Alle Wege führ’n nach Bundesliga

Nicht jeder Spieler ist auch als Trainer groß rausgekommen. Für Torhüter scheint die Chefcoach-Karriere gar so gut wie ausgeschlossen. Auf welcher Position die 18 Bundesligatrainer ihrerzeit aufliefen, in welche Klasse sie es geschafft haben und ob sie sogar für ihr Land spielten, gibt’s hier in der Auflistung.

Wer sich die Vita der Bundesligatrainer ansieht, die derzeit mit ihren Mannschaften auf den ersten fünf Plätzen rangieren, der könnte zu dem Schluss kommen: Früher Nationalspieler, heute Erfolgscoach. Ganz so plausibel ist die Rechnung zwar nicht – bei Labbadia, Frontzeck und Koller hakt es nämlich -, irgendein Zusammenhang muss jedoch bestehen zwischen dem Spieler von damals und dem Trainer von heute.

Vier aus dem 18er-Feld schnupperten auf der Trainerbank erstmals Erstligaluft. Jürgen Klopp spielte zweitklassig, Ralf Rangnick in der dritten Liga, Christoph Daum bei den Amateuren des 1. FC Köln und Bojan Prasnikar seinerzeit in der höchsten Klasse Sloweniens, einer unteren Klasse des damaligen Jugoslawiens. Die ersten drei dieser Reihe lassen durchaus den Schluss zu, dass gerade die weniger arrivierten Ex-Spieler ihren Trainerjob höchst wissenschaftlich und projektartig angehen. Ein Jürgen Klinsmann widerlegt diese These, ausgerechnet sein Nachfolger untermauert sie wieder. Man könnte es jedoch auch einen Generationenkonflikt nennen.

Jürgen Klopp ist der TV-Bundestrainer, der mehr Striche auf Bildschirme gemalt hat als Miró auf Leinwände. Ralf Rangnick hat seinen Ruf weg als unpromovierter “Fußballprofessor”. Christoph Daum ließ seine Spieler über Scherben laufen und findet im Kölner Sportslab seine Neuzugänge in alter “Fußball Manager”-Manier.

Was die vorderen Plätze angeht, gestaltet sich die Erfolgstrainer-Formel also recht logisch. Auch in den hinteren Gefilden, genau gesagt auf den Abstiegsrängen, sieht es deutlich aus: Mit Frontzeck, Meyer und Becker krebsen drei ehemalige Defensivspieler im Keller herum.

Die defensivste aller Positionen sucht man in der Bundesliga-Gilde jedoch vergeblich. Kein einziger Ex-Torwart ist darunter. Überhaupt stellt sich die Frage, welcher Keeper über ein Torwarttrainerdasein hinaus- und als Chefcoach ganz groß rausgekommen ist. Dino Zoff kommt mir spontan in den Sinn. Danach herrscht erst einmal Leere.

Felix Magath (VfL Wolfsburg): Mittelfeld – 1. Liga + Nationalspieler
Jupp Heynckes (Bayern München): Sturm – 1. Liga + Nationalspieler
Lucien Favre (Hertha BSC Berlin): Mittelfeld – 1. Liga + Nationalspieler
Martin Jol (Hamburger SV): Mittelfeld – 1. Liga + Nationalspieler
Markus Babbel (VfB Stuttgart): Abwehr – 1. Liga + Nationalspieler
Jürgen Klopp (Borussia Dortmund): Sturm – 2. Liga
Mike Büskens (Schalke 04): Mittelfeld – 1. Liga
Bruno Labbadia (Bayer Leverkusen): Sturm- 1. Liga + Nationalspieler
Ralf Rangnick (1899 Hoffenheim): Mittelfeld – 3. Liga
Thomas Schaaf (Werder Bremen): Abwehr – 1. Liga
Christoph Daum (1. FC Köln): Amateurliga
Dieter Hecking (Hannover 96): Mittelfeld – 1. Liga
Friedhelm Funkel (Eintracht Frankfurt): Mittelfeld – 1. Liga
Marcel Koller (VfL Bochum): Mittelfeld – 1. Liga + Nationalspieler
Bojan Prasnikar (Energie Cottbus): Sturm – 3. Liga
Michael Frontzeck (Arminia Bielefeld): Abwehr – 1. Liga + Nationalspieler
Hans Meyer (Borussia Mönchengladbach): Abwehr – 1. Liga
Edmund Becker (Karlsruher SC): Abwehr/Mittelfeld – 1. Liga

Macht unterm Strich:
9 Mittelfeldspieler, 5 Abwehrspieler und 4 Stürmer
8 Nationalspieler (5x Deutschland, 2x Schweiz, 1x Holland)
14x 1. Liga, 1x 2. Liga, 3x Amateurliga

06. Mai 2009 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Zahlen, bitte | Schlagwörter: , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Pingback: links for 2009-05-07 | Du Gehst Niemals Allein

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

*