Gladbach – Kaiserslautern: Faust aufs Auge

Es ist die Saison der Superlative, die immer noch gesteigert werden. Aus Gladbacher Sicht heißt das leider: Es gibt immer noch tiefere Tiefpunkte. Für eine Niederlage im wegweisenden und vorerst entscheidenden Abstiegsduell gegen Kaiserslautern musste man jederzeit gewappnet sein. Dass die Niederlage schließlich durch ein Eigentor des eigenen Torwarts zustande kommen sollte, konnte so jedoch niemand auf dem Zettel haben. Der erste Teil eines Abgesangs in acht Akten – man muss zumindest davon ausgehen.

Ich habe in letzter Zeit oft überlegt, wie das wäre – letzter Spieltag in Hamburg, alles drin, aber ein Sieg ist Pflicht. Bier und Baldrian wären meine Freunde. Oder am besten doch nur Baldrian. Vielleicht auch nur Bier. Müsste man alle Abiturprüfungen innerhalb einer 30-minütigen Führerscheinprüfung hinter dem Steuer eines VW Golf absolvieren, wäre der Angstfaktor wahrscheinlich nicht halb so groß.

Am Freitagabend ist die Borussia davon noch weit entfernt. Ihr Ziel: Um 22:18 Uhr nicht noch weiter davon entfernt sein. Es schüttet bereits seit Stunden, 47 000 sind gekommen, die viertbeste Auslastung der Saison. Bayern, Bremen und Schalke lockten mit ihrem Namen, neben Lautern lockte das Flutlicht, dazu die Gewissheit, so oder so 90 Minuten zu erleben, die über Wochen hinaus große Bedeutung haben könnten.

Es muss ziemlich genau 21:48 Uhr sein, als Gladbach zum ersten Mal in dieser Saison absteigt. Gefühlt, wohlgemerkt. Es ist nur eine Ecke, eine von insgesamt drei, die Kaiserslautern an diesem Abend in den Strafraum schlägt. Es ist die zweite hintereinander. Die erste hat Logan Bailly gegen Tony Jantschke gefaustet. Im Nachhinein fragt man sich, ob man da irgendetwas geahnt hat, ob es ein Vorzeichen war für das, was bei der folgenden Ecke passieren würde. Aber warum sollte man das ahnen? Warum sollte man es sich überhaupt fragen?

Die nächste Ecke kommt, Tiffert schlägt sie als exakte Kopie der ersten in die Mitte, viel zu nah vors Tor, fanggerecht für Logan Bailly, den Belgier, der gegen Bremen sein bestes Spiel seit mindestens einem Jahr gemacht hatte. Er nimmt die Faust, die rechte Faust. Einfach so, mit nichts zu vergleichen. So wie kein Torwart faustet, so wie niemand in keiner Lebenslage faustet. Nicht beim Boxen, nicht beim Faustball, nicht bei einer Prügelei. Bestenfalls gegen einen Luftballon, der einem irgendetwas Schlimmes getan hat. Der Ball ist drin und ich weiß nicht mehr, ob Stille herrschte oder ein Raunen durchs Stadion ging. Ich weiß nur, dass die Lauterer Fans eine Leuchtrakete zündeten, wahrscheinlich haben sie beim Jubeln sogar Geräusche von sich gegeben.

Wenn man in einer einzigen Sekunde absteigen kann, dann war es diese eine zwischen 21:48 und 21:49 Uhr.

Der Rest ist viel zu schnell erzählt. Der Heber von Stranzl, den Rodnei von der Linie köpfte, ist schnell erzählt. Das war‘s auch schon. Nach dem 0:1 ist noch eine halbe Stunde zu spielen. Es sieht aus, als wäre das Gegentor in der 89. Minute gefallen, weil sich in der Folge alles 30-fach verlangsamt bewegt, so hat es den Anschein. Da ist kein Aufbäumen, kein einziger verzweifelter, langer Ball in die Spitze, in der Hoffnung, der Stürmer möge abtropfen und danach irgendetwas Gutes geschehen lassen. Nichts und niemand wird nach vorne geworfen. Gladbach spielt, als sei diese letzte halbe Stunde außer Wertung.

Gnadenlos ehrlich: Kicker online. Screenshot: kicker.de

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Für Logan Bailly könnte es der einzige Trost sein, dass sein Fehler zwar auf dem Papier nun die Niederlage gebracht hat, Gladbach aber nie und nimmer selbst ein Tor zustande gebracht hätte. Es ist dennoch nicht zu fassen, wie jemand solch ein überragendes Spiel in Bremen machen und in der Woche darauf den Ball ins eigene Tor fausten kann. Das Einwurf-Gegentor von Jean-Marie Pfaff in den 80ern war lustig, regelrecht Slapstick, auch Logan Baillys Aktion war Slapstick, aber jetzt weiß jeder, warum „slap“ darin steckt, eines von vielen englischen Wörtern für „schlagen“.

Und dann ist es plötzlich wieder Oktober, wie damals gegen Bremen: Logan Bailly fängt eine Flanke sicher ab, so wie er in Bremen jede Flanke abgefangen hat. Die Nordkurve johlt wie ein Sportstudio-Publikum nach dem sechsten Treffer an der Torwand. Damals gegen Bremen, als es nicht anders war, habe ich die Reaktion der Fans nachvollziehen können, als „legitim“ bezeichnet, als „Basisdemokratie im Stadion“. Damals hatte Logan Bailly über Wochen einen völlig verunsicherten Eindruck gemacht, unter anderem sieben Tore in Stuttgart kassiert. Die sportliche Lage im gesamten Verein eskalierte langsam. Michael Frontzeck schien es nicht zu erkennen, also war die Reaktion großer Teile der Nordkurve damals so etwas wie ein „Hilferuf“ an den Trainer, das Geschehene nicht einfach so weiter geschehen zu lassen.

Tobias Levels und das zweite Eigentor des Tages

Jetzt, Mitte März, ist die Lage eine völlig andere: Logan Bailly hatte drei Spiele lang kaum etwas zu tun. Gegen Schalke und Hoffenheim hatte er sogar keinen einzigen Ball halten müssen, gegen Bremen hielt er dann welche, die nur Torhüter halten, die wieder mit sich selbst im Reinen sind und nicht an den Mythos der unhaltbaren Bälle glauben. So sehr Baillys Fauxpas mit der Faust auch schmerzen mag, so falsch ist es, ihn dafür noch mit Häme zu überschütten. Es ist ein schmaler Grat für Fans. Wie viel darf man sich rausnehmen, wo sind die Grenzen?

Tobias Levels hat die Fans in einem Rundumschlag kritisiert. „Die Stimmung im Stadion war für mich eine absolute Frechheit“, sagte er „Fohlen Hautnah“. Bei jedem, der Freitagabend im Stadion noch Tränen in den Augen hatte, wird die Aussage die Trauer ganz schnell in Wut umschwenken lassen. Man muss fast davon ausgesehen, dass Tobias Levels die Bühne auf Sky vermisst, wo er fast jedes Wochenende die immer gleichen Durchhalteparolen ins Mikro sagen konnte. Wo er ehrlich ansprach, was in seinen Augen Scheiße war, wo es aber nie den Eindruck machte, als könnte er einen erheblichen Anteil dieser Scheiße selbst verbockt haben.

Jetzt stellt er sich nach dem Spiel also hin, findet Dinge „unverschämt“ und betont, das könne man „ruhig auch mal schreiben“. Man muss ernsthaft daran zweifeln, ob Tobias Levels überhaupt im Stadion war. Vielleicht saß er mit Kopfhörern – Modell „Fußballprofi“ – auf der Bank und hat dadurch nicht wahrnehmen können, dass die Fans 45 Minuten lang wie eine Wand hinter der Mannschaft standen. Jeder konnte da bereits sehen, dass der Mannschaft wenig einfiel, dass sie nervös war, offensichtlich – und nicht einmal unverständlich – von der Angst gelähmt wurde. Trotzdem hallten noch laute „Vau-Eff-Ell“-Rufe durchs Stadion, als Tifferts Ecke schon in die Mitte segelte.

Gefangen im eigenen Kosmos

Wie sollen sich so viele Menschen, die zusammen eine mittelgroße Stadt ergäben, 90 Minuten lang zusammenreißen können, wenn ihre eigene Existenzangst doch noch viel größer ist als die des einzelnen Spielers auf dem Platz. Einige von denen haben immer noch die Aussicht, im Falle des Abstiegs wegzulaufen und sich einen anderen Verein zu suchen. Kein Fan hat diese Option. Er könnte sich höchstens dafür entscheiden, nichts mehr mit Fußball am Hut zu haben, dadurch aber nicht wesentlich glücklicher zu werden.

Vielleicht fehlt einem in seinem Mikrokosmos Profifußball das Gespür für weitere Kreise als eine Umkleidekabine von der Größe einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Vielleicht kann es sich Tobias Levels nicht mehr vorstellen, was es bedeutet, 24 Stunden kaum an etwas anderes zu denken, sich als erwachsener Mensch den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man das Unterfangen mit etwas Aberglaube unterstützen könnte, obwohl man alt und aufgeklärt genug ist, um zu begreifen, dass die Kleiderwahl nicht ein Spiel in einer Liga beeinflusst, deren Vereine zusammen einen Milliardenumsatz machen. Was es zudem heißt, minutiös zu planen, wie man nach der Arbeit möglichst schnell ins Stadion kommt. Wie es ist, das Wasser in den Schuhen stehen zu haben, es aber erst zu merken, wenn man nach Hause kommt, weil alle Wahrnehmungskanäle zuvor auf Fußball ausgerichtet waren.

Vielleicht hätte man Tobias Levels ein Fernglas geben sollen. Er hätte sich die traurigen Gesichter in der Nordkurve ganz aus der Nähe anschauen können. Männer, Frauen, Jung und Alt, dick und dünn, Akademiker, Angestellte, Arbeitslose, alle Fans eben – mit Tränen in den Augen. Vielleicht wäre ihm dann klar gewesen, warum Trauer an einem gewissen Punkt in Wut umschlägt, wenn 43 000 Gladbach-Fans nicht einen Hauch von Aufbäumen bei ihrer Mannschaft spüren. Es ist bitter, dabei zuzusehen, wie etwas zerbricht, an das man so unerbittlich geglaubt hat, obwohl es anscheinend schon lange zerbrochen war.

Patientenverfügung für Fans

Wie nach der Winterpause sind es nun fünf Punkte auf den Relegationsplatz. Heißt unterm Strich: Zehn Spiele sind vergangen, ohne dass die Borussia einen einzigen Schritt nach vorne gemacht hat. Zweimal hat Gladbach jeweils gegen Kaiserslautern, Stuttgart und St. Pauli verloren, nur einen Punkt gegen Wolfsburg und Bremen geholt. Und dann ist da noch dieses 4:0 in der Regenschlacht von Köln, das bis heute jeglicher Logik entbehrt, wenn man sich den sonstigen Verlauf der Saison ansieht.

Direkt nach einem derartigen Rückschlag wie am Freitag wünscht man sich so etwas wie Patientenverfügungen für Fußball-Fans: Man hält vor der Saison in einem Schreiben fest, an welchem Punkt man bitte aus dem Stadion entfernt werden möchten und ab wann einem das letzte Fünkchen Hoffnung gewaltsam ausgetrieben werden sollte, weil man selbst ja nicht mehr Herr der Lage ist. Dieser Punkt, an dem eine solche Verfügung wirksam werden würde, ist jetzt erreicht. Jedes Warten aufs nächste Spiel wirkt wie eine zwecklose lebenserhaltende Maßnahme.

Der Plan ging nicht auf: Wo jetzt jeweils eine 5 steht, stand vergangene Woche noch eine 2 mit Fragezeichen. Doch hinter die 5 gehört jetzt vielmehr ein Ausrufezeichen.

Der Plan ging nicht auf: Wo jetzt jeweils eine 5 steht, stand vergangene Woche noch eine 2 mit Fragezeichen. Doch hinter die 5 gehört jetzt vielmehr ein Ausrufezeichen.

Dabei ist es weiterhin erst vorbei, wenn es vorbei ist. Nach dem 1:2 in Wolfsburg war die Lage nicht anders als jetzt: fünf Punkte auf den Relegationsplatz, keine Aussicht auf Besserung, immerhin jedoch ganze drei Spieltage mehr. Doch da hatte Gladbach noch nicht anderthalb weitere Abstiegsduelle vergeigt. Da hatte Logan Bailly sich noch nicht den Ball selbst ins Tor gefaustet. Daems und Dante hatten ihn noch nicht reflexartig aufgemuntert. Und vor allem hatte Bailly im Fernsehen noch nicht rechts aus dem Bild geschaut und einer scheinbar imaginären Person den gestreckten Daumen gezeigt. Da steht er nun, der Arme im Tor. Als Gruß an die angereisten Liverpool-Fans sollte nach dem Spiel eigentlich “You’ll never walk alone” gespielt werden. Aus irgendeinem Grund kam es nicht dazu. Als wolle jemand signalisieren: Manchmal, da geht man eben doch allein.

Alpträume mit Bailly

Und was macht der Fan heutzutage, wenn er nicht mehr weiß, woran er sich festhalten soll? Er bemüht den Tabellenrechner, gleich dreimal nacheinander. Denn welche Saison ist schon verloren, in der dieses Ding bei drei Versuchen wenigstens einmal die Relegation möglich macht (ohne Schummeln natürlich)? Ein anderes Mal hat Gladbach vor dem letzten Spieltag drei Punkte und sechs Tore Rückstand auf Eintracht Frankfurt. Am Ende sind beide punktgleich, es fehlen drei Tore. So viel zu der Frage, ob es noch schlimmer kommen kann als am Freitag gegen Kaiserslautern.

In der Nacht auf Samstag habe ich von Logan Bailly geträumt. Ecke Lautern, Bailly hüpft, Bailly faustet. Immer wieder. Ununterbrochen. Und der Ball, der Ball war ich.

21. März 2011 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | Schlagwörter: , , , , | 14 Kommentare

Kommentare (14)

  1. kann dir nur recht geben. bin am freitag aus frankfurt angereist. knappe 270km unterwegs gewesen. verlieren kann man. auch zu hause gegen lautern. was nicht geht, ist sich seinem schicksal ergeben und einfach nichts zu versuchen. bei nur noch wenigen minuten zu spielen, muss eben ein langer ball gespielt werden und ein gebet hinterher geschickt. aber es passierte null. das ist das frustrierendste. und levels’ aussage ist ein witz. ich empfand die stimmung gar nicht so schlecht.

    wir spielen im prinzip seit spieltag 3 gegen den abstieg und es kam noch immer unterstützung. klammern wir die aktion gegen bremen mit dem auspfeifen von bailly mal aus. aber wenn die mannschaft einfach nichts versucht, keinen anlass gibt das nochmal hoffnung aufkommt ist das traurig,frustrierend und ungemein enttäuschend.

  2. jannik- wir sind die grössten volldeppen ever………..das problem ist einfach : schaffen die wahnsinnigen idioten es tatsächlich in münchen zu gewinnen,haben wir noch einmal eine ALLERLETZTE CHANGE zum Rebount beim darauffolgenden Spiel…….das traurige ist einfach nur : ES WIRD WIEDER GENAU DAS GLEICHE PASSIEREN WIE IMMER….und man ist wieder einmal vom greifbaren Himmel in die tiefe Hölle am Sturzen…..Ich kann mich selten an eine solche extreme Saison/Mannschaft erinnern:
    4-0 Köln,6-3 Leverkusen,Megaklatsche in Stuttgart,Arbeitsverweigerung gegen Lautern,

    Bestes Spielermaterial seit ca. locker 15 Jahren vs. Schlechteste Einstellung seit ca. 111 Jahren…….. Jetzt entscheidet sich nur ob die Qualität sich durchsetzt oder die Einstellung………..Der einzige Vorteil ist,dass wir nicht mehr gegen Mannschaften spielen die Kratzen,Beissen,Rennen.(Lautern,Pauli)..gegen die haben wir ja leider nicht einen Hauch einer Change…..sondern gegen Fussballtechnischversierte Mannschaften(Bayern,Dortmund,Mainz,HSV)….
    Wir können es immer noch Schaffen(Bitte Schlag mich für meinen Optimismus!!!),denn der Spieltag hat uns eindeutig in die Karten gespielt,weil es alles eng geblieben ist,vorrausgesetzt du gewinnst 2x,dann bist du wieder dran…

    Gute Nacht,
    Tobi

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  4. Ich habe mit Euch gefühlt. Und die Angst der Gladbacher sah man sogar vor dem Fernseher. Es war ein Grottenkick zweier Mannschaften die unten drin stehen. Angst vor dem Fehler. Angst lähmt.
    Der Kopf macht im Profi-Fußball 10% aus.

    Diese Ecke und dieses Eigentor werden beispielhaft für Euren Abstieg stehen. Wenn Du so spielst, steigst Du ab. Und die Riesen 6 Punktespiele gegen Stuttgart, Lautern & Co darfst Du zumindest nicht vergeigen.

    Ich habe heute morgen zu meinem Arbeitskollegen gesagt, ihr werdet nächstes Jahr gleich wieder aufsteigen. Da bin ich mir sicher. Von daher, Kopf nicht hängen lassen. Die Profis von heute interessieren die Fan-Gefühle eh nicht mehr.

    Aber wer weiß, im Fußball geschehen immer wieder Wunder!

    Gruß aus Lautern

  5. du hast recht. wenn man sich die jüngere vergangenheit anschaut ist das wohl wirklich das mit abstand beste spielermaterial. leider habe ich zu 90% die 1. liga abgeschrieben. nach der vorstellung am freitag, gibt es noch wenig was mir hoffnung macht.

    aber ich hatte auch schon den selben gedanken. wir spielen jetzt fast nur noch gegen teams von “oben”. ausnahme köln. könnte vllt sogar ein vorteil sein, denn seit spätestens freitag ist klar, dass spiel machen ist nicht unsere stärke. theoretisch wäre es ja sogar drin noch die klasse zu halten, aber ich glaube da ist auch psychologisch mittlerweile sehr viel kaputt im team.

    wenn man sich die ganze saison anschaut dann muss man eigentlich absteigen. fehlerhafte schiedsrichter entscheidungen in der hinrunde, absurdes verletzungspech, kaum punkte gegen direkte konkurrenten…aber noch wehrt sich in mir etwas gegen den abstieg.

  6. nett geschrieben,
    trotzdem und Hand auf´s Herz, Tobi L. ist keiner der weiterziehenden Söldner und er hat immer das gegeben was er geben konnte, wenn es eben auch nicht reicht für Liga 1, außerdem: wer will Tobi denn noch haben, nachdem Abstieg, die Eintracht aus Braunschweig vielleicht.
    Mit unverschämt meint er vielleicht auch die Häme gegen den eigenen Torwart, die selbst Tiffert als unterirdisch bezeichnet. Und da stimme ich ihm voll zu. Keiner, selbst LB, macht ein Eigentor mit klarem Verstand. Mag dieser selbige Verstand vernebelt gewesen sein oder nicht, nur Unterstützung und noch mehr Support hilft dann auf die Beine. Der junge Northveit bleibt als letzter applaudierend vor der Nordkurve und muss irritiert feststellen, dass sich das hiesige Fanverhalten von dem in England, doch irgendwie unterscheidet.

  7. Es ist einfach traurig, wenn du Jahr für Jahr hoffst und immer wieder so enttäuscht wirst…

    Ob wir absteigen oder nicht, ob es reicht oder nicht… Schickt jetzt die jungen auf Erkundungstour. Unsere “Stars” den ich nicht vorwerfen will, dass sie nicht alles gegeben haben, sind nächstes Jahr so oder so weg, wer will es Ihnen verdenken.

    Schickt ter Stegen, Kachunga, Bastürk und Co. nach vorne. Wenn wir noch ne Chance haben, dann mit Ihnen. Wenn wir dann trotzdem absteigen, haben wir wenigstens junge Talente mit etwas Erfahrung!

    Wie immer natürlich ein sauguter Artikel.

    Und jeder weiß die Fans halten der Borussia auch in der 2. Liga die Treue. Das einzige was und jetzt noch bleibt ist in den letzten 8 SPielen zu zeigen, dass eine wunderbare Fanszene der Liga verloren geht… unsere Mannschaft trauert wohl keiner nach…. Vielleicht ja uns!!!

  8. Kannst Du bitte Deinen Bericht an die Mannschaft weiterleiten ? Du sprichst aus, was echte Fans denken !
    Die Spieler finden sowas ggf. amüsant – aber das ist ja bedauerlicherseits bitterer Ernst.
    Ich vermute mal, dass die Spieler zwar auch in Kenntnis Deines Berichtes weiterhin grottig spielen werden, aber es sollte gesagt sein !
    Ich hab versucht, beim Skiurlaub abzuschalten und habe doch nicht am Leben um mich teilnehmen können, weil der Blick nur aufm Handy lag – Schrecklich !! Und für wen – oder was ?? Aber das ist wohl die falsche Frage ……….!

  9. Toller Artikel der mir wirklich aus der Seele spricht. Vielen Dank dafür.

  10. Pingback: Anonymous

  11. Ich bin begeisterter Leser deines Blogs. Was du aber heute über das Leid eines Fans von Borussia Mönchengladbach schreibst, ist das BESTE was ich seit Fever Pitch gelesen habe.
    Ich bin unendlich traurig ob des bevorstehenden Abstiegs, wünschte ich könnte die Sucht Borussia aus meinem Körper fräsen und weiß doch sofort es ist unmöglich.
    Ich liebe dieses Gefühl BMG viel länger als ich Ehemann bin, länger als ich Vater bin, mehr als es gut für mich ist!
    Verrückt? Ja, bestimmt ! Aber es ist ein Teil meiner Identität.
    Und zur Zeit tut es verdammt weh!
    Danke für deine Fähigkeit, dieses Empfinden verbal auf den Punkt zu bringen!

  12. Kommentar gelöscht???

  13. da sitzt am Freitag eine 51 Jährigem, seit 40 Jahren Fan der Borussia, mit Tränen in den Augen im Stadion…und nach deinem Bericht könnt ich schon wieder heulen…

  14. @Flo: Das kann ich so zu 100 Prozent unterschreiben. Man muss sich auch einmal vor Augen führen, auf welch hohem Niveau Tobias Levels jammert: Nix mit schwachsinnigen Sitzblockaden oder gar Drohungen in Gladbach, sondern lediglich Fans, die pfeifen, nachdem die Mannschaft ihnen die größte Enttäuschung der letzten Jahre bereitet hat.

    @Tobi: Klar, es ist offiziell noch lange nicht vorbei. Stand jetzt, steigen wir frühestens am 30. Spieltag ab. Und wir alle wissen, dass es da noch nicht so weit sein wird. Ich rechne frühestens mit dem 32. Spieltag. Aber das ist ja das Problem: Man muss sich zumindest leise Gedanken darüber machen, wann es endgültig vorbei sein könnte. Für deinen Optimismus schlage ich dich nicht einmal.;) Gerade als Fußball-Fan darf man auch völlig irrational denken, allein das macht das Fansein ja schon aus.

    @Betzebub: Dass die Seite aber auch ausgerechnet in der Woche vor dem direkten Aufeinandertreffen unserer Mannschaft damit anfängt, sinnlos Kommentare im Spam-Ordner landen zu lassen – sieht nach Absicht aus, ist es aber nicht. Ich hab’ da ein Auge drauf. Danke jedenfalls für die aufmunternden Worte, wobei ich mir mit dem direkten Wiederaufstieg da nicht so sicher wäre!

    @hans: Levels mag kein Söldner sein, gerade deshalb kann ich seine Aussagen aber noch weniger nachvollziehen. Ist er so drin in diesem Trott, dass er sich nicht mehr in unseren Lage versetzen kann? Irgendwann ist eben auch der Punkt erreicht, an dem man in einer Art Schockstarre nicht mehr gute Miene zum bösen Spiel machen und die Mannschaft bedingungslos anfeuern kann. Bis auf die überflüssige Häme für Bailly fand ich das Verhalten der Kurve ziemlich moderat.

    @Max: Danke! Es würde wohl nach hinten losgehen, die ganze U23 ins kalte Wasser zu werfen. Aber mir will es einfach nicht in den Kopf gehen, dass Bäcker schlechter als Hanke, Ter Stegen schlechter als Bailly und Heimeroth sein soll. Ein paar Kandidaten, die eine Chance bekommen, würde ich mir da also auch wünschen.

    @borussenbomber: Ich hoffe nicht, dass sie es amüsant finden würden. Aber man muss zumindest den Eindruck haben, dass es den meisten völlig egal ist, oder dass sie gar nicht in der Lage sind, nachzuempfinden, was so eine Pleite wie am Freitag für alle bedeutet, die nicht auf dem Platz stehen.

    @grover: Danke, das freut mich!:)

    @Jörg: Du hast es auch ziemlich gut auf den Punkt gebracht, warum wir alle aus der “Nummer” nicht mehr so schnell rauskommen – wir stecken viel zu tief drin. Kann deine Worte also so zu 100 Prozent unterschreiben. Das mit Fever Pitch ist natürlich deine Meinung.;)

    @Bine: Ja, so ist es wohl. Fast schon wie ein Nachruf auf einen Lebenden.

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