The Berlin Wall is back

Robert Huth steht erstmals seit der WM 2006 wieder im Kader der Nationalmannschaft. Warum er keineswegs als Notnagel nach Basel reist.

Metzelder verletzt. Mertesacker zuletzt mit ungewohnten Aussetzern. Manuel Friedrich erst gar nicht berücksichtigt. Und Westermann eher Kandidat für die Außenbahn. Aufgrund dieser Vorzeichen darf die Nominierung von Robert Huth für das Länderspiel in der Schweiz nicht einmal als Überraschung gewertet werden.

Ohnehin ist der Berliner in Diensten des FC Middlesbrough einer von nur dreizehn einstigen Sommermärchenschreibern im Kader von Jogi Löw für das Spiel gegen Schweiz am nächsten Mittwoch. Von jenen dreizehn können derzeit nur Timo Hildebrand, Arne Friedrich, Michael Ballack und Thomas Hitzlsperger halbwegs überzeugen. Der Rest weilt im Formtief, fristet ein ungewolltes Bankdrückerdasein oder war lange von Verletzungen außer Gefecht gesetzt.

Huth ist dennoch keineswegs ein Notnagel, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Wenn er von Beginn an spielte, kassierte sein Klub in neun Partien nur sieben Gegentore – ohne ihn 37 Treffer in 21 Spielen. Es wäre zwar fahrlässig, den kantigen Verteidiger alleine dafür verantwortlich zu machen. Einen gewissen Anteil muss er jedoch zwangsläufig an diesem Erfolg besitzen. Während auf den Außenbahnen gleich sieben Verteidiger Ambitionen anmelden, was die EM im Juni angeht, sieht es dazwischen derzeit etwas düster aus. Weshalb ein Robert Huth – anders als im Vorfeld der WM 2006 – mit der berüchtigten Spielpraxis auf der Habenseite eine dankbare Alternative sein wird, wenn das angestammte Duo Mertesacker-Metzelder seine Fähigkeiten nicht gemeinsam unter Beweis stellen kann.

Huth ist mittlerweile immerhin 23. Auch wenn er die letzten anderthalb Jahre nur bedingt auf dem Fußballplatz verbracht hat, wird er mit Sicherheit dazu gelernt haben. Weniger technische Aussetzer, mehr Konzentration und Übersicht. Zumindest bleibt uns nur übrig, darauf zu hoffen. Zudem zeigt Huths Nominierung, dass die 23 Tickets für Österreich und die Schweiz alles andere als bereits vergeben sind. Bis zum Mai werden die Karten noch einmal vollkommen neu gemischt. Und der ein oder andere könnte dann sein blaues Kuranyi-Wunder erleben.

20. März 2008 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Die mit dem Adler, Einwurf | Schreibe einen Kommentar

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