In fünf Etappen nach Europa

Fünf Siege sind zwar nicht genug, um den Pokal zu gewinnen. Wer sich mit einem Startplatz im Europacup jedoch schon zufrieden gibt, der hat sein Soll damit häufig erfüllt.

Denn in der Regel genügen fünf Siege, verteilt auf rund sieben Monate. Der erste ist meist so gut wie geschenkt. Danach schadet ein bisschen Losglück nicht, um den Einzug ins DFB-Pokalfinale zu besiegeln. Selbst Formschwankungen werden verziehen. Die Schwächephasen sollten nur nicht mit fünf expliziten Daten kollidieren, die sich wild über eine Saison verteilen.

Vor zehn Jahren, am 19. Mai 1999, standen sich Lazio Rom und Real Mallorca im letzten Endspiel des Europapokals der Pokalsieger gegenüber. Gut drei Wochen später ging es im Berliner Olympiastadion also erstmals nicht mehr um einen Startplatz in jenem Wettbewerb, der nun der Geschichte angehörte. Ab jenem Aufeinandertreffen von Werder Bremen und Bayern München, das die Hanseaten im Elfmeterschießen für sich entschieden, qualifizierte sich der DFB-Pokalsieger für den UEFA-Cup.

Falls er sich vorher schon über die Bundesliga ein Ticket für Europa gesichert hatte, fiel dem unterlegenen Verein die unverhoffte Ehre zu, auf europäischer Bühne anzutreten. Falls beide Finalisten auf den ersten fünf (bzw. anfangs sechs) Plätzen gelandet waren, durfte der erste Verein hinter den Europacuprängen das Ticket übernehmen.

Genau zweimal in zehn Jahren war dies bislang der Fall. 2002 trafen Schalke, Fünfter des Bundesliga, und Leverkusen, Vizemeister, aufeinander. Bremen profitierte. Drei Jahre danach hieß das Endspiel Bayern (Meister) gegen Schalke (Zweiter). Leverkusen zog in den UEFA-Cup ein. Ansonsten besaß der Pokalsieger in acht von zehn Fällen ohnehin schon ein Ticket für Europa.

Bislang durfte sich sechsmal selbst der Verlierer freuen. Und so feierten unter anderem ein Zweitligist (Alemannia Aachen) und ein sogar Regionalligist (Union Berlin) den Einzug in den Europacup. Außerdem gehörte je zweimal der 13. und 14. der abgelaufenen Bundesliga-Saison zu den Glücklichen.

Das elfte DFB-Pokalendspiel, seitdem Rom und Mallorca den Pokalsiegerwettbewerb zu Grabe trugen, bietet heute Abend also eine ganz neue und viel reizvollere Konstellation als in den Jahren zuvor. Weder Bremen noch Leverkusen hat sein Europacup-Ticket sicher. Zum ersten Mal in zehn Jahren treffen zwei Vereine aufeinander, für die es um alles oder nichts geht. Beide können einige Wunden heilen. Einen Lucky Loser wird es aber definitiv nicht geben.

dfb-pokalsieger-lucky-loser

30. Mai 2009 von Jannik Sorgatz
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