Laissez les abonnements rouler

Am 4. Juli wurde aus Premiere Sky. Im Programm hat sich nur wenig geändert. Das Hickhack um Kündigungen, Neu-Abonnements und treue Kunden sorgt dagegen für Verwirrung.

Da soll noch einer der vielen Pay-TV-Gebeutelten wettern, bei Sky bekäme man rein gar nichts geschenkt. Wer jetzt abonniert, bekommt bis Ende Januar den Europacup für – umsonst. Macht ab heute rund viereinhalb Monate mal zwölf Euro Ersparnis plus einen möglichen Bonus von 20 Euro bei Online-Bestellung. Auf ein 24-Monats Abo gerechnet sind das, alleine auf das Champions- und Europa-League-Geschenk bezogen, mehr als zwei Euro weniger im Monat. Klingt jetzt zwar nicht gerade nach einem Geldregen für Neu-Abonnenten. Aber wer es so dicke hat, sich darüber nicht freuen zu müssen, der wird sich ja auch vorher nicht aufgeregt haben.

In den sprichwörtlichen Arsch beißen sich mal wieder all die treuen Premiere/Premiere digital/Premiere World/Premiere-Pendler, die seit mehr als 18 Jahren all das Hickhack über sich ergehen lassen, weil sie im Prinzip nur eines wollen: Fußball gucken – live. Treueprämien, Werbegeschenke, Wechselerleichterungen sind Fehlanzeige. Stattdessen quälen sich frustrierte Alt-Abonnenten mit undurchsichtigen (auf Papier für die Generation Ü40 kaum lesbaren) Geschäftsbedingungen herum. Oder senden Stoßgebete zum Himmel, um bei der Kundenhotline endlich ein persönliches Gespräch zu erhalten.

Letzten Sommer, im Juli 2008, erfolgte in den heimischen vier Wänden die Rückkehr vom dahinsiechenden Arena zurück zu Premiere. „Wie einst in Fátima“ fühlte ich mich, als es das Sport-All-Inclusive-Paket für nur 19,99 pro Monat gab. Ein freundlicher Vertrag über 12 Monate ließ alle Optionen offen für den Fall, dass die Übertragungsrechte in diesem Jahr erneut den Besitzer wechseln sollten. So kam es nicht, Premiere alias Sky blätterte die Kohle hin. Das Abo lief Mitte Juli trotzdem aus. Die heimische Oberfinanzdirektion ließ die Kündigungsfrist verstreichen. Schließlich wollten wir bleiben. Was passieren würde, war aufgrund der Namens- und Paketänderung jedoch ungewiss. Am 4. Juli 2009 wurde aus Premiere Sky.

In Punkt 7.1 der alten Premiere-AGB heißt es:

„Der Vertrag […] verlängert sich automatisch um weitere 12 Monate, wenn nicht entweder der Abonnent oder Premiere jeweils sechs Wochen vor Ablauf der Vertragslaufzeit schriftlich kündigt.“

Das geschah schließlich, war auch so beabsichtigt.

Weiter steht dort:

„Die Verlängerung erfolgt zu den vereinbarten oder, soweit zwischenzeitlich eine Preiserhöhung stattgefunden hat, zu den zum Zeitpunkt der Verlängerung gültigen erhöhten Abonnementgebühren für ein 12-Monats Abonnement. Soweit eine Verlängerung zu erhöhten Preisen erfolgt, wird Premiere den Abonnenten rechtzeitig, aber mindestens 8 Wochen vor Beginn der neuen Vertragslaufzeit über die Preiserhöhung individuell.“

Am 3. August wurde die Abo-Gebühr erstmals zu den neuen Konditionen abgebucht. 39,99 Euro für ein 2er-Paket, das es so bei Sky eigentlich gar nicht gibt: Sport-All-Inclusive – jedoch ohne das leidige „Sky Welt Extra“ mit seinen Krimi-, Heimat-, Kinder- und Dokukanälen. Der Preis hat sich also gleich verdoppelt. Jenes jetzt abonnierte Paket kostete seinerzeit im Sommer 2008 39,99 Euro – heute, wie gesagt, existiert es gar nicht mehr. Im alten Vertrag kann man lesen, was nach Ablauf der Kündigungsfrist konkret geschehen sollte:

„Sie zahlen für ihr Abonnement monatlich den dann gültigen Standardpreis.“

Doch was zahlt man für ein Abo, das es so gar nicht mehr gibt?

Wie sind 39,99 Euro also einzuordnen? Als Preiserhöhung oder als Angleichung an im August 2008 vereinbarte Preise? „Vereinbart“ wurde damals eine Angleichung an „den dann [im Sommer 2009 gültigen] Standardpreis“ – den es nicht mehr gibt. Nun ist es nicht zu verhehlen, dass es kein Nachteil ist, sich „Sky Welt“ zu sparen. Doch für 39,99 Euro erhalten wir, auf den einzelnen Euro gerechnet, weitaus weniger als für 44,99. Bundesliga und 2. Bundesliga kosteten bei Premiere 19,99 Euro. Für 32,90 Euro gibt es aktuell die beiden höchsten Spielklassen und zusätzlich das Paket „Sky Welt“, das einzeln 16,90 Euro kostet.

Wem jetzt schwindelig ist, dem sei das verziehen. Schließlich weiß ich ja selbst nicht mehr, wo und wie letztendlich was gilt. Eine schriftliche Benachrichtigung hat es seitens Sky übrigens niemals gegeben. Egal wie man es jetzt dreht – wer letztendlich der Glückliche, wer der Gelackmeierte ist, lässt sich nicht endgültig sagen.

13. September 2009 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Einwurf, TV, Radio, Print & Internet | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Schwindelig ist uns mit Sky auch geworden. Wir hatten noch den Arena-Receiver und haben Sky telefonisch neu bestellt. Bekamen nach drei Wochen ein “Entschuldigungsschreiben”, dass sie sich noch nicht gemeldet hätten, netterweise an Herrn Monica B. Seitdem versuchen wir, telefonisch eine Auftragsbestätigung über den Vertrag zu erhalten, natürlich immer über eine 018er-Nummer.
    Erstaunlicherweise können wir Sky gucken, aber auch nur, nachdem wir eine Freischaltung telefonisch eingefordert haben.
    Abgebucht wurde natürlich fleissig, und auch mehr, als in der Werbung angekündugt, denn von einer Freischaltungsgebühr liest Du nirgendwo.
    Leider gibt es keine wirkliche Alternative, so leiden wir gemeinsam.
    Grüsse aus der Oberbilker Borussenfankurve
    Elke

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