Fränkische Verwirrung auf griechische Art

Was zeichnet Manfred Kaltz, Per Røntved und Franz Beckenbauer aus?
Sie haben die meisten Eigentore in 44 Jahren Bundesliga erzielt. Angelos Charisteas hat gestern ihre Verfolgung aufgenommen. Und kann nur beten, dass Otto Rehhagel samstags um vier mit Beate Kaffee trinkt.

Da ist man einmal großzügig mit den Lorbeeren und schon macht sich der Eindruck breit, die Bundesliga hätte sich bis heute genügsam auf denselben ausgeruht. Ein torloses Freitagsspiel, elf Tore in sechs Spielen am Samstag – das war mehr als bescheiden. Kurios: Nach einer halben Stunde waren insgesamt erst drei Treffer gefallen, davon zwei Eigentore.

Hierzu ein Eintrag vom Ticker auf Kicker-Online zum 1:0 für Wolfsburg gegen Nürnberg:
„Nach einer eigentlich geklärten Flanke gewinnt Madlung das Kopfballduell und bringt den Ball vors Tor, wo Charisteas unbedrängt über Blazek ins eigene Gehäuse köpft.“
Wer hier als Nürnberger Anhänger nicht ganz im Bilde ist, was die Neuzugänge seines Clubs angeht, könnte beim ungenauen Lesen dieser Nachricht leicht verwirrt werden:
‘Mensch, dieser Charisteas. Hätten wir den bloß gekauft. Wie schön der den Blazek überlupft hat. Eiskalt vor dem Tor.’
Äh, Entschuldigung…den Angelos Charisteas habt ihr bereits gekauft. Nur eigentlich für Tore auf der anderen Seite. Der Kopfball ging leider „ins eigene Gehäuse“.

Ironischerweise hat der Grieche dieses Jahr schon leichtere Einschussmöglichkeiten in den Sand gesetzt. Deutschen Arbeitnehmern wird bei solch chronischer Jobflaute heutzutage gerne eine Neuorientierung nahe gelegt. Vielleicht sollte sich auch Charisteas nach Alternativen umschauen. Hierzu der Vorschlag der “Bundesagentur für Arbeit” mit hoher Erfolgsaussicht: Abwehrspieler.

27. Oktober 2007 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Innenrist, TV, Radio, Print & Internet | Schreibe einen Kommentar

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