Wikipedia-Wissen III: Nationalelfrundumschlag

Ja, ich liebe Auflistungen, Zahlen und Statistiken. Am besten ist es, wenn alle drei Dinge irgendwie zusammen kommen. Der Wikipedia-Artikel Deutsche Fußballnationalmannschaft/Statistik hat zwar schon zwei Jahre auf dem Buckel, übersehen habe ich ihn jedoch bis heute. Hier eine Art EEG von mir, das während des Stöberns in Zahlen aus 102 Jahren Nationalelf-Geschichte angefertigt wurde.

Die jüngsten Spielführer

Beim LänderBei irgendeinem Fußballspiel, das im August in Kopenhagen stattfand, trug Serdar Tasci ab der 66. Minute die Kapitänsbinde. Damit war er der jüngste seit Stanislaus Kobierski – der im Dezember 1933 in seinem elften von insgesamt 26 Länderspiel zum ersten und einzigen Mal die Ehre hatte.

Viererpacks

Was haben ein heute knapp 38-Jähriger und ein I-Dötzchen gemeinsam?

Beide wurden am 27. Mai 2004 erstmals Zeuge des seltenen Ereignisses, dass ein deutscher Nationalspieler mindestens vier Tore erzielt. Neben Michael Ballack beim 7:0 gegen Malta gelang dies außerdem Lukas Podolski und Mario Gomez in diesem Jahrtausend. Vor Ballack war Gerd Müller 1972 gegen die Schweiz der letzte vierfache Torschütze gewesen.

Tore gegen “Topteams”

Die Anführungszeichen bei den “Topteams” sind ganz bewusst gesetzt. Schließlich ist es doch ziemlich fragwürdig, nur Mannschaften in diesen Kreis aufzunehmen, die am Tag der Torerfolges +/- fünf Jahre wenigstens das Halbfinale einer WM oder EM erreicht hatten. Miroslav Klose, der mit einer Quote von vier aus 53 Treffern ziemlich schlecht abschneidet, kann sich somit glücklich Schätzen, dass sein Tor gegen Griechenland im Jahr 2001 dadurch berücksichtigt wird. Außerdem traf der 32-Jährige bei der EM 2008 gegen Portugal und die Türkei sowie vergangenes Jahr in Russland.

Bemerkenswert in dieser Statistik: Andreas Brehme, der alle seine acht Länderspieltore gegen so genannte “Topteams” erzielt hat.

Tore in der 1. Spielminute

Loréal-Model und Banner-Verteiler Oliver Bierhoff ist hier der einzige, der sich gleich zweimal in die Liste eintragen konnte. Zwischen 1942 und 1985 hat es übrigens keinen einzigen Frühstart dieser Art gegeben.

Tore in der letzten Spielminute und in der Nachspielzeit

Bierhoff bleibt diesmal nur Platz zwei. Seine drei Last-Minute-Tore werden übertroffen von Oliver Neuville, der viermal erfolgreich war. Während seine Treffer zum 1:2 in der Türkei und das 6:0 sowie das 7:0 gegen Luxemburg weitgehend wertlos blieben, machte er sich am 14. Juni 2006 geradezu unsterblich. Neuville rutschte in David Odonkors Flanke und erzielte das 1:0 gegen Polen. Mit einer derartigen Prominenz kann wohl nur Karl-Heinz “Ausgerechnet” Schnellingers Ausgleich im WM-Halbfinale von 1970 mithalten – auch wenn einige bekannte Treffer in der Liste sind.

Die häufigsten Ergebnisse

75x 1:1
73x 1:0 und 2:1
72x 2:0

Platzverweise

22 deutsche Nationalspieler flogen in 838 Länderspielen bislang vom Platz. Thomas Berthold, Christian Wörns und Carsten Ramelow hatten die üppigen und weniger üppigen Duschräume der Welt gleich zweimal ganz für sich alleine. Knapp drei rote oder gelb-rote Karten auf 100 Länderspiele wirken verschwindend gering, natürlich. 1928 gab es erst den ersten Platzverweis, die gelb-roten Karten wurden 1991 eingeführt und eine beachtliche Anzahl Länderspiele ging unter dem Namen “Freundschaftsspiel” in die DFB-Geschichte ein. Repräsentativer ist da der Vergleich mit den Gegnern: Gleich 39 von ihnen flogen vom Platz. Was vielleicht damit zu erklären ist, dass man früher seltener gegen Argentinien oder Uruguay spielte. Mit je drei Hinausstellungen halten die nämlich den Rekord.

Länderspielgegner

Albanien ist Deutschlands Rekordgegner in EM-Qualis (8x), wird im Oktober jedoch von der Türkei überboten werden. Was Qualispiele zu Weltmeisterschaften angeht, liegt Albanien schon auf Platz zwei (6x) hinter Finnland mit neun Duellen. Insgesamt 14-mal hat die DFB-Elf gegen Albanien gespielt. Wer kurz zusammenrechnet, wird schnell merken: Ein Freundschaftsspiel war noch nie dabei. Zum Vergleich: Elf von 13 Duellen mit Rumänien gingen zumindest auf dem Papier freundschaftlich über die Bühne

Schreckgespenster

Nach 1954 ist es Hristo Stoichkov als einzigem gegnerischen Spieler gelungen, mindestens vier Tore (in mehreren Partien) gegen die deutsche Nationalmannschaft zu erzielen. Ungarns Sturmlegende Imre Schlosser hat mit insgesamt acht Treffern in dieser Wertung Deutschland die Nase vorn.

Und Aserbaidschan?

War lediglich einer von 14 Länderspielgegnern, gegen die Deutschland noch nie ein Tor kassiert hatte. Dass das nicht so blieb, verursachte der Keeper wenig überraschend selbst…

07. September 2010 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Die mit dem Adler, Zahlen, bitte | Schlagwörter: , , , , | 5 Kommentare

Kommentare (5)

  1. Wo ich “Schreckgespenster” lese, gibt es Spieler denen es gelungen ist einem Spiel 4 Tore gegen D zu erzielen? Und wem gelangen deren 3?

  2. Blind fallen mir Sergio Conceicao und Michael Owen an – jeweils dunkle Stunden der Nationalmannschaft.

    Edit: Steht auf der oben verlinkten Seite ganz unten. Jede Menge mit drei, drei mit vier Toren.

  3. Danke. Habs bei Wiki irgendwie übersehen.

  4. Das hier find ich schon bemerkenswert (und ich meine nicht das Komma):

    “In der letzten Spielminute inkl. der Nachspielzeit fielen mit 50 Toren, die meisten Treffer aller Spielminuten.”

    Wenn auch gleichzeitig wieder nicht.

  5. Gut geschrieben!

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