Der Größte

Warum Kristof van Hout von niemandem übertroffen wird und manchmal dennoch jemand an ihm vorbeikommt.

Größe wird im Fußball selten in Zentimetern gemessen. Denn auf die Größe kommt es nicht an. Zumindest nicht auf die, die im Personalausweis eingetragen wird. Klar, ein Zwei-Meter-Schlacks als rechter Außenverteidiger ist nicht die Regel. Im Sturmzentrum wiederum wird man selten einen 1,68-Knirps finden, der die Flanken der (eben nicht zwei Meter großen) Flügelspieler mit dem Kopf ins Tor befördert. Apropos Tor – auch alle Keeper unter 1,80 Meter sind schon wahre Exoten.

Und so verhält sich der Fußball in Sachen Körpergröße dennoch wie in so manch anderem Bereich: Er ist für (fast) alle da. Der größte Weltfußballer des Jahres in der Historie war Ruud Gullit mit 1,90 Meter. Diego Maradona, sein Gegenstück am anderen Ende des Maßbandes, ist 25 Zentimeter kleiner. Auch Lionel Messi wird das nicht unterbieten können.

Während der “Seven-Footer”, also ein Spieler über 2,13 Meter, im Basketball ein gängiger Begriff ist, gibt man sich im Fußball eher unpräzise mit “baumlangen Hünen” und “quirligen Zaubermäusen” zufrieden. Bezeichnend also, dass man jeden noch so nebensächlichen Rekord aufzählen kann, aber nicht wie aus der Pistole geschossen zu sagen vermag, wer der derzeit größte Fußballprofi der Welt ist (in Zentimetern).

Glaubt man dem heiligen Enzyklopädie-Gral Wikipedia, darf sich der belgische Torwart Kristof van Hout von Standard Lüttich mit diesem Titel schmücken. Wenn der im Tor steht (und das ist bei 2,08 Meter nicht mehr so selbstverständlich), sieht das so aus. Und auch Werbetafeln verlieren bei Interviews ihr Aufmerksamkeitspotential. Der Größte eben.

10. Dezember 2009 von Jannik Sorgatz
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