Rückpass Bayern: Gekommen, um zu bleiben

30 Live-Minuten bei Sky, ein paar Minuten Radio mit Sabine Töpperwien und sechs Minuten Zusammenfassung reichen natürlich nicht aus, um hier ein fundiertes Urteil abzugeben. Deshalb werden die Noten vom Kicker diese Woche mangels Alternativen einfach so abgesegnet. Ein paar Worte samt Ausblick auf die kommende Zeit gibt es aber trotzdem.

Christofer Heimeroth (Kicker-Note 4): Heimeroth ist wie Lebkuchen – bis Weihnachten ein stetiger Begleiter, danach eher Auslaufmodell. Die Zukunft im Tor der Borussia gehört ihm sicherlich nicht. Für die konstante Fortführung der Drei-Gegentore-Schnitts kann er aber auch nur bedingt etwas. Bei der Flanke zum 1:1 muss er raus – ansonsten kann man ja mal lobend erwähnen, dass Heimeroth Fehlschüsse bei Elfmeter magisch zu erzwingen scheint.

Tobias Levels (Kicker-Note 3): Nach den schwachen drei Spielen zuletzt könnte es für Levels wieder etwas bergauf gehen. Anders als bei Kollege Schachten fehlen rechts hinten wohl auch einfach die Alternativen. Deshalb heißt es eben: Laufen, kämpfen, beißen und hoffen, dass Levels zwischendurch regelmäßig seine “magischen fünf Minuten” hat.

Anderson (Kicker-Note 5): Man kann diese Saison aber auch keine Aussagen machen, ohne dass die binnen weniger Wochen widerlegt werden. Während er zunächst durch Unauffälligkeit auffiel, leistet sich Anderson nun plötzlich die dicken Fehler, auf die andere zuvor ein Monopol hatten. Kommt Dante zurück, dürfte Anderson zwangsläufig zurück ins zweite Glied rücken.

Filip Daems (Kicker-Note 3,5): Zurück auf der linken Seite – zumindest in Hälfte zwei. Dort dürfte er auch die kommenden Wochen verbringen. Brouwers ist zurück, Dante wird es bald sein – und Filip Daems unterm Strich wohl ziemlich froh.

Sebastian Schachten (Kicker-Note 6): Was ganz aussichtsreich begann, verlief die letzten Spiele nicht mehr in geordneten Bahnen. Die Auswechslung zur Halbzeit war Frontzecks Geburtstagsgeschenk an Schachten, der sich darüber gefreut haben muss. Denn gegen Altintop war er hoffnungslos überfordert. Trainer Baade hat vergangene Woche in einem Kommentar gefragt, wann es eigentlich eine 6 gibt. Der Kicker hielt es diesmal für angebracht, Schachten derart abzustrafen. Unterm Strich wirkt das etwas hart. Es könnte nichtsdestotrotz erst einmal der letzte Auftritt des nun 26-Jährigen in der Startelf gewesen sein.

Roman Neustädter (Kicker-Note 4): Wenn man kaum etwas vom Spiel gesehen hat und sich dennoch an eine gute Szene des Sechsers erinnert, ist das ein gutes Zeichen. Vor dem 2:2 setzte Neustädter nach, leitete den schnellen Gegenangriff ein – und präsentierte sich damit viel besser als bei seinem Startelfdebüt, damals gegen Frankfurt. Lang, lang ist’s her.

Michael Bradley (Kicker-Note 4): Bradley liebt Köln – zumindest als Gegner. 2009 gelangen ihm im Derby zwei Treffer. Wiederholung erwünscht!

Marco Reus (Kicker-Note 2): Da war er wieder: Der Blick nach vorne, der rasante Antritt, ein Tor, eine Vorlage. Überfliegt man die Noten des 21-Jährigen in dieser Saison, wird schnell klar, dass er oft das Spiegelbild der gesamten Mannschaftsleistung war. Deshalb darf es am Samstag in Köln mit einer 1,5 weitergehen – Tor und Vorlage natürlich eingeschlossen.

Patrick Herrmann (Kicker-Note 3): Marco Reus? Spiegelbild? Patrick Herrmann schließt sich da gerne an. Und wenn Mo Idrissou so weiter macht, muss Herrmann nicht einmal der erste Streichkandidat sein, wenn Arango nach dem Derby zurückkehrt.

Raul Bobadilla (Kicker-Note 5): Mangels Alternativen ist Bobadilla in der Spitze derzeit gesetzt – weil die anderen Kandidaten entweder woanders aushelfen müssen oder selbst im Formtief weilen. Torgefahr – weiterhin verzweifelt gesucht beim und vom Argentinier.

Mo Idrissou (Kicker-Note 5): In 36 Netto-Minuten, die ich am Samstag geguckt habe, ist er nicht einmal aufgefallen. Darüber freuen sich Torhüter und Verteidiger, nicht aber Angreifer.

Roel Brouwers (46. eingew., Kicker-Note 2,5): Nach fünf Pflichtspielen Zwangspause feierte der Niederländer am Samstag sein Comeback, mit der besten Saisonleistung. Und weil man in dieser Spielzeit ja so leicht zu begeistern ist, keimt die Hoffnung, dass nun alles gut wird. Spätestens, wenn Dante wieder da ist. Man darf ja noch dran glauben.

Igor de Camargo (46. eingew., Kicker-Note 2): Die ersten beiden Torbeteiligungen, Spieler des Spiels – der Neuzugang aus Belgien dürfte endgültig in der Bundesliga angekommen sein. Und so langsam schimmert dann auch durch, warum ihn die Borussia für mehr als vier Millionen Euro verpflichtet hat. Weiter so, Igor!

Karim Matmour (82. eingew., keine Note): Wochenlang hat der Algerier gefehlt, jetzt kam er für Herrmann und war direkt am Ausgleich der Bayern beteiligt. Beim Pass auf Lahm gepennt, das Abseits aufgehoben – 3:3. Dennoch kann eine Alternative im Angriff beileibe nicht schaden.

Kicker-Schnitt: 3,77
Mein Schnitt: —

09. November 2010 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | Schlagwörter: , , , , | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Also dass Matmour am 3:3 Schuld war sehe ich nicht so.

    http://www.youtube.com/watch?v=vrsmcp517E4 5:20.

    Weder war Lahm bei Timotschuks Pass im Abseits (Altintop war). Noch konnte er den Pass abfangen, da er sich um Altintop kuemmerte. Aber wo genau war eigentlich Daems? Das war seine Region.

    Ansonsten gute Benotung.

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