Rückpass St. Pauli und Schalke: Ab und Auf

Das 1:2 gegen St. Pauli war nach den vorhergegangenen Klatschen bereits ein Fortschritt, das 2:2 auf Schalke erst Recht. Nun gilt es den leichten Aufwärtstrend zu bestätigen – bestenfalls schon am Samstag gegen Wolfsburg.

St. Pauli (1:2)

Logan Bailly (Kicker-Note 3,5): Es konnte nur bergauf gehen nach dem Stuttgart-Spiel und das ging es tatsächlich. Auch wenn Bailly bei dem 1:1 durch Asamoah wieder einmal nicht seinen Fünfmeterraum im Griff hatte, dürfte die 3,5 in Ordnung gehen. Hielt beispielsweise in der Nachspielzeit gut gegen Asamoah.

Filip Daems (Kicker-Note 3,5): Auch der Captain zeigte sich im Vergleich zu seiner 6er-Leistung verbessert, fand offensiv jedoch einmal mehr nicht statt. Insgesamt zu wenig und deshalb eine 4.

Roel Brouwers (Kicker-Note 4): Beim 1:1 völlig desorientiert, holte den Elfmeter für St. Pauli dann mit seinem ungeschickten Einsteigen regelrecht selbst heraus. Alles in allem ein ständiger Gefahrenherd, der effektiv zu viele Tore unmittelbar verschuldet – statt einer 4 deshalb eine 5.

Anderson (Kicker-Note 4): Agierte sehr unauffällig, d.h. auch mit wenigen Schnitzern. Dank ihm war von Paulis Ebbers wenig bis gar nichts zu sehen. Wie der Kicker auf dieselbe Note kam wie bei Brouwers – rätselhaft. Kleine Steigerung auf eine 3,5.

Tobias Levels (Kicker-Note 4): Ganz am Ende mit seiner besten Aktion, als er Kessler mit einem Schuss prüfte. Ansonsten mit mehr Vorwärtsdrang als Daems, aber trotz allem nicht erfolgreicher bei seinen Ausflügen. Die 4 geht in Ordnung.

Michael Bradley (Kicker-Note 5): Kein gutes Spiel von Bradley, der einmal mehr durch seine hohe Fehlerquote auffiel. Konnte dem Spiel nach vorne so nur wenige Impulse geben. Die Kontinuität lässt weiter auch sich warten, die 5 deshalb ok.

Thorben Marx (Kicker-Note 3,5): Trat schon wieder mehr als der solide Arbeiter auf. Insgesamt ein typisches Marx-Spiel – geackert, hinten dicht gemacht und vorne wenig bewirkt. Es bleibt bei einer 3,5.

Juan Arango (Kicker-Note 3,5): Allein sein Freistoß an den Außenpfosten war das Eintrittsgeld wert. Dass sein Tor zum 1:0 weniger spektakulär ausfiel, kann man Arango ja nicht vorwerfen. Machte den schwachen Auftritt von Stuttgart auch mit Einsatz wieder wett. War alles in allem bester Borusse – 3.

Marco Reus (Kicker-Note 4): Einmal mehr gelang ihm wenig von dem, was er sich vornahm – und das war oft zu viel. Seine Leistung scheint sich zum Spiegelbild der Borussia zu entwickeln. Gegen St. Pauli war er schon nicht mehr so phlegmatisch wie gegen Frankfurt und Stuttgart, aber dennoch wenig effektiv – die 4 kann man geben.

Patrick Herrmann (Kicker-Note 3,5): Mit ordentlicher erster Hälfte, danach aber sehr unauffällig. In brenzligen Situationen wie nach dem 1:1 ist er derzeit noch eher Hindernis als Hilfe, mehr als eine 4 ist da nicht drin.

Mo Idrissou (Kicker-Note 4): Hätte bei konsequenter Regelauslegung schon für seine Kung-Fu-Einlage gegen Zambrano runterfliegen können. Ob es ihn dann in der Nachspielzeit zurecht erwischte, ist weiter unklar. Stieg vor dem 1:0 entschlossen zum Kopfball hoch und markierte seinen fünften Scorerpunkt. Fand ansonsten – auch mangels Unterstützung – nur selten zu seinem Spiel. Es bleibt bei der 4.

Raul Bobadilla (74. eingew., keine Note): Fünfte Einwechslung, zum fünften Mal engagiert, zum fünften Mal ohne nennenswerten Ertrag geackert. Der Versuch, einen Elfmeter gegen Kessler rauszuholen, scheiterte kläglich.

Karim Matmour (78. eingew., keine Note): Wie es aussieht, wird dies auf längere Zeit der letzte Auftritt des Algeriers gewesen sein. Strengte sich – anscheinend unter großen Schmerzen – durchaus, konnte wie Bobadilla an der Pleite jedoch nichts ändern.

Kicker-Schnitt: 3,86
Mein Schnitt: 3,95

Schalke (2:2)

Logan Bailly (Kicker-Note 3,5): Der Kicker ist etwas inkonsequent: Gegen St. Pauli gab es eine 3,5 für Bailly, dieselbe Note gegen Schalke. Da näherte sich der Keeper jedoch schon wieder der ersehnten Form, entschärfte beispielsweise einen Freistoß von Rakitic großartig. Natürlich ging es nicht ohne kuriosen Ausflug aus dem Fünfmeterraum wie kurz vor dem Ende. Dennoch gibt es eine 3 der Solidarität – möge das Formtief langsam enden.

Filip Daems (Kicker-Note 2,5): Mit der besten Leistung seit… auf jeden fall seit langer Zeit. Beide Tore wurden über seine Seite vorbereitet – während das öfters als Armutszeugnis galt (weil der Gegner traf), spricht dies nun für einen rundum guten Auftritt. Auch hier gilt: Möge es so bleiben, 2,5 ist richtig.

Roel Brouwers (Kicker-Note 4,5): Einmal mehr brachte Brouwers die Borussia auf irgendeine Weise um den Sieg. Mit elf Mann wäre der zwar nicht sicher, die Führung aber leichter zu verteidigen gewesen. Jetzt wird er längere Zeit fehlen – nicht dass aus vier Spielen noch mehr werden. In Brouwers’ Händen liegt es jedenfalls vorerst nicht. 4,5 kann man geben.

Anderson (Kicker-Note 3,5): Erneut ein solider Auftritt des Brasilianers, auch wenn letztendlich beide Schalker Stürmer trafen. Wird noch etwas Zeit für vollständigen Eingewöhnung brauchen, die 3,5 geht erstmal in Ordnung.

Tobias Levels (Kicker-Note 3,5): Über seine rechte Seite ging – auch wegen des schwachen Herrmann – ungewohnt wenig nach vorne. Dafür schlief Levels mächtig beim 1:2-Anschlusstreffer. Die 3,5 ist auf jeden Fall zu hoch gegriffen, eher eine 4,5.

Michael Bradley (Kicker-Note 2,5): Erste Sahne, wie er antrat und sicher zum 2:0 traf. Auch so war die Fehlerquote weitaus geringer als noch gegen St. Pauli. Zusammen mit Daems und Bobadilla zählte er zu den besten Borussen. Und weil sich das ja auch auf die Note auswirken muss, gibt’s eine 2,5.

Thorben Marx (Kicker-Note 3,5): Die Worte vom St. Pauli-Spiel könnte man an dieser Stelle wiederholen. Marx spielte gewohnt solide, half lange Zeit erfolgreich, die Führung zu halten. Auf diese Weise ist die 3,5 so etwas wie seine Standard-Note.

Juan Arango (Kicker-Note 4): Um ein Haar hätte er zum dann wohl entscheidenden 3:1 getroffen. So bleibt nur eine engagierte Leistung mit vielen Lichtblicken zu notieren, die eigentlich eine 3 wert ist.

Marco Reus (Kicker-Note 3): Endlich wieder mit mehr Effektivität im Spiel nach vorne und mit weniger Fehlern. Das 2:0 bereitete er klasse vor – es hätte jedoch schon das 3:0 sein können. Aber Reus vergab frei vor Neuer, in Hälfte zwei hatte er Pech bei seinem furiosen Lattenschuss. Die 3 ist ein Schritt nach vorne.

Patrick Herrmann (Kicker-Note 4): In den letzten Wochen ist der Youngster kontinuierlich schwächer geworden, zählt so in der Offensive zu den ersten Streichkandidaten. Am Ende hatte er Glück, nicht vom Platz geflogen zu sein. Das war insgesamt schwach – wenn er es selbst weiß, dann wird er immerhin seine Lehren daraus ziehen. Runter geht’s auf eine 4,5.

Raul Bobadilla (Kicker-Note 2,5): Erstmal in dieser Saison von Beginn an – und gleich eine echte Bereicherung. Auch ohne die letzte Konsequenz vor dem Tor gehörte Bobadilla so zu den Besten, ackerte unermüdlich und holte den Elfer zum 1:0 raus. Auf die Weise könnte er ein Kandidat für die Startelf werden.

Sebastian Schachten (66. eingew., keine Note): Erst gekommen als einzige Alternative für den gelb-rot-gefährdeten Herrmann, auf Rechts einen guten Job erledigt. Dann nach Links, von wo Daems in die Innenverteidigung rückte. Könnte als Linksverteidiger die nächsten Spiele beginnen, bis Brouwers und Dante wieder einsatzfähig sind.

Roman Neustädter (84. eingew., keine Note): Kam drei Minuten vor dem 2:2, trat vorher und nachher jedoch kaum in Erscheinung.

Marcel Meeuwis (90.+1 eingew., keine Note): Wurde beinahe mit dem Schlusspfiff eingewechselt.

Kicker-Schnitt: 3,36
Mein Schnitt: 3,36

01. Oktober 2010 von Jannik Sorgatz
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