Unentschieden ins Achtelfinale

Über Bremer Remiskönige, das rigorose K.o.-System und rekordverdächtige Bayern

Die Tabelle lügt nicht. Immer noch nicht. Die Bundesliga hat am Donnerstag zwei ihrer fünf nach der Winterpause verbliebenen Starter verloren – die drei letzten Mohikaner führen folgerichtig die interne deutsche Fünfjahreswertung an.

Der VfL Wolfsburg, nach einer starken Gruppenphase noch als potentieller UEFA-Cup-Sieger gehandelt, musste nach seinen beiden ersten Niederlagen im laufenden Wettbewerb prompt die Segel streichen. In der K.o.-Runde ist eben kein Platz mehr für Ausrutscher.

Von den besagten Ausrutschern hat sich Werder Bremen im Laufe der Saison eigentlich schon so viele geleistet, dass der Achtelfinaleinzug der Grün-Weiß beinahe die Züge der berüchtigten “Wunder von der Weser” trägt. Acht Europacupspiele hat Werder absolviert und nur eines gewonnen (gegen Inter Mailand).

Weil der Tabellenelfte der Bundesliga jedoch auch nur einmal verloren hat (gegen Panathinaikos Athen), steht er jetzt in der Runde der letzten Sechzehn und wird dort auf AS St.-Etienne treffen. Der Dominator der 60er- und 70er-Jahre in Frankreich weilt in der Ligue 1 derzeit nur auf Platz 18 – Werder winkt mit nicht allzu geringer Wahrscheinlichkeit der Einzug ins Viertelfinale.

Aus deutscher Sicht übernimmt der Hamburger SV bislang die Rolle des FC Bayern im UEFA-Cup: Sechs Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage brachten den souveränen Durchmarsch und aktuell Rang zwei in der ultimativsten aller ultimativen Tabellen. Auch hier ist der Titel greifbar – neben der Bundesliga, dem DFB-Pokal und dem UEFA-Cup tanzt der HSV demnach auf vier Hochzeiten.

Und die gerade schon erwähnten Bayern? Fertigen Sporting Lissabon auswärts mit 5:0 ab, landen den höchsten Sieg ihrer Champions-League-Historie und müssen sich ausnahmsweise man dafür rechtfertigen. Der Kantersieg in Portugal war gleichzeitig der dritthöchste in allen K.o.-Spielen der Champions League seit 1993 – Manchester United gewann einst mit 7:1 gegen AS Rom, Werder Bremen unterlag Olympique Lyon mit 2:7.

Das Titelrennen an dieser Stelle ist demnach weiterhin offen. Bremen müsste den UEFA-Cup jedoch wohl schon gewinnen, um am Ende ganz vorne zu landen.


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28. Februar 2009 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Auswärtiges Amt, Innenrist, Zahlen, bitte | Schlagwörter: , , , , | Schreibe einen Kommentar

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