Es gibt nur zwei Mario Gómez

Chiles Staatspräsident besucht Deutschland und kehrt mit Geschenken heim.

Arturo Vidal ist ein heimatverbundener junger Mann. Als vergangene Woche die 33 Kumpel aus Chile die längste Schicht ihres Lebens hinter sich gebracht hatten, schickte der Leverkusener kurzerhand 33 handsignierte Bayer-Trikots nach Südamerika. Never forget where you’re coming from.

Dass der Namensvetter eines deutschen Nationalstürmers ebenfalls in der Mine von San José überlebte, ist mittlerweile bekannt. Während Mario Gómez sich mit Toren im Nationaldress, der Bundesliga und der Champions League aus seinem Leistungstief kämpfte, entstieg Mario Gómez in Chile der Rettungskapsel.

Prompt hat die Kanzlerin den Besuch des chilenischen Staatspräsidenten Piñera genutzt, um ihm ein Trikot des Bayernspielers zu überreichen. Der trägt, kaum zu glauben, im Verein die Nummer 33. Nun fällt es schwer, zu entscheiden, wer die ärmere Sau ist: Mario Gómez, dessen Name nun dauernd in schlechten Witzen über Leistungstiefs auftaucht (Schande über mein Haupt), oder doch Mario Gómez, der bald einen neuen Kleiderschrank für die ganzen (handsignierten!) Trikots braucht.

23. Oktober 2010 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Auf'm Nebenschauplatz | Schlagwörter: , , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Vor allem frag ich mich, ob man einem Minenarbeiter, dessen Kollege froh ist, dass er in Zukunft Taxi fahren darf, statt in der Mine arbeiten zu müssen, nicht einfach Kohle, äh, ich meine Geld überweisen sollte, statt so bescheuerte Trikots von irgendwelchen Vereinen ein paar Tausend Kilometer von seiner Heimat entfernt zu überreichen.

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