Mittwoch am Betzenberg gehört haben und jetzt?

Jetzt lebt der FCK wie lange nicht mehr und schnuppert am Klassenerhalt. Und Stefan Kuntz darf sich damit rühmen, den Abstand in seiner 18-tägigen Amtszeit erst von sechs Punkten auf acht gesteigert zu haben, um ihn dann innerhalb von zwei Spielen voll und ganz zu eliminieren. Das wird ihm zwar nur jemand aus Kiribati an der Datumsgrenze glauben und einen sportlichen Anteil hat er wohl kaum daran gehabt. Im Arbeitszeugnis liest es sich dennoch alles andere als schlecht. Geradezu Messias-like.

Wat nich mut, dat mut nich

Man möchte fast behaupten, die Bayern können sich nicht mit einem profanen Halbfinal-Hinspiel anfreunden, in dem noch längst nicht die Früchte der Arbeit verteilt werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie sich von einer technisch und taktisch zwar versierten, aber längst nicht mit großen Namen gespickten Mannschaft in der zweiten Hälfte so abkochen lassen.

Knappe Führung in Hälfte eins, Ausgleich nach zahlreichen vergebenen Chancen in Hälfte zwei – das gab’s gestern nicht zum ersten Mal. Die Bayern haben diese Saison durchaus das ein oder andere Mal bewiesen, dass sie auch international zu neuer Stärke gelangt sind. Leider zeigen sie das nur, wenn sie auch wirklich müssen. Wie gegen Saloniki, in Anderlecht oder zuletzt fünf Minuten lang in Getafe. Und weil ein Hinspiel nicht mehr und nicht weniger als die Weichen fürs Rückspiel legt, durften sie zwar, mussten aber nicht gleich eine Galavorstellung abliefern.

Neben der bayerischen Unfähigkeit in dieser Saison, das enorme Potential auf Knopfdruck abzurufen, ist vor allen Dingen eines aufgefallen: Das Wohl des FC Bayern steht und fällt mit der Leistung von Franck Ribéry und Luca Toni. Wenn Letzterer dann mit einer Gelbsperre auf der Tribüne hockt – dennoch öfter im Bild ist als 50% der Spieler auf dem Platz – und sein französischer Kollege mit ungekannten technischen Nachlässigkeiten aufwartet, ist für den Rekordmeister oft nicht viel zu holen.

Könnte mir zudem vielleicht mal jemand die Elfmetertechnik von Ribéry erklären? Wer eine Anlaufbahn wählt, als wolle er durch die „della Roggia“-Schikane von Monza joggen, der kann wohl kaum mehr als solch einen unplatzierten E-Jugend-Schuss hervorzaubern. Nicht jeder Torwart heißt schließlich Tim Wiese und lässt sich mit dem plumpen Ball in die Mitte aufs Korn nehmen.

Ebenso regte die Leistung unserer deutschen Nationalspieler gestern Abend nicht gerade zu Lobeshymnen und vorzeitigen Siegesfeierplanungen für den Tag nach dem EM-Finale an. Jansen hat sich seit der WM so viel weiterentwickelt wie die Tarifverhandlungen der Post. Allein auf seinem Gehaltszettel sieht es seit letztem Sommer besser aus. Inzwischen hat er, wenn es hoch kommt, drei Offensivaktionen in einer Partie und von den Vorstößen aus Gladbacher Zeiten ist nichts mehr zu sehen. Philipp Lahm spult allzu oft auch nur sein Programm ab. Im Trikot des FC Barcelona kann ich ihn mir nicht so richtig vorstellen. Bastian Schweinsteiger ist jegliche Torgefahr abhanden gekommen. Miroslav Klose lässt ab und an sein Potential wenigstens kurz aufblitzen, wenn auch als Vorbereiter. Und Lukas Podolski hatte zweimal den zweiten Treffer auf dem Fuß, wobei es jetzt müßig ist, darüber zu diskutieren, ob er eine dieser Gelegenheiten mit der Unbekümmertheit vergangener Tage genutzt hätte. Zumindest hat man etwas von ihm gesehen.

Jetzt bleibt zu hoffen, dass Luca Toni im Rückspiel seine Doppelpack-Serie fortsetzt. Franck Ribéry den Wahnsinn dem Genie weichen lässt und seine Schmankerl bzw. waghalsigen Befreiungsaktionen an der Außenlinie, umringt von drei Gegenspielern, auch wieder für Gefahr und nicht allein für Zungenschnalzen sorgen. Und dann hängt zu guter Letzt wieder einiges von der typischen Bayern-Mentalität ab. Denn jemand muss ihnen weiß machen – und dieser jemand wird sich sicherlich finden –, dass sie einfach nur ihr Ding machen müssen und dann zwangsläufig der richtige Weg eingeschlagen wird.

Heimspiele gegen Duisburg und Frankfurt, Auswärtsspiele in Cottbus, Pokalfights in Burghausen, das ist nichts für die Bayern anno 2008. Partien, in denen man sich nur blamieren kann und keine Legenden geboren werden – nein, danke. Topspiele gegen Bremen, die man 4:0 gewinnen kann, dramatische Rettungsaktionen wie beim 3:3 in Getafe – der Schuh passt ihnen schon eher. Und selbst wenn die Kulisse am Donnerstag in St. Petersburg nicht allzu einladend sein wird, geht es dennoch um alles.

Drunter und drüber – Abstiegskampf in 45 Jahren Bundesliga

25, 26, 27, 28, 29 – in den unteren Gefilden der Tabelle ist es so eng wie lange nicht mehr. Den Klub mit der “roten Laterne” trennen gerade einmal drei Punkte vom rettenden Ufer. Wenn alles seinen Weg wie bisher geht, könnten schon 33 Punkte zum Klassenerhalt reichen – theoretisch. Und “grau” ist bekanntlich “alle Theorie”. Dennoch habe ich mir einmal die Historie des Abstiegskampfs in der Bundesliga zu Gemüte geführt und nachgeschaut, wer sich in 45 Jahren dort so knapp “über” und “unterm Strich” tummelte, und was an den berüchtigten 40 Punkten für den Klassenerhalt eigentlich dran ist.

abstieg3 copy“Erst die 40 Punkte einfahren, dann reden wir weiter” – so oder so ähnlich hört man es Jahr für Jahr von den Lippen der Trainer abstiegsgefährdeter Bundesligaklubs plätschern. In Karlsruhe biss man sich jüngst vier Spieltage an der 40er-Marke die Zähne aus, bis dann in Duisburg endlich die ersehnten Punkte Nummer 39, 40 und 41 eingefahren wurden. Dabei hätte sich der KSC eigentlich getrost auf seinen 38 Punkten ausruhen können, denn seit Einführung der Drei-Punkte-Regel im Jahr 1995 hat erst ein Team mit dieser Punktzahl den Weg in Liga Zwei antreten müssen – ok, es war der KSC höchstpersönlich.

Auch in Frankfurt erschien das Brimborium um das Ziel von 45 Zählern eigentlich unsinnig. Schließlich war es die Eintracht selbst, die 1987 mit nur 33 Punkten hauchdünn der Relegation entging. Nur Uerdingen reichte 1995 noch ein Punkt weniger, um drin zu bleiben. Ein Jahr zuvor war sie allein durch die Zwei-Punkte-Regel vor dem schweren Gang ins Duell mit dem Dritten der Zweiten Bundesliga bewahrt worden, das von 1982-1991 eine Bundesliga-Saison beschloss. Übrigens hat Frankfurt die letzten drei Spiele allesamt verloren und jedes Mal eine Gelegenheit verpasst, das selbst gesteckte Saisonziel von 45 Punkten zu erreichen.

Doch was sagen 44 Jahre Bundesliga über die Bedeutung der 40 Punkte aus? Seitdem 1974 der dritte Absteiger eingeführt wurde, konnten zwei Teams den Abstieg nicht vermeiden, obwohl sie ihre Hausaufgaben erledigt und 40 Punkte eingefahren hatten. 1980 setzte Hertha BSC Berlin die Naturgesetze des Abstiegskampfs außer Kraft, zehn Jahre später war es der VfL Bochum. Letzteren wäre der Klassenwechsel mit der Drei-Punkte-Regel jedoch erspart geblieben. 1990 hätte es nach heutigen Standards den 13. aus St.Pauli aufgrund der schlechteren Tordifferenz erwischt.

Überhaupt hat es in der Historie das ein oder andere Mal einen Unterschied gemacht, ob ein Sieg mit zwei oder drei Punkten belohnt wurde. Bochum war in der Saison 1992/93 einmal mehr Leidtragender, Dynamo Dresden profitierte. 1982 ging Dortmund, 1986 wie gesagt Frankfurt der Relegation aus dem Weg. Genau das Gegenteil erlebte der FCK vor zwölf Jahren, als insgesamt 18 Remis in 34 Spielen durch die Einführung der Drei-Punkte-Regel prompt mit dem ersten Niedergang der Vereinsgeschichte bestraft wurden.

Rekordverdächtig ist auch die aktuelle Saison. Proportional hochgerechnet, könnten schon 33 Punkte für den Klassenerhalt reichen. Mit der bislang bescheidensten Ausbeute von 34 Punkten konnten sich Wolfsburg vor zwei Jahren und Nürnberg vor sechs Jahren retten. Der “Club” könnte auch diesmal wieder Nutznießer der “Leistungs”dichte im Tabellenkeller sein. Derzeit liegen die Franken mit 26 Punkten und zwei Zählern aufs rettende Ufer auf Rang 17.

Zu den größten Lucky-Losern der Bundesligageschichte zählen übrigens Bochum, Bremen, Gladbach, Frankfurt und Karlsruhe – alle beendeten bereits drei Spielzeiten hauchdünn “überm Strich”, sprich auf Platz 15 oder – wie es bis 1974 der Fall war – auf Platz 16.
Bochum und Frankfurt mussten jedoch genauso miterleben, wie es sich anfühlt, den Klassenerhalt hauchdünn zu verpassen. Bochum stieg viermal als “bester” Absteiger ab. Frankfurt genau wie Bielefeld, Nürnberg und 1860 München dreimal.

Die Jahreszahlen bezeichnen stets das Ende einer Saison.

Durchschnittspunktzahl für Klassenerhalt:
Gesamt: 37,0 Pkt.
35,6 Pkt. von 1963-1974; 37,3 Pkt. von 1974-1995; 37,2 Pkt. von 1995-2007

Durchschnittspunktzahl des ersten Absteigers:
Gesamt: 34,1 Pkt.
32,2 Pkt. von 1963-1974; 34,7 Pkt. von 1974-1995; 34,5 Pkt. von 1995-2007

*Abstieg/Relegation nach 3-Punkte-Regel:
Dresden 1993, St.Pauli 1990, Frankfurt 1986, Düsseldorf 1982
– 4-mal in 21 Jahren zwei Punkteregel mit 3 Absteigern

Am häufigsten knapp überm Strich:
Je dreimal: Frankfurt, Gladbach, Bremen, Bochum, Karlsruhe
Je zweimal: Wolfsburg, K’lautern, Nürnberg, Rostock, Uerdingen, Hannover, Düsseldorf, Braunschweig

Am häufigsten knapp unterm Strich:
Viermal: Bochum
Je dreimal: Frankfurt, 1860 München, Nürnberg, Bielefeld,
Je zweimal: K’lautern, Karlsruhe, Dortmund, Neunkirchen, Düsseldorf

Knapp unterm Strich mit meisten Punkten:
Mit drei Absteigern: Bochum 1990, Hertha 1980 – 40 Pkt.
Mit zwei Absteigern: Nürnberg 1969 – 38 Pkt.
Drei-Punkte-Regel: Karlsruhe 1998 – 38 Pkt.

Knapp unterm Strich mit wenigsten Punkten:
Mit drei Absteigern: Homburg 1987 – 27 Pkt.
Mit zwei Absteigern: Dortmund 1972, Neunkirchen 1968 – 26 Pkt.
Drei-Punkte Regel: Freiburg 2002 – 30 Pkt.

Knapp überm Strich mit meisten Punkten:
Bremen 1978 – 44 Pkt.
Drei-Punkte-Regel: Leverkusen 2003, Rostock 1997 – 40 Pkt.

Knapp überm Strich mit wenigsten Punkten:
Uerdingen 1995 – 32 Pkt.
Drei-Punkte-Regel: Wolfsburg 2006, Nürnberg 2002 – 34 Pkt.

1965 stieg aufgrund der Aufstockung von 16 auf 18 Vereine niemand ab. Von 1963-1974 gab es zwei Absteiger. Von 1975-1981 gab es drei Absteiger, von 1982-1991 zwei Absteiger plus ein Relegationsspiel zwischen dem 16. der Ersten und dem 3. der Zweiten Bundesliga. 1992 spielten 20 Teams in der Bundesliga, vier stiegen ab, zwei auf. Seitdem spielen 18 Vereine in Deutschlands höchster Spielklasse, von denen jedes Jahr drei die Klasse nicht halten.

Der deutsche Titelkorridor – von 0° bis 13° Ost

Warum die Historie gegen einen deutschen Sieg im EM-Finale in Wien spricht.

Die deutsche Nationalmannschaft hat in ihrer nunmehr 100-jährigen Geschichte insgesamt zwölf Endspiele entweder um den Europameister- oder den Weltmeistertitel bestritten. Drei ihrer fünf EM-Finals konnte sie für sich entscheiden. Die Quote bei Weltmeisterschaften sieht bekanntlich etwas schlechter aus. Hier endeten nur drei von sieben Anläufen siegreich.

Alle vier Jahre – sofern eine Weltmeisterschaft auf europäischem Boden stattfindet – wird die brasilianische Seleção für ihr traditionell schwaches Abschneiden fernab der Heimat gescholten. Dabei ergeht es der DFB-Elf nicht viel anders. Acht ihrer bisher zwölf Endspiele hat sie nämlich zwischen dem 0. und 13. Längengrad bestritten – sechsmal durfte am Ende ein deutscher Mannschaftskapitän den Pokal in die Luft recken (F.Walter, Beckenbauer, Beckenbauer, Dietz, Matthäus, Klinsmann). Allein das WM-Finale 1966 (London, 0°) und das EM-Endspiel 1992 in Göteborg (11°57′ O) gingen innerhalb dieses “Titelkorridors” verloren.

Derweil ist es noch nie einer deutschen Mannschaft gelungen, außerhalb von Europa, geschweige denn außerhalb dieser Längengrade einen Titel zu erringen. 1976 setzte Uli Hoeneß seinen Elfer über das Tor – mitten hinein in den Abendhimmel der jugoslawischen Hauptstadt Belgrad (20°28′ O). 1982 unterlag man 1:3 gegen Italien – in Madrid. Ein Endspiel in Barcelona (2°10′ O) wäre mit Sicherheit positiver verlaufen. Vier Jahre später war Mexico City (99°9′ W) Austragungsort. Argentinien bezwang die deutsche Elf standesgemäß mit 3:2. Und auch sechzehn Jahre später war in Yokohama (139°38′ O) nichts zu holen. Brasilien siegte im WM-Finale 2002 mit 2:0.

Demnach stehen die Sterne für die EM 2008 nicht allzu gut. Geografische Begebenheiten dürften unsere Elf zwar nicht vom Finaleinzug abhalten. Aber scheitern wird man dann wohl am Endspielort Wien (16°11′ O), der einen Tick zu weit im Osten liegt. Unbestätigten Gerüchten zufolge will sich der DFB nun für eine Verlegung des Finales in die Schweiz stark machen. Ansonsten benötigt der deutsche “Titelkorridor” schlichtweg eine Osterweiterung, damit es am 29.Juni im Ernst-Happel-Stadion schwarz-rot-goldenes Konfetti regnet.

(Bild anklicken zum Vergrößern)

Durchgetippt

Ein Blick in die Zukunft

Hier hat jeder die Gelegenheit, die letzten fünf Spieltage der 2.Bundesliga im Voraus zu tippen. Ich empfehle jedoch, beim Selbstversuch die virtuelle Tabelle abzudecken oder einfach nicht hinzusehen, da man sonst voreingenommen an die Sache herangehen könnte. Nur so ist zu erklären, dass der 1.FC Köln bei mir in die Bundesliga zurückkehrt. Wenn ich das gewusst hätte, wäre das letzte Spiel der Kölner in Lautern mit Sicherheit nicht so positiv für die Geißböcke verlaufen.

Der SC Freiburg erlebt laut meiner Prognose einen Absturz auf Rang acht. Aachen stößt dagegen nach einer verkorksten Saison noch ins erste Tabellendrittel vor. Hinter Gladbach schaffen wie gesagt Hoffenheim und Köln den Sprung ins Oberhaus. Auch auf den Abstiegsrängen bleibt alles beim Alten, zumindest was die Zusammensetzung der Mannschaften angeht. St.Pauli gelingt es, als zweitbester Aufsteiger den derzeit neunten Rang zu halten, 1860 kommt nicht über Platz 11 hinaus.

Nürnberg – Wolfsburg 1:0

Hatten wir das nicht schonmal?

Auch im zweiten Anlauf fiel das entscheidende (und diesmal wirklich entscheidende) Tor elf Minuten vor dem Ende. Alles wie gehabt – nur das Wetter stimmte eben. Strahlender Sonnenschein, Traum(a)bedingungen.
Hätte das jemand geahnt, hätten die Wolfsburger sofort verkündet, dass dieses Spiel, komme was wolle, auf jeden Fall 1:0 enden werde: Hunderte Polizisten hätten einen freien Sonntag erlebt, hunderte Servicekräfte hätten ihre Hände nicht im Spülbecken der Getränkestände gesuhlt, sondern ihre Füße im Gartenteich baumeln lassen. Aber so haben wir’s wenigstens alles ganz akkurat und regelgerecht gehabt. Bloß nicht das Trikot schmutzig machen.
Aber immerhin hat man die Gunst der Stunde genutzt und endlich mal – zum ersten Mal in 45 Jahren Bundesliga – ein Spiel aufgrund sintflutartiger Regenfälle abgebrochen. Wer weiß, wann sich die nächste Gelegenheit ergeben hätte. Es gibt so Tage, die sind einfach wie geschaffen, um sich in den Geschichtsbüchern zu verewigen.