Der posttraumatische Pfaff

Es ist eine dieser Stellungnahmen aus der Kategorie “Wir befragen verdiente Ex-Spieler einer (National-)Mannschaft, auch wenn die wahrscheinlich nur Floskeln loslassen”. Nachzulesen im ZDF-Videotext:

Auf jeden Fall sollten die DFB-Kicker das Team aus dem Nachbarland besser nicht unterschätzen. Die Belgier könnten ebenfalls mit dem Ball umgehen und seien vor allem bei Einwürfen und Freistößen gefährlich, so Pfaff, der auf ein 1:1-Unentschieden hofft.

Es ist ein einziges Wort in diesen beiden Sätzen, an dem man hängen bleibt: an den “Einwürfen”. Jean-Marie Pfaff hat sechs Jahre für den FC Bayern gespielt und 61 Länderspiele für sein Heimatland Belgien absolviert. Bundesligageschichte schrieb er bekanntlich bereits bei seinem Debüt im Bayern-Tor. Bei einem Einwurf von Werder-Stürmer Uwe Reinders bewies Pfaff, dass man tatsächlich sogar auf diese Weise – wenn auch auf Umwegen – ein Tor erzielen kann.

Eine besondere Stärke der Belgier bei Einwürfen hat sich selbst ins grenznahe Gebiet nicht herumgesprochen. Da Eckbälle nicht explizit erwähnt werden, ist davon auszugehen, dass Pfaff diese angebliche belgische Spezialität namens Pommes, Pralinen Einwürfe wortwörtlich ausgesprochen hat. An die Adresse von Joachim Löw sei deshalb nur gerichtet: Das angefügte Video anschauen und Pfaffs Warnung in die Schublade mit den posttraumatischen Störungen ehemaliger Fußballer stecken.

01. September 2010 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Die mit dem Adler | Schlagwörter: , , , , | 4 Kommentare

Kommentare (4)

  1. Keine Frage, wenn Pfaff so zitiert wird, kann man gar nicht anders… wenn man denn damals schon auf der Welt war und Sportschau sehen konnte.

    Aber Du? Wie kannst Du Dich daran erinnern können, Du junger Hüpfer? ;-)

  2. Ich kenn’ doch genug “alte” Leute wie Dich.;) Spaß beiseite, Pfaff und Einwürfe gehören für mich zusammen wie Laumen und Pfostenbruch, Kutzop und Elfer an den Pfosten.

  3. Stimmt ja – sogar für Kutzop bist Du zu jung…

  4. Eigentlich ziemlich schade, dass man aus der Vorzeit der Rundum-Überwachung, äh, -Übertragung der Bundesliga sicher eine ganze Menge ähnlicher bzw. ähnlich einzigartigen Ereignisse nicht kennt, nie gehört, nie gesehen. Höchstens verstaubend in irgendwelchen Aufzeichnungen damaliger Spieler oder Reporter. Was es nicht bei youtube zu sehen gibt, gibt es nicht.

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