Monthly Archive for August, 2009

Im Zweiten wird’s wohl besser – 4. Akt:
Sieg an der Schmerzgrenze

Gladbach Motivbild
Gladbach 2:0 Mainz – Freitagabend, ein Stadionsprecher in Abwesenheit, sein Vertreter, viele Torhüter und noch mehr Schmerzen.

Der Stadionbesuch beginnt mit höllischen Kopfschmerzen. Es gibt Leute auf dieser Welt, deren Stimmen verboten gehören. Für die es ein Sprechverbot geben müsste, genau wie es Nachtflugverbote für Flugzeuge und Lärmschutzrichtlinien für Partymusik gibt. Zu meiner Linken im Shuttle-Bus hat sich ein derartiges Schmerzobjekt mit ihren Freunden – oder besser gesagt, Saufkumpanen – niedergelassen. Viel Alkohol fließt jedoch nicht mehr. Das meiste müsste bereits in den vorhergegangenen Stunden mit rund 17 Bar in den Blutkreislauf befördert worden sein.

Ihr Lieblingswort ist zweifellos „Hömma!“, vorzugweise mit der Lautstärke eines Martinshorns und der Lieblichkeit einer Flasche Klosterfrau Melissengeist in die Atmosphäre befördert. Das „Ö“ zieht sie dabei so lang, als wolle sie es mit ihrem Geschrei aufpusten. Eine ihrer Trinkkolleginnen kann soviel Feinfühligkeit eher nicht vorweisen. Einmal bietet sie einem ihrer Kumpels einen einseitigen Faustkampf an: „Ich schlach dich kapott!“. Im städtischen Debattierklub wäre für beide sicherlich höchstens in der dritten Mannschaft Platz.

Der derartige Beginn eines Fußballabends kann jedoch nur Gutes bedeuten. Schlimmer und vor allem schmerzvoller wird es in 90 Minuten auf dem Platz wohl nicht mehr werden. Was das „schlimm“ angeht soll es lange Zeit jedoch ziemlich eng werden. Zum Thema „schmerzhaft“ in Kürze mehr. Das erste gute Omen erblicke ich schon vorm Stadion, als ich neben den Fansteinen sitze und etwas verloren auf die Videowand blicke: Stadionsprecher Thorsten „Knippi“ Knippertz ist nicht da, moderiert jetzt nebenbei beim Sportquiz-Sender DSF. Sein Vertreter heißt Philipp Molitor, zumindest vor drei Jahren noch etatmäßiger Hallensprecher beim Basketball-Zweitligisten NVV Lions. So sehr es eine Qual war und ist, ihm zuzuhören – der Mann ist ein echter Glücksbringer. Vor gut drei Jahren hielt er gegen Borussia Dortmund das Mikro in der Hand. Die Borussia fuhr einen 2:1-Heimsieg ein. In der letzten Saison sprang er gegen den HSV erneut ein. Es gab ein 4:1 und die Wende wurde in die Wege geleitet.

Ganz so prekär wie damals ist die Lage am Freitag, 28. August 2009, jedoch nicht. Wobei nach einer Niederlage in Folge (nach zuvor drei Partien ohne!) bereits wieder das Wörtchen „Krise“ über dem Borussia-Park weht. Der furiose Saisonauftakt, die ordentliche Punkteausbeute – all das sorgt nach einem Jahr voller Leid schon wieder dafür, dass sich so etwas wie Erfolgsverwöhntheit einstellt. Bedenkliche Verhältnisse nimmt die zwar nicht so schnell an. Doch die Arroganz, gegen Mainz einen ungefährdeten Heimsieg zu fordern, darf man sich dann schon leisten.

Bobadilla beendet den Meditationsabend

Die ritualisierten Minuten vor dem Anpfiff werden diesmal zur echten Zerreißprobe. Der Interimsstadionsprecher steckt in etwa so viel Elan in seine Moderation, als hätten sich 42000 Zuschauer in den freitagabendlichen Meditationskurs einer Esotherikschule verirrt. Doch statt „bunten Luftballons, die sich ihren Weg gen Himmel in Richtung der hübschen Wölkchen bewegen“ liest Molitor tatsächlich die Aufstellung vor. Ob auf seinem Zettel jedoch die richtigen Namen standen, konnte ich leider nicht rausfinden. Zwischenzeitlich wirkt er nämlich so perplex, als habe man ihm alles in Anagrammen verschlüsselt – und das auch noch in kyrillischen Schriftzeichen. Zu so später Stunde scheint Elanlosigkeit echt ansteckend zu sein. Die „Elf vom Niederrhein“ wirkt diesmal inbrünstig wie die erwähnte Veranstaltung mit den Luftballons und Wölkchen. „Dat hätt‘ ich auch noch hinjekricht!“, sagt der Niederrheiner gerne zu solchen Anlässen.

Auch auf dem Platz geht es alles andere als schwungvoll los. Zunächst trägt das Geschehen Züge von einer freundschaftlichen Runde Parteiball.Denn die beiden Tore werden selten ins Spiel einbezogen. Erst ein Freistoß von Bobadilla reißt den Borussia-Park nach einer knappen halben Stunde aus dem tiefen Meditationsschlaf. Aus mehr als 20 Metern Entfernung scheitert der Argentinier letztendlich nur an der Größe des Tores. Dennoch scheint Bobadilla Lunte gerochen zu haben. Marx sendet einen langen Pass so gefühlvoll in die Spitze, als würde der Ball von einer Brieftaube wohlbehütet zum Adressaten begleitet werden. Der Abnehmer heißt Bobadilla, Torwart Müller will ihn noch kurz um eine Unterschrift für die Eingangsbestätigung des Einschreibens bitten. Doch der bullige Minotaurus hat keine Zeit und netzt nach einem kurzen, einseitigen Ringkampf mit van der Heyden zum 1:0 ein. Marx mutiert dank seines Zuckerpasses in den Medien kurzzeitig zu Günter Netzer (–> Tiefe des Raumes, die), während Bobadilla sich Vergleiche mit Rocky Balboa auf seine Spitznamenfahne schreiben darf.

FSV-Keeper Müller hat derweil das Schicksal heimgesucht, das irgendwann einmal jeden Briefträger trifft. Von seinem Zusammenprall mit dem Torschützen hat er zwar keine Bisswunden davon getragen, dafür aber eine Bauchmuskelzerrung, die ihn am Weiterspielen hindert. Es kommt Ersatztorwart Wetklo (hier wollen wir das Namenswitze-Verbot respektieren), der bis zur Pause ruhige Minuten verlebt und sich vor lauter Nichtstun beinahe in den nächsten Kurs von Stadionsprecher Molitor einschreibt.

Kurzarbeit beim “Kicker”

In der Kabine erleben die Spieler wohl ein Revival der Bochum-Halbzeitansprache von Michael Frontzeck – nur eben umgekehrt, sozusagen als Negativ. Denn: Nach der Pause wird der bisherige Elan mal eben hoch 45 genommen. Aus Ruhe wird Sturm. Nur 1,01 ergibt 45-mal mit sich selbst multipliziert eben weiterhin nicht mehr als 1,56481. Und so ist es auch wenig verwunderlich, dass der Spielbericht des „Kicker“ nur aus 484 Wörtern besteht. Gegen Bochum waren es einst 644, gegen Berlin – mit seinem drei Treffern auf den ersten Blick nicht gerade ein Spiel der Marke „fulminant“ – sogar 658.

Nachdem Bobadillas Freistoß kurz vor dem Führungstreffer für den ersten Paukenschlag sorgte, obliegt diese Aufgaben im zweiten Durchgang dem zweiten Vertreter der hispanischen Südamerika-Fraktion, Kollege Arango. Brasilianer Dante erledigt seinen Job derweil mit so viel Bravour, dass mich eine dürftige 3,0 vom “Kicker” schon irgendwie verwundert. Jedenfalls testet Arango einmal mehr die Standfestigkeit der Tore im Borussia-Park. Wie man mit vermeintlich gefühlvollen Freistößen das Gebälk derart zum Beben bringen kann, ist ein wahres Wunder der Einkaufspolitik.

Eine Viertelstunde vor dem Ende kommt Reus für Matmour, der nicht ohne Grund hier bislang keine Erwähnung gefunden hat. Frau „Hömma!“, der Interimsstadionsprecher, Karim Matmour – an diesem Abend in etwa eine Leistungsklasse. Wobei ich Molitor und Matmour damit nicht zu nahe treten will. Verstehen wir den Vergleich einfach als Stilmittel. Oliver Neuville muss sich noch ein paar Minuten gedulden und wird in der 80. für Tor-Debütant Bobadilla eingewechselt.

Der vorletzte Moment der ungeteilten Aufmerksamkeit gebührt jedoch Neuvilles Einwechsel-Vorgänger Reus. Der 20-jährige erobert in der eigenen Hälfte den Ball, ist mit der Kugel schneller als Gegenspieler Hyka ohne. Die Mainzer Hintermannschaft steht Spalier, eigentlich will Reus auf Colautti spielen, doch der hat scheinbar keine Zeit. Also denkt sich der angebliche Marin-Klon (optisch): ‚Wo ich schonmal hier bin, kann ich es ja auch gleich selber machen.‘ Sein 2:0 lässt die Geschichte mit dem Marin-Klon schon um einiges glaubhafter erscheinen (fußballerisch). Doch wer wird gerne in eine Schublade mit Zaubermäusen gesteckt, die sich für und mit Pattex an die Decke kleben lassen?

Neuville beim Okocha-Ähnlichkeitswettbewerb

Auf Seiten der Mainzer, die so ideenlos und konsterniert auftraten wie sonst nur an Aschermittwoch, nimmt der Abend nach dem zweiten Tor derweil dramatische Züge an. Torschütze Reus ist mit Ersatzkeeper Wetklo zusammengeprallt, nachdem er den Ball an ihm vorbeigespitzelt hat. Wetklo wird behandelt und nach dem Spiel mit Verdacht auf Beinbruch ins Krankenhaus gebracht (was sicherlich nicht passiert wäre, wenn der Marin-Reus-Vergleich lückenlos hinhauen würde). Kurz vor dem Abpfiff versaut er Oliver Neuville jedoch noch mit einer Glanzparade den Sieg im Jay-Jay-Okocha-Ähnlichkeitswettbewerb. Geschätzte zwei Minuten lang lässt der 36-jährige Sturmveteran einen Mainzer nach dem anderen ins Leere springen, ohne sich dabei selbst einen Knoten in die Beine zu spielen. Im richtigen Moment zieht er ab, doch Wetklo kennt keine Gnade. Wer möchte es ihm beim Stand von 0:2 und mit dann doch nur geprelltem Bein verübeln?

Kurz darauf ist der zweite Heimsieg in trockenen Tüchern. In der Hoffnung, in geraumer Zeit einfach mal wieder samstagnachmittags und ganz unbeirrt von irgendwelchen Feiern spielen zu dürfen, eile ich schnurstracks zum Bus-Shuttle. Von Frau „Hömma!“ Gott sei Dank keine Spur. Ohne Kopfschmerzen und beflügelt von sieben Punkten aus vier Spielen gleite ich ins Wochenende.

Löw mäht Wiese

Tim Wieses Weinkrampf ohne Tränen – er wollte bei den Heimspielen der Nationalmannschaft in Leverkusen und Hannover bekanntlich lieber nicht im Tor stehen – hat seine Wirkung nicht verfehlt: Robert Enke und René Adler stehen im Aufgebot für die nächsten beiden Länderspiele gegen Südafrika und Aserbaidschan, Wiese nicht.

Adler wird vor heimischem Publikum in der BayArena auflaufen. Fragt sich nur, ob Bayer-Fans dort so zahlreich vertreten sein werden, wenn sie sich schon bei Heimspielen in der Bundesliga rar machen. Am darauffolgenden Mittwoch steht Robert Enke in der AWD-Arena im Tor. Gut, Hannoveraner werden wohl vor Ort sein.

Derweil darf sich Frank Rost ernsthafte Hoffnungen auf sein fünftes Länderspiel machen. Am 14. Oktober gastiert Finnland in – genau, Hamburg. Jogi Löws neues Torwart-Rotationsprinzip wirft im Hinblick auf Südafrika 2010 jedoch einige Fragen auf: Wechselt Manuel Neuer nun nach Johannesburg, um wenigstens fürs WM-Endspiel in Frage zu kommen?

Wikipedia-Wissen I*

“Patrick Mölzl ist der Sohn von Erhan Önal, dem ersten Migrantenkind türkischer Abstammung, das in der Bundesliga spielte.”

Als Erhan Önal am 22. Januar 1977 sein Bundesliga-Debüt feierte, war an Nuri Sahin, Mesut Özil oder die Altintops noch gar nicht zu denken. Selbst Mustafa Dogan, der erste deutsche Nationalspieler türkischer Herkunft, hatte gerade erst seinen ersten Geburtstag gefeiert. 18-mal lief Önal für den FC Bayern in der Bundesliga auf. Über Lüttich führte sein Weg schließlich zurück in die Heimat seiner Eltern. Erst 1992 beendete er seine Karriere bei Galatasaray Istanbul.

Aus irgendeinen Grund fühle ich mich verleitet, Önals Pionierarbeit bei Bayern München mit dem inzwischen verpönten Zusatz “ausgerechnet” zu versehen. Bayerischer Vorsprung in Sachen Integration oder doch Zufall? Einer seiner Nachfolger auf diesem Terrain, Ilyas Tüfekci, war mit seinen Eltern aus der Türkei nach Berlin gezogen, debütierte für den VfB Stuttgart in der Bundesliga und wechselte daraufhin als erster Türke zu Schalke 04. Da riecht es schon wieder eher nach Zufall.

Zufällig wird Önals Sohn es derweil nicht zum Profi gebracht haben. Wobei einem beim Namen Patrick Mölzl nur schwerlich die Tags “türkisch” und “Migrantenkind” in den Sinn kommen. Im Gegensatz zu seinem Vater war Mölzls Zeit beim Rekordmeister mit Titeln gesegnet. Ligapokal, Champions-League, DFB-Pokal und Meisterschaft – alles in der Saison 2000/2001. Doch auf die Fahne schreiben wird sich der heutige Augsburger diese Erfolge wohl kaum. Nicht einmal lief er in jener Spielzeit für die Bayern auf. Man kann also mit Verlaub sagen, dass sich sein Vater eher einen Platz in den Geschichtsbüchern gesichert hat.

* Man stößt beim Wilfing auf Wikipedia des öfteren auf Dinge, die man so oder so ähnlich dann doch nicht erwartet hätte. Sobald das passiert und es sich anbietet, gibt es von nun an in flexiblen Abständen ein bisschen Trivia aus der Welt des Fußballs.

Im Zweiten wird’s wohl besser – 3. Akt:
Dankesrede

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Bremen 3:0 Gladbach – kein Fußball, kein Fernseher, ein geretteter Sonntag.

Und zum Schluss möchte ich noch meiner Mutter danken.

Wäre der Sonntag eine Award-Verleihung gewesen, hätte ich mich wohl so für den Hauptpreis bedankt. Denn der 50. Geburtstag meiner Mutter und die dazugehörige Feier haben definitiv den Tag gerettet. Kein Fußball, keine einzige Live-Minute – selten war ich so dankbar, ein Gladbach-Spiel nicht sehen zu können („zu müssen“ trifft es in diesem Fall wohl besser). Letztmals war das diesen Februar der Fall. Die Borussia spielte auswärts, spielte grottenschlecht – und spielte in Bremen. Damals hatte Gladbach “mehr Bailly als Verstand”. Diesmal schränkte Christofer „Bahnschranke“ Heimeroth alle Chancen auf einen Punktgewinn gehörig ein (was er zumindest in Hälfte zwei wieder etwas relativierte). Doch wenn die gesamte Mannschaft scheinbar aufgetreten ist, als sei sie noch kurz zuvor Gast auf dem Geburtstag meiner Mutter gewesen, dürfte es zu einfach sein, einen einzigen Sündenbock zu suchen. Es riecht nach einer ganzen Herde.

Irgendwie exemplarisch für die Reinkarnation des Meyer’schen Destruktivismus: Gleich drei Sechser schickte Michael Frontzeck (offenbar in der vergangenen Woche in regem Kontakt mit „dem alten Fuchs“) von Beginn an auf den Platz – geradezu diabolisch. Draußen blieb Oliver Neuville, der gegen die Hertha noch als grauhaariger Wirbelwind ein ganzes Stadion verzückt hatte. Ob es der Spielertyp Neuville nicht vielleicht geschafft hätte, die Bremer Sequoia-Fraktion in der Innenverteidigung wenigstens eine Stunde lang in Verlegenheit zu bringen, das werden wir jetzt auch nicht mehr herausfinden.

Fest steht, dass eine Pleite in Bremen immer im Kalkül liegt und einen für Borussen-Verhältnisse bombastischen Saisonstart nicht völlig vergessen macht. Doch wie so oft ist es das „Wie“, das für leichte Verunsicherung, Verwirrung und Verzweiflung sorgt. Filip Daems und Logan Bailly werden weiterhin schmerzlich vermisst. Arango hat sich – seine Erwähnungen im ARD-Spielbericht als Gradmesser – scheinbar eine 90-Minuten-Auszeit genommen. Bobadilla fehlt noch die letzte Vollstrecker-Mentalität. Und die Kandidaten für die Einzel-, Doppel- oder diabolische Dreier-Sechs haben sich längst noch nicht gefunden. Wer sich diesen enormen Haufen Arbeit ansieht, der kann sich glücklich schätzen, dass wir bereits vier Zähler auf dem Konto haben und in der zweiten Runde des DFB-Pokals stehen.

Um die gute Vorarbeit abzurunden, gibt es nun am kommenden Freitag gegen Mainz nur ein einziges Ziel: Drei Punkte, ohne wenn und aber. Sonst wird aus dem Traumstart voller Lobhudelei ganz schnell ein Auftakt mit der Strahlkraft einer Energiesparlampe. Ein mahnendes Wort, dass die Bayern in Mainz ja gehörig baden gegangen sind, dürfte nicht vonnöten sein. Schließlich thronen wir noch immer vier Plätze über dem Rekordmeister.

Vorteil Flughafen


Hier in Bremen hast du einen Flughafen vor Ort. Hier fliegst du per Charter. Was bei den vielen Spielen in den verschiedenen Wettbewerben gut ist, weil es Zeit spart. In Gladbach sind wir nur Linie geflogen, das verursacht natürlich Wartezeiten. An Kleinigkeiten wie diesen merkt man, dass Bremen eine Nummer größer ist.

Hat Marko Marin der “Welt” gesagt.

Die Borussia ist also nur Linie geflogen, vermutlich vom Airport Düsseldorf. Wenn der Mannschaftsbus am Kreuz Neersen von der A52 auf die A44 gewechselt ist, hätte sich ein Blick nach rechts vielleicht gelohnt. Womöglich ist man das eine oder andere Mal auch in Mönchengladbach-Ost auf die Autobahn nach Düsseldorf gefahren. Dieser kleine Tower, der lange Streifen Asphalt – “Flughafen” nennt dies der Volksmund. Man munkelt er sei in 41066 Mönchengladbach zu finden. Gerüchteweise.

In Zweiten wird’s wohl besser – 2. Akt:
Ekelerregende Liga-Attraktion

Gladbach Motivbild

Gladbach 2:1 Hertha – eine besudelte Hose, eine Gänsehaut, ein Saisonstart nach Maß, ein Haudegen ohne Haare und ein Torwart auf der Linie

Die Technologie des 21. Jahrhunderts hat ja so einiges revolutioniert. Man kann zum Beispiel zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Ticket für Heimspiele des herzeigenen Klubs ergattern. Theoretisch von jedem Flecken Erde – solange anderweitige Technologie-Revolutionen einwandfreien Internetempfang ermöglichen. Und so soll es also vorkommen, dass Leute am nunmehr vorletzten Sonntag um genau 16:23 Uhr online eine Eintrittskarte fürs erste Heimspiel der neuen Saison gekauft haben. Gladbach führte mit 3:0, war Tabellenführer und die erste Meisterschaft seit 1977 nahezu in trockenen Tüchern. Um 17:19 Uhr wiederum stand es 3:3, das Spiel war vorbei, die Titelträume vorerst in Luft aufgelöst – die frische Eintrittskarte jedoch immer noch da (wenn auch noch nicht greifbar).

Mein Vater wird sich vielleicht sogar freuen, dass er – das einzige Familienmitglied ohne Dauerkarte – hier einmal Erwähnung findet. Mit einem ganz so langen Gesicht wie an jenem besagten Sonntag wird er seine damalige Euphorie sicher auch nicht mehr betrachten. Immerhin kann er im Gegensatz zu Zehntausenden nicht im Stadion Anwesenden nun behaupten, den ersten Heimsieg der Saison und ein erneut sehenswertes Spiel aus nächster Nähe beobachtet zu haben. Wie viele der 41814 Zuschauer im Borussia-Park ihre Karte ebenfalls in einem 15-Minuten-Intervall während des Bochum-Spiels gekauft haben, ist leider nicht überliefert. Das herauszufinden, wäre eigentlich einen Anruf wert.

Im vierten Dauerkartenjahr in Folge auf demselben Sitzplatz heißt es mittlerweile „Wiedersehen mit Freunden“, wenn das erste Heimspiel ansteht. Fast drei Monate bin ich nicht im Borussia-Park gewesen. Zieht man die vierwöchige Sommerpause ab, bleiben also nur noch acht Monate, die man in seinem oft so bezeichneten „Wohnzimmer“ verbringt. Macht bei siebzehn Heimspielen und gewohnter Ankunft eineinhalb Stunden vor Spielbeginn nicht einmal 60 Stunden pro Kalenderjahr, weniger als fünf pro Monat und knapp zehn Minuten pro Tag. In welcher Größenordnung sich diese Zahlen nun bewegen, hängt wohl bloß vom Wie-tief-stecke-ich-in-der-Sache-drin-Faktor ab. Mein Fazit nach der „Elf vom Niederrhein“ und der ersten Gänsehaut nach wochenlanger Abstinenz: Bin viel zu selten da.

Ferienleere im Stadion?

Dass es beim ersten Auftritt vor heimischem Publikum häufiger noch etwas leer auf den Tribünen ist, wird gerne auf die Sommerferien geschoben. Stau, Sommerloch, Wiederholungen im TV – immer auf die Ferien. Sind sie vorbei, ist es auch nicht in Ordnung. Fragt sich nur, ob am letzten Tag vor Schulbeginn tatsächlich um die 8000 stadiongehende Borussen die Autobahnen, Flughäfen und Bahnhöfe des Landes bevölkern. Ich verdächtige da doch eher ein paar Rumknöser, die sich erst ein paar handfeste Argumente für einen Stadionbesuch liefern lassen wollen. Wobei ihnen das nach der letzten Saison nicht einmal zu verübeln ist.

Wer nicht ganz so nachtragend ist, sieht in den ersten Minuten eine abwartende Borussia. Kleine ersetzt Dante in der Startelf (übrigens nach der Wick-Vaporub-Affäre für zwei Spiele gesperrt), Meeuwis spielt nach abgesessener Sperre für Bradley (nicht wegen seiner schwachen Leistung, sondern wegen Schweinegrippe-Verdacht zuhause), Neuville stürmt für Colautti (hat sich unter Woche beim Länderspiel einmal mehr verletzt). Drei Änderungen, keine einzige davon freiwillig – riecht also keineswegs nach Rotation à la Luhukay und Meyer.

Auf dem Platz trudelt das Spiel lange vor sich hin. Die Hertha schießt zwar ab und zu aufs Tor, jedoch so harmlos, als ginge es allein um eine Notiz in der Torschussstatistik. Ich finde mich schon mit einem 0:0 zur Pause ab – etwas verfrüht. Denn erstens zeigt die Stadionuhr die 21. Minute an. Und zweitens habe ich meine Rechnung ohne Top-Torjäger Roel Brouwers gemacht. Kurz nach dem Blick auf die Uhr landet der Ball nach einer Ecke im Mittelfeld. Tobias Levels zieht die beste aller Optionen und befördert das Leder dorthin, wo es herkam. Brouwers steht vollkommen allein gelassen im Strafraum und hat wenig Mühe, mit einem kurzen Kopfschütteln das 1:0 zu erzielen. Ganz so explosiv wie bei allein drei Treffern in Bochum fällt der Jubel nicht aus. Nachdem die Borussia in der 113. Saisonminute bereits so viel Treffer erzielt hat wie nach vier Spielen im letzten Jahr, scheint sich früh etwas Routine einzustellen.

Neuville beim Erste-Hilfe-Kurs

Um die strapazierten Gladbacher Jubelseelen nicht allzu sehr zu strapazieren, bleibt die Pfeife von Schiri Markus Schmidt in der 32. Minute stumm. Arango hatte Ebert ans Bein geschossen, von dort war der Ball an den Arm des Herthaners geprallt. Unabsichtlich, angeschossen – alles hin oder her. Wer im Strafraum mit erhobenen Armen verteidigt, als sei der Dorfganove mit seinem Revolver in den Saloon gestürmt, darf sich einfach nicht wundern. Letztendlich wundern sich jedoch nur 15000 in der Nordkurve, deren flehende „Haaaand“-Rufe nicht erhört werden.

Kurios wird es, als Herthas Torwart Drobny und Arne Friedrich bei einem langen Pass der Borussia offensichtlich aneinander vorbeireden oder es – noch besser – einfach ganz sein lassen. Neuville ist ebenso ratlos und sieht nur dabei zu, wie der Tscheche an den Ellbogen seines Verteidigers rasselt. Wie nach einem Fass Budweiser sinkt er zu Boden, während Gladbachs alter Haudegen sofort Erste Hilfe leistet. Für Drobny geht es weiter. Doch kurz darauf scheint er noch immer zwei Bälle zu sehen. Arangos scharfen Linksschuss kann er gerade so an die Latte baggern. Unverdient ist die Führung zur Pause nicht. Die Hertha hat in ihrem Minimalismus schlichtweg vergessen, dass der Drei-Punkte-Plan keine Gegentore vorsieht.

Eine neue Saison bringt auch immer die Suche nach neuen Ritualen. Die Marotte, letzte Woche in Bochum einfach die Socken vom Tag zuvor anzuziehen, hat sich nur begrenzt bewährt (im Nachhinein glücklicherweise). Vor dem Spiel gegen Berlin habe ich mir – unfreiwillig – das linke Hosenbein vom Knie bis zur Tasche mit Senf besudelt. Zur Pause spiele ich also bereits mit dem Gedanken, die Aktion demnächst jedes Wochenende zu wiederholen. Man muss eben Opfer bringen. Ein anderes liefere ich in der Halbzeit beim Fußballgott ab. In Bochum habe ich mich zum selben Zeitpunkt – 3:0 in Führung liegend – von meinem Kaugummi getrennt. Diesmal wird durchgekaut. Selbst wenn sich der Magen so verarscht fühlt, dass er ab der 70. Minute unentwegt knurrt.

Bereits wenige Augenblicke nach dem Wiederanpfiff scheint sich die Hartnäckigkeit bezahlt zu machen. Eine verunglückte Flanke von Bobadilla streift noch die Latte. Zumindest ein Hauch von Absicht dürfte beim schlitzohrigen Minotaurus jedoch immer drin sein. Zweifellos gewollt setzt er wenig später Oliver Neuville in Szene. Mit Gefühl wird der 36-jährige auf die Reise in den Strafraum geschickt. Sein wuchtiger, präziser Querpass muss von Matmour nur noch über die Linie gedrückt werden. Wenn es klappt, sieht es bei der Borussia derzeit so einfach aus. Man muss aufpassen, dass einem nicht schon das Wörtchen „beängstigend“ herausrutscht. Neben mir denkt Sitznachbar Luca einen Schritt weiter und verkündet bereits den zweiten Tabellenplatz, „bei noch einem Tor“. „Noch ein Tor“ gibt es bereits nach wenigen Sekunden zu vermelden, jedoch nicht zu feiern. Matmour klärt, wohl noch im Freudentaumel, etwas fahrlässig zum Eckball. Die Hereingabe von Raffael segelt scharf in den Strafraum und Kacar köpft mühelos aus vier Metern ein. Christofer Heimeroth schießt bei der Gelegenheit gleich einen Satz Passbilder für den Serben. Klebebilder werden es wohl nicht gewesen sein – denn Haftstoff brauchte der Keeper selbst, um wie versteinert auf der Linie zu bleiben.

Eine “Liga-Attraktion” mit “Ekel”-Faktor

Für einen handfesten Skandal sorgt im Laufe der zweiten Hälfte Karim Matmour. Er lässt sich im Strafraum fallen. Einfach so. Frei vorm Tor. Ohne Berührung des Gegners. Reporter Steffen Simon ist in diesem Moment wohl die Kinnlade nicht nur runtergefallen. Sie hat scheinbar eine 720-Grad-Drehung vollführt vor Entsetzen. „Eine ekelerregende Schwalbe“, schießt es in der WDR-Reportage aus ihm heraus. Ich werde selbst vor dem Fernseher schon rot vor Scham, so dass ich mich gar nicht mehr genau erinnere, ob er davor nicht sogar noch ein angeekeltes „abstoßend“ in den Äther geschickt hat. Klar, es ist unnötig, unfair und vor allen Dingen dumm sich in aussichtsreicher Position fallen zu lassen. Ebenso albern ist es jedoch, sich deshalb aufzuführen, als habe die HypoRealEstate 300 Millionen Euro an Steuergeldern für eine rauschende Betriebsfeier mit Kokain und Prostituierten verprasst.

In der Schlussphase macht es Gladbachs storchenbeiniger Algerier besser. In Zeitlupe tankt er sich durch die gesamte Hertha-Hintermannschaft, wird beim Abschluss jedoch von den Kräften verlassen. Auf der anderen Seite weckt ein Schuss von Raffael Reminiszenzen an den ersten Spieltag. Doch weil in Block 19 jemand hustet, dreht der Ball in letzter Sekunde ab und verfehlt den rechten Pfosten um ein halbes Dutzend Mikrometer. Die folgenden Schlussminuten bieten Feldhandball vom Feinsten. Gladbach positioniert sich in und um den eigenen Strafraum herum. Hertha bringt jedoch nur noch eine nervtötende Chance zustande. Kacar will sein 1:2 kopieren, Heimeroth besorgt den nächsten Satz Passbilder. Diesmal sogar zum kleben, Borussias Ersatzkeeper kommt diesmal raus – allein das „Wie“ sorgt für Verwirrung und Verstörung. Kacars Kopfball knallt so wuchtig an die Latte, dass ich kurz damit liebäugele, zum Katholizismus zu konvertieren, um mich aus Dankbarkeit bekreuzigen zu können.

Das letzte Wort des Spiels hat Arango. Sein zweiter Lattentreffer, ein Schlenzer mit der Wucht eines Hammers, setzt den Schlusspunkt unter eine Partie mit viermal Aluminium, drei Toren, zwei engagierten Mannschaften, jedoch nur einem Sieger. Jener Sieger darf sich nach dem besten Saisonstart seit 2003 im Fernsehen nun schon „Liga-Attraktion“ taufen lassen. Verantwortlich dafür sind in erster Linie zwei Südamerikaner, die ihr Geld zwar jetzt noch nicht wieder eingespielt haben, es aber wohl auf jeden Fall wert sind. Nicht zu unterschlagen auch ein Oldie, der mittlerweile kaum noch schwarze, geschweige denn überhaupt Haare hat. Doch wenn Oliver Neuville dieses Niveau über weitere 32-mal 72 Minuten halten kann, dürfte er mit seiner Erfahrung und der immer noch enormen Schnelligkeit im Laufe der Saison Gold wert sein. Die einzige Frage, die sich dann stellen würde: Wohin mit Rob Friend?

W wie weinerlich

Mama Mama, kannst Du bitte bei die Tante Erna anrufen? Ich will nicht mitkommen zum Geburtstagkaffee. Die fragt bestimmt wieder nach meinen Schulnoten und dann muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich in Mathe schon wieder die beste Arbeit hatte. Und der Peter, der ist ja auch so gut in der Schule, der hat in Mathe zwar nur ‘ne Zwei, aber dafür alles andere Eins. Und dann wird Tante Erna wieder anfangen von Peters Freund, Alex, der is’ auch so gut. Dann wird wieder verglichen und bei mir wird alles schlecht geredet – weil meine Schule ja angeblich so einfach ist und deren Klostergymnasium so anspruchsvoll. Früher war ich ja noch nicht so gut, da hauen die ja auch immer drauf. Nachher mischt die Erna wieder extra geraspelte Haselnüsse in den Marmorkuchen, ich kriege ‘nen allergischen Anfall und das is’ ja auch nicht so gut. Das mit den Noten, ich auf der Toilette – das zieht ja die ganze Stimmung runter. Am Ende wird wieder über nix anderes geredet und die Leute gehen nach Hause mit so ‘ner Visage. Erzählen ihren Nachbarn von dem brechenden Jungen mit den guten Noten, der keine Haselnüsse verträgt. Mama, bitte. Bitte ruf’ an!

Verhinderte und Gehinderte

Es gibt Einfälle, die erweisen sich als sprichwörtlicher Griff ins Klo. Auf manch andere Idee trifft das nicht zu – allein der Ort, an dem sie geboren werden, passt zum Sprichwort. Deshalb also ein weiteres Kapitel aus den Tiefen des Statistik-Dschungels, eine Übersicht, auf die ganz Fußball-Deutschland mindestens seit dem Mauerfall gewartet hat.

Nationalspieler mit den meisten Länderspieleinsätzen ohne Titelgewinn:
Michael Ballack: 92  (2 Finalniederlagen)
Miroslav Klose: 88 (2)
Bernd Schneider: 81 (1)
Torsten Frings: 79 (2)
Uwe Seeler: 72 (1)

Verwunderlich ist es nicht, dass hier drei aktuelle und ein gerade zurückgetretener Nationalspieler auftauchen. Schließlich erleidet der DFB gerade die längste titellose Durststrecke seit der Pokalabstinenz zwischen ‘54 und’72. Noch weniger verwunderlich also, dass mit Uwe Seeler ein Spieler aus jener Zeit auf dem fünften Platz auftaucht. Michael Ballack dürfte sich derweil auf dem besten Weg zum titellosen Mitglied des Klubs der 100er befinden.

Nationalspieler mit den meisten Einsätzen ohne Turnierteilnahme:
Richard Hofmann: 25 (Nationalspieler von 1927-1933)
Hans “Bubi” Rohde: 25 (1936-1942)
Ludwig Leinberger: 24 (1927-1933)
Georg Knöpfke: 23 (1928-1933)
Heinrich Stuhlfauth: 21 (1920-1930)

Mit Richard Hofmann hat diese Liste einen Spitzenreiter, der mir bislang ganz ehrlich nicht wirklich bekannt war. Immerhin war er jedoch vier Jahre lang Rekordnationalspieler, gar acht Jahre Rekordtorschütze und kann die sagenhafe Quote von 24 Treffern in 25 Spielen vorweisen – insgesamt fünf Dreierpacks sind darunter. Laut Wikipedia machte die Machtergreifung ‘33 seine WM-Träume jedoch zunichte. Hofmann hatte einen Werbevertrag für Zigaretten angenommen und damit gegen die Amateurregeln verstoßen.

Im Kader ohne Einsatz:
Piotr Trochowski: 22 (2006-heute)
Andreas Hinkel: 21 (2003-heute)
Uwe Rahn: 14 (1984-1987)
Klaus-Dieter Sieloff: 14 (1964-1971)

Trochowski dürfte seine Führung bis zum nächsten Sommer erst weiter ausbauen, um dann ganz aus der Liste auszuscheiden (es sei denn, es kommt etwas dazwischen). Hinkel stand im EM-Kader 2004. Dass er 2010 dabei sein wird, erscheint mir eher unwahrscheinlich. Das eine oder andere Länderspiel wird jedoch drin sein – genug Gelegenheit also, seine bald wieder erlangte Führung weiter auszubauen. Klaus-Dieter Sieloff brachte es derweil sogar fertig, gleich bei zwei Weltmeisterschaften den WM-Touristen zu mimen.

Nie im Kader bei einem großen Turnier nach dem Krieg*:
Paul Freier: 19, 2002-2007
Bernd Dörfel: 15, 1966-1969
Erich Retter: 14, 1952-1956
Erich Schanko: 14, 1951-1954
Erwin Waldner: 13, 1954-1958

Paul Freier darf sich also “Richard Hofmann der Nachkriegszeit nennen”. Die Gefahr, verdrängt zu werden, besteht bei der heutigen Fülle an Länderspielen jedoch ständig. Nehmen wir mal an, Serdar Tasci verletzt sich im Vorfeld der WM 2010, hat sich bis dahin jedoch als Stammspieler etabliert. Spätestens im Frühjahr 2011 gehört Freiers Platz an der Sonne dann der Vergangenheit an. Nix für ungut, Serdar Tasci – nur so ein Beispiel!

*Da es bei nur zwei deutschen Turnierteilnahmen vor dem Zweiten Weltkrieg relativ leicht gewesen ist, eine ordentliche Zahl an Länderspielen anzuhäufen, ohne je bei einem großen Turnier dabei gewesen zu sein, die gleiche Rangliste noch einmal für alle Nachkriegsnationalspieler.