Wölfe im Schalkepelz

Was West und Ost am Mittwoch verbockt hatten, konnte der Norden gestern Abend ausbügeln: Nach Schalkes und Herthas Pleiten brachten der HSV und Wolfsburg den deutschen Fußball zurück in die Spur.

Bukarest, Heerenveen, Braga, Portsmouth – die Größen des europäischen Fußballs heißen mit Sicherheit anders. Dass der VfL Wolfsburg derart souverän die Gruppenphase des UEFA-Cups meistern würde, war dennoch so nicht zu erwarten. Wie die interne Fünfjahreswertung zeigt, haben nur die Bayern die Bundesliga international bislang besser vertreten als der VfL. Magaths Wölfe wecken damit durchaus berechtigte Hoffnungen, dass der Europacup im März oder April aus deutscher Sicht nicht zur rein bayerischen Angelegenheit verkommt.

Denn obwohl die Gegner noch keine richtigen Prüfsteine waren, hat Wolfsburg vor allen Dingen vor des Gegners Tor brilliert. Zwar hatte bei den Wölfen in der 1. Hauptrunde das Prinzip “mühsam ernöhrt sich das Eichhörnchen” Vorrang (ein 1:0 und ein 1:1 gegen Rapid Bukarest). Doch spätestens jetzt suchen die Niedersachsen ihr Heil in der Flucht nach vorne – mit Erfolg. Heerenveen wurde nach 0:1-Rückstand mit 5:1 abgefertigt. Gegen Braga stand trotz zweier Rückstande am Ende ein 3:2 zu Buche. Und auch gestern gegen Portsmouth lag der VfL zwischenzeitlich mit 1:2 zurück, gewann letztendlich erneut mit 3:2. Die interne Fünfjahreswertung auf Entscheidend is auf’m Platz quittiert diesen Zwischenspurt mit einem Sprung vom sechsten auf den zweiten Rang innerhalb von acht Tagen.

Und wo ich gerade schon dabei war, Wolfsburgs Gegner klein zu reden: Schalke verlor gestern bekanntlich in Enschede – genau wie Heerenveen ein holländischer Vertreter. Letzte Woche zogen die Königsblauen gegen Manchester City den Kürzeren – die Engländer sind trotz Millionenspritzen nur 15. in der Premier League. Portsmouth belegt dagegen, und das sagt eigentlich schon alles über die Lage der Nation auf Schalke, den achten Platz. Wenigstens ist S04 auf diese Art und Weise den leidigen zweiten Platz losgeworden.

05. Dezember 2008 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Auswärtiges Amt, Innenrist | Schreibe einen Kommentar

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