“Die Bayern, die machen noch eins. Oder zwei. Oder drei. Oder vier.”

Gestern in Getafe, 88. Minute: “Die Bayern, die darf man erst abschreiben, wenn die im Bus sitzen. Die machen noch einen.”
Sekunden später bekommt Ribéry einen Ball vor die Füße geköpft. Verlängerung.

Getafe geht dank eines Sonntagsschusses und einem typischen Lucio-Aussetzer innerhalb von drei Minuten mit 3:1 in Führung. Der Fisch ist scheinbar “gelutscht” bzw. der Drops “gegessen”. Könnte man eigentlich denken und getrost Zähneputzen gehen. Aber auch nach 114 Minuten gilt: “Die Bayern, die darf man erst abschreiben, wenn die im Bus sitzen. Die machen noch zwei.”
Pato, früher bekannt als Roberto Abbondanzieri, wirft kurz vor dem Ende ernsthafte Fragen auf, warum gerade er sich einen Künstlernamen zugelegt hat. Toni staubt nach seiner gekonnten Ballaufnahme ab, wie Toni das nun einmal gerne tut.

Als die letzte Minute anbricht, geht Oliver Kahn mit nach vorne. Er scheint seine Europacup-Karriere eigenhändig vom Tropf wieder ins blühende Leben befördern zu wollen. Prompt schießt mir der Mannschaftsbus ein weiteres Mal in den Kopf.
Sosa flankt in den Strafraum, Toni steigt am höchsten, der Ball setzt tückisch auf und Patos künstlerische Fähigkeiten reichen wiederum nicht aus, um den berühmten “Bayern-Dusel” vor seiner Reinkarnation zu bewahren.

Vor sieben Jahren, wie beim Champions-League-Endspiel gegen Valencia, hätte ich vor Wut noch in die Couch gebissen. Doch inzwischen habe ich realisiert, dass Europacup-Bayern gute Bayern sind. Schließlich tragen ihre Punkte dazu bei, dass weiterhin der dritte Platz die Champions-League-Quali bedeutet und dieser Rang meiner Borussia im nächsten Jahr damit schon genügen würde.
Ok, vergessen wir den letzten Satz. Ich glaub’, ich muss ins Bett. Ich halluziniere.

11. April 2008 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Auswärtiges Amt | Schreibe einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

*