Im Zweiten wird’s wohl besser – 3. Akt:
Dankesrede

Gladbach Motivbild

Bremen 3:0 Gladbach – kein Fußball, kein Fernseher, ein geretteter Sonntag.

Und zum Schluss möchte ich noch meiner Mutter danken.

Wäre der Sonntag eine Award-Verleihung gewesen, hätte ich mich wohl so für den Hauptpreis bedankt. Denn der 50. Geburtstag meiner Mutter und die dazugehörige Feier haben definitiv den Tag gerettet. Kein Fußball, keine einzige Live-Minute – selten war ich so dankbar, ein Gladbach-Spiel nicht sehen zu können („zu müssen“ trifft es in diesem Fall wohl besser). Letztmals war das diesen Februar der Fall. Die Borussia spielte auswärts, spielte grottenschlecht – und spielte in Bremen. Damals hatte Gladbach “mehr Bailly als Verstand”. Diesmal schränkte Christofer „Bahnschranke“ Heimeroth alle Chancen auf einen Punktgewinn gehörig ein (was er zumindest in Hälfte zwei wieder etwas relativierte). Doch wenn die gesamte Mannschaft scheinbar aufgetreten ist, als sei sie noch kurz zuvor Gast auf dem Geburtstag meiner Mutter gewesen, dürfte es zu einfach sein, einen einzigen Sündenbock zu suchen. Es riecht nach einer ganzen Herde.

Irgendwie exemplarisch für die Reinkarnation des Meyer’schen Destruktivismus: Gleich drei Sechser schickte Michael Frontzeck (offenbar in der vergangenen Woche in regem Kontakt mit „dem alten Fuchs“) von Beginn an auf den Platz – geradezu diabolisch. Draußen blieb Oliver Neuville, der gegen die Hertha noch als grauhaariger Wirbelwind ein ganzes Stadion verzückt hatte. Ob es der Spielertyp Neuville nicht vielleicht geschafft hätte, die Bremer Sequoia-Fraktion in der Innenverteidigung wenigstens eine Stunde lang in Verlegenheit zu bringen, das werden wir jetzt auch nicht mehr herausfinden.

Fest steht, dass eine Pleite in Bremen immer im Kalkül liegt und einen für Borussen-Verhältnisse bombastischen Saisonstart nicht völlig vergessen macht. Doch wie so oft ist es das „Wie“, das für leichte Verunsicherung, Verwirrung und Verzweiflung sorgt. Filip Daems und Logan Bailly werden weiterhin schmerzlich vermisst. Arango hat sich – seine Erwähnungen im ARD-Spielbericht als Gradmesser – scheinbar eine 90-Minuten-Auszeit genommen. Bobadilla fehlt noch die letzte Vollstrecker-Mentalität. Und die Kandidaten für die Einzel-, Doppel- oder diabolische Dreier-Sechs haben sich längst noch nicht gefunden. Wer sich diesen enormen Haufen Arbeit ansieht, der kann sich glücklich schätzen, dass wir bereits vier Zähler auf dem Konto haben und in der zweiten Runde des DFB-Pokals stehen.

Um die gute Vorarbeit abzurunden, gibt es nun am kommenden Freitag gegen Mainz nur ein einziges Ziel: Drei Punkte, ohne wenn und aber. Sonst wird aus dem Traumstart voller Lobhudelei ganz schnell ein Auftakt mit der Strahlkraft einer Energiesparlampe. Ein mahnendes Wort, dass die Bayern in Mainz ja gehörig baden gegangen sind, dürfte nicht vonnöten sein. Schließlich thronen wir noch immer vier Plätze über dem Rekordmeister.

24. August 2009 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | 2 Kommentare

Kommentare (2)

  1. Pingback: Meine Saison mit dem SVW | 3. Spieltag: Immer wieder Gladbach

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