Je ein halber Titel für Bremen und den HSV

Der UEFA-Pokal : Cup der Verlierer? Zweite Liga der Champions League? Donezk und Bremen haben Mittwochabend eine relativ eindeutige Antwort gegeben.

Vor allen Dingen war zu sehen, dass im Finale die zwei besten Mannschaftes eines Wettbewerbs aufeinander treffen können, aber noch lange nicht müssen. Wer weiß, vielleicht wäre Milan beispielsweise bis ins Endspiel durchmarschiert, wenn Pizarro nicht kurz vor Schluss noch getroffen hätte. Der Konjunktiv - Türöffner für alle möglichen Szenarien.

Bremen wirkte über weite Strecken nervös, konnte die Ausfälle von Diego, Mertesacker und Hugo Almeida nicht annähernd kompensieren und ließ den letzten Willen vermissen, aus dieser großen Chance auch etwas Großes zu machen, die berüchtigte Diese-Nacht-wird-die-geilste-unserer-Karriere-Mentalität. Werder bekam in der 35. Minute ein Tor geschenkt, das man vielleicht nie geschossen hätte, egal wann. Doch das Präsent schien nicht wirklich gelegen zu kommen, konnte für keine Befreiung sorgen.

Da die UEFA nicht das Prinzip anwendet, bei dem eine Entscheidung in der Verlängerung offiziell als Unentschieden gewertet wird, kann Bremen also nicht einmal den alleinigen Titelgewinn in der ultimativen Bundesliga-Fünfjahreswertung bejubeln. Geteilt wird – natürlich – mit dem HSV. Ein zusätzliches Entscheidungskriterium, um einen eindeutigen Sieger zu bestimmen, macht nicht wirklich Sinn und würde wohl den HSV vorne sehen, der mit neun Siegen und zwei Unentschieden 20 Punkte errungen hat (im Gegensatz zu Bremen, das seine Spitzenposition unter anderem drei Bonuspunkten für die Teilnahme an der Königsklasse zu verdanken hat). Letztendlich verließ Werder den Platz nur in vier von 15 Partien als Sieger – nicht gerade des Prädikats „titelreif” würdig.

Aus deutscher Sicht ist der Europacup also seit Mittwochabend beendet. Mit 12,687 Punkten wird die Bundesliga die Saisonwertung hinter England, Spanien und Sieger Ukraine auf Rang vier beenden. Italiens vierter Startplatz in der Champions League ist schon für 2011/12 in Reichweite, falls in der kommenden Saison rund 2,7 Punkte aufgeholt werden. Falls sich die Bundesliga bis 2012 gedulden kann, würde es sogar genügen, in der Addition der nächsten zwei Spielzeiten höchstens zwei Zähler hinter der Serie A zu liegen – bei der anhaltenden Krise der italienischen Mannschaft alles andere als Utopie.

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22. Mai 2009 von Jannik Sorgatz
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