Bochum – Gladbach: Haarleluja

Zweite Liga, nie mehr: Es ist vollbracht und es hat gedauert, bis man es endgültig realisieren konnte. Kommt da wirklich nichts mehr? Ist es wirklich vorbei? Ja, das ist es. Im Westen geht die Sonne auf. Über Gänsehaut in der U-Bahn, ein Glücksschwein im Portemonnaie und Haare im Handy.

Es war so oft schon vorbei – vorbei nach dem 2:3 gegen Stuttgart, vorbei nach dem 0:1 gegen Kaiserslautern, vorbei nach dem 0:1 gegen Mainz. Es hätte so oft schon vorbei sein können – wenn Dortmund ein Tor geschossen hätte, wenn Hannover ein Tor geschossen hätte, wenn Köln fünf Tore geschossen hätte. Als ich mich früh morgens erstmals unruhig durchs Bett wälze, ist das Hirn bereits viel zu sehr im Relegations-Modus, um an vernünftigen Schlaf zu denken. Die Mannschaft hat in derselben Stadt übernachtet, in Dortmund. Wenn sie genauso schlecht geschlafen hat und körperlich ebenso geschlaucht ist, dann Prost Mahlzeit.

Relegation – was ist das überhaupt für ein Wort? Seit dem 34. Spieltag in Hamburg bin ich jedesmal zusammengezuckt, wenn jemand auch nur in der Ferne etwas gesagt hat, das ähnlich klang. Dem Wortursprung nach geht es in der Bundesliga-Relegation gar nicht darum, wer sie bezwingt, sondern wem sie widerfährt. Die “relegatio” heißt “Verweisung” und wurde früher Studenten wie auch Professoren auferlegt. Heinrich Heine ging in die Relegation, womit er als Düsseldorfer jedoch sicherlich besser leben konnte.

Allzweckwaffe Wikipedia sagt, Relegation bezeichne “die mildeste Form der Verbannung, sie war in der Regel zeitlich oder räumlich begrenzt”. Nur was könnte sich die Borussia dafür kaufen, nach x Jahren definitiv wieder in die Bundesliga aufzusteigen? Was könnte sie sich dafür kaufen, dank einer räumlichen Begrenzung nur nach Paderborn und Ingolstadt, nicht aber nach Tadschikistan oder Guatemala reisen zu müssen? Ein Abstieg würde den Verein mindestens vier Jahre zurückwerfen, weil er dann genau dort angelangt wäre, wo er bereits 2007 war. 90 Minuten, in dem es um vier ganze Jahre geht – das hält doch kein Mensch aus.

Ziel: Über’m Strich

Von “am tiefsten im Westen” wird es am Abend nach “tief im Westen” gehen – nach Bochum. In die Stadt von Herbert Grönemeyer, Opel, Toto und Harry sowie einem Fußballverein, der sein Dasein als graue Maus stolz nach außen trägt: Schaut her, wir sind niemand, wir werden nie jemand sein, aber genau das ist doch der Grund, warum ihr aus Mitleid Sympathien für uns empfindet. Bochum als Fußballstadt kanalisiert wohl einfach meine sportlichen Minderwertigkeitskomplexe. Aus diesem Grund darf sie an diesem Abend einfach nicht zu Ende gehen, die Saison schon, aber nicht diese Reise über den Strich in der Tabelle, der zwei Welten voneinander trennt.

Was war es die ganzen Tage für ein Gefühl, zu wissen, dass Millionen Menschen am Abend zuschauen werden (sieben Millionen sind es am Ende). Das hat es seit dem Pokalsieg 1995 und anschließenden Europacupabenden nicht gegeben: Gladbach spielt und alle sind dabei. Doch ein Auswärtsspiel bei Feyenoord Rotterdam wird damals nicht den gesamten Westen diesen Landes elektrisiert haben, so dass sich Schalker, Dortmunder, Kölner, irgendwie alle Rheinländer und Westfalen auf die von ihnen favorisierte Seite schlagen. So wie ich es tue, wenn im Ruhrgebiet das Derby steigt oder ein deutscher Klub im Europapokal weit kommt.

Weil ein paar meiner Freunde es offenbar nicht ertragen konnten, mich in meinem apathischen Zustand am Mittwoch zu erleben, haben sie die Englisch-Vorlesung damit verbracht, Glücksbringer zu basteln, und auch eine Abreißleiste aus Papier mit drei Zentimetern für jede Stunde bis zum Abpfiff. Wie in der sechsten Klasse vor Arbeiten – mit dem Unterschied, dass ich zwar die sechste Klasse besucht, aber nie Glücksbringer gebastelt habe. Kein vierblättriges Kleeblatt oder ein debil grinsendes Glücksschwein mit Raute auf dem Speck. Würde ich jeden Tag in diesem Gemütszustand zur Uni gehen, stünde mir auch dort bald die Relegation bevor.

Apokalypse verschoben

So aber steige ich am Nachmittag in Dortmund weiterhin apathisch, aber noch immer nicht aufgedreht in den Zug nach Hause an den Niederrhein, um eine Stunde später wieder in die Gegenrichtung gen Ruhrpott zu fahren. Um 17:06 Uhr geht es von Mönchengladbach nach Bochum. Zum letzten Mal entsendet der Hauptbahnhof eine Horde von Rautenträgern in eine schier beliebige Himmelsrichtung, ohne zu wissen, wie und womit sie zurückkehren werden. Fest steht: Es wird zu Ende gehen, obwohl es doch schon so oft zu Ende war. Wie die zig mit absoluter Sicherheit prophezeiten Weltuntergänge, die dann doch nicht eintraten. Neuerdings verschiebt man das Ende eben um fünf Monate, gerade erst vorgemacht von einem Prediger aus den USA. Apokalypse now – oder morgen, oder im Oktober, oder nie.

Nils sieht ähnlich geschafft aus wie ich. Was ist das auch für eine Saison, wenn man sich gar nicht mehr an einen ganz gewöhnlichen Spieltag erinnern kann, an dem man weder abgestiegen ist, noch die vermeintliche Wende eingeleitet hat? Wolfsburg, in der Hinrunde, 1:1 – das war ziemlich entspannt, wie Wolfsburg, eine Hinrunde und 1:1-Unentschieden eben so sind.

Ich habe noch nie in Bochum gewonnen, obwohl das Ruhrstadion “anne Castroper” von diesem Abend an das Auswärtsstadion ist, in dem ich die Borussia am häufigsten habe spielen sehen. Hier ging meine erste Auswärtsfahrt hin. Sollte das Nervositäts-Niveau der vergangenen fünf Spiele, beginnend mit der Partie gegen Dortmund, noch zu toppen sein, könnte es auch mein letztes werden. Denn was soll nach Schweißausbrüchen, zitternden Händen und übermäßigem Fingernägelkonsum noch kommen? Allenfalls Bewusstlosigkeit.

Doch eben aus dem Grund, dass eine Steigerung kaum möglich ist, bin ich vergleichsweise entspannt, als wir vorm Bochumer Hauptbahnhof auf den Fußmarsch zum Stadion warten. Die Sonne brennt. Die Polizei geht auf verbalen Kuschelkurs über die Lautsprecheranlagen. Wären Fußballsfans Facebook-Accounts, würden die Einsatzkräfte Hunderte Freundschaftsanfragen verschicken. Alle zwei Minuten gibt es eine neue Ansage, wann es denn nun losgeht, verbunden mit einer freundlichen Anrede und den besten Wünschen für einen schönen Abend.

Bald darauf setzt sich der Tross endlich in Gang: Seitlich weg vom Bahnhof, links herum, abbiegen nach rechts und dann die Castroper Straße so weit herunter, bis einem die Flutlichtmasten fast in die Pupillen stechen. Diese Kolosse, dazu die Gegengerade, die gefühlte drei Meter über die Straße hängt – romantisch. Schade, dass die Borussia in der Saison 2011/12 auf keinen Fall dort zu Gast sein wird. Wenigstens das steht um 19:07 Uhr fest, 83 Minuten vor dem Anpfiff des 36. Spieltages, dem erneuten Topspiel der Anderthalbten Bundesliga.

Angst in Block F, Reihe 17, Platz 7

Was war es im Kindergarten ätzend, wenn der Junge aus dem Neubaugebiet drei Straßen weiter das mühe-, in meinem Fall meist qualvolle Wachsmalstift-Kunstwerk böswillig zerstört hat. Ähnlich ergeht es Nils bei der Einlasskontrolle, als er seinen Doppelhalter mit Marco Reus alias Woody Woodpecker vorzeigen muss. Zwei Stöcke sind einer zu viel. Nils’ Einwand, dass dann ja jeder ein Taschentuch an ein Rohr klemmen könnte, um es später mit einem anderen zu einem Doppelhalter zu vereinigen, prallt an der gestählten Brust des Security-Mannes ab. Die ist so robust, dass man selbst vor Schallwellen, die von ihr zurückprallen, in Deckung gehen sollte. Eine Sache hat der Bulle von Bochum an der ansonsten harmlosen Konstruktion noch auszusetzen: “Die Naht muss weg!” Ja, natürlich, man könnte ein Twix in der Naht transportieren, um es dann aufs Spielfeld zu werfen oder – unvorstellbar – zu essen. Nils will die Naht gehorsam aufreißen, bringt aber nicht genügend Kraft auf, so dass es sein Interims-Buddy kurzerhand selbst erledigt.

Eine Dreiviertelstunde vor dem Anpfiff sitze ich scheinbar gelassen auf meinem weißen Sitz, Block F, Reihe 17, Platz 7. Doch von jetzt auf gleich kommt die Angst wieder in mir hoch. Ohne Grund, unten auf dem Rasen machen sich die Torhüter warm, aber die Gedanken an die Tiefpunkte der Saison kommen einfach so. Was war es leicht, nach Baillys Eigentor mit der Faust nach außen hin zu kapitulieren, weil alles andere irrational gewesen wäre. Jetzt aber ist der Tag gekommen, an dem jegliche Gegenwehr zwecklos würde, weil man nichts mehr ändern könnte.

Relegation – es gibt keine Wettbewerbsform im Fußball, bei der man so viel zu verlieren hat. Der Unterlegene im DFB-Pokalfinale bekommt eben nicht den goldenen Pokal, der Vizemeister eben keine Schale, der Verlierer im Champions-League-Endspiel darf den silbernen Pott mit den großen Ohren nicht stemmen, der Vize-Weltmeister den WM-Pokal allenfalls berühren, wenn er bei der Medaillenvergabe vorbeischleicht. Ein Bundesligist aber, der in der Relegation scheitert, wird rausgeworfen aus der Liga, in der er zuvor noch gespielt hat. Er tritt in der kommenden Saison in anderen Stadien an, in kleineren zumeist, gegen kleinere Vereine mit Spielern, die alles dafür geben würden, einmal gegen Robben, Ribéry oder Schweinsteiger zu spielen. Und man selbst könnte ihnen davon erzählen. Aber vermutlich würden sie nicht zuhören, nicht einem Zweitligisten.

Schluss mit Konjunktiv

Der Moment des besiegelten Abstiegs ist in den vergangenen Monaten mindestens so oft an mir vorbeigezogen wie die imaginäre Rettung. Immer gab es in meiner Vorstellung allein die Traurigen und auf der anderen Seite einen x-beliebigen Verein, dem das Leid der Borussia konkret nichts gebracht hätte. Jetzt aber sitzen, vorzugsweise stehen, 23 000 Fans eines Vereins um uns herum, die vor Freunde das Feld stürmen würden, weil Gladbachs Abstieg gleichbedeutend mit ihrem Aufstieg wäre. Viele Konjunktive in vielen Sätzen – doch dann kommt 20:30 Uhr, dann kommt der Anpfiff, Schluss mit Konjunktiv. Ich zerknülle den letzten Streifen meines Countdown-Maßbandes und schnipse ihn weg.

Die geballte Realität heißt in der dritten Minute Marcel Maltritz. Szenen, in denen das Glück einem gleich zu Beginn freundschaftlich die Hand auf die Schulter legt, sind mittlerweile ja Tradition. Der Bochumer Verteidiger trifft die Latte. Im Hinspiel war es sein Nebenmann Yahia gewesen, den ein bisschen Daems sowie ein bisschen Aluminium stoppte.

Die gesamte Woche nach dem 1:0 im Borussia-Park hatte ich mit einem elendigen Ohrwurm zu kämpfen, im Prinzip mit zweien auf einmal, beide Bochum-Lieder. Entweder sangen blau-weiße Fans in meinem Gehörgang “Unten auf dem Rasen” oder “VfL, wir steh’n wir zu dir”. Dem war nur mit der Tonspur des Treffers von Igor de Camargo beizukommen. De Camargo! Luthe! Arango! Hanke! Wieder de Camargo! Ob im Bett oder in der U-Bahn – immer wieder kam das probate Gegenmittel zum Einsatz. Hoffentlich hat nie ein Fahrgast auf meine Unterarme geschaut und sich gefragt, warum ich von der Ansage der Haltestelle “Kampstraße” eine vulkanartige Gänsehaut bekommen. Aber: Es half.

Nordtveit und Neustädter auf dem Zahnfleisch

Eine Viertelstunde ist rum, als ich meinen MP3-Player gut gebrauchen könnte. Nicht nur die Bochumer Fans haben die Relegations-Arithmetik offensichtlich verstanden, sondern auch ihre Mannschaft. Kein Wunder, schließlich hat der VfL aus dem Pott seit Gladbachs letztem Europapokal-Intermezzo gleich zweimal internationale Luft geschnuppert. Dante und de Camargo haben für Standard Lüttich gespielt. Sollte das nicht genügen, um Bochumer Erinnerungen an den Abend zu wecken, als Möchtegern-Brasilianer Edu gegen die Belgier über den Ball und seinen Verein aus dem UEFA-Cup trat?

Nach gut zwanzig Minuten hat es kaum den Anschein. Die Borussia tut sich schwer. Nordtveit und Neustädter laufen so sehr auf dem Zahnfleisch, dass im Aufbau die Anspielstationen fehlen. Die vergangenen Auftritte haben es schon gezeigt: Der Fluss im Gladbacher Spiel steht und fällt mit den beiden jungen Sechsern, zusammen nur 43 Jahre alt. Dementsprechend häufig greifen Dante und Stranzl zum langen Pass, den Lucien Favre doch auf den Index gesetzt hatte.

In der 23. riskiert Stranzl etwas zu viel, als er sich weit vor die eigene Viererkette wagt. Prompt spielt er schlampig auf Jantschke, der den Ball verliert. Ein einziger öffnender Pass genügt Bochum, um auf links eine Zwei-gegen-zwei-Situation zu haben. Stranzl hat den Ball schon von Aydin zurückerobert, als sei der misslungene Vorstoß eine DVD aus vergangenen Tagen gewesen, eine überschreibare, auf die der Österreicher sofort wieder die Routine der vergangenen Wochen brennen wollte. Doch Aydin bleibt hartnäckig, passt quer auf Dabrowski, der alles sucht, vielleicht auch Nordtveits Bein. Zumindest das findet er und sorgt dafür, dass 113 nervenvernichtende Minuten definitiv für die Katz gewesen sind. Bochum führt, sogar die Tormusik besteht aus der Originalvorlage von “Unten auf dem Rasen”. Um 20:54 Uhr habe ich Angst und obendrein einen Ohrwurm.

Das Glück ist unparteiisch

Nie wollte ich auch nur eine Sekunde direkt abgestiegen sein. In Hamburg saß Gladbach beinahe im Wartezimmer des Worst-case-Szenarios, hätte den Ausgleich nicht drei Sekunden später kassieren dürfen. Jetzt, am 34. Spieltag plus zwei, würde ein Tor des VfL Bochum die Tür zum Behandlungszimmer weit öffnen. Die Borussia hätte dann noch 90 Minuten minus x, um die Praxis zu verlassen.

Zumindest die Verdauung ist intakt. Es dauert rund zehn Minuten, die die Gastgeber rein gar nicht nutzen können, aber dann übernimmt die Elf vom Niederrhein langsam das Kommando. Nordtveit und Neustädter pfeifen auf die Abstiegskampf-Parodontose, rappeln sich auf und zeigen, dass Spielaufbau ebenfalls Kampf sein kann. Mit Geduld arbeiten sich die Favre-Jungs in Richtung Tor. Es sieht nicht gut aus. Aber was zählt das schon in einem Wettbewerb, dem Ligen, Namen und alles andere völlig egal sind?

Fünf Minuten vor der Pause bereitet Arango mit der besten seiner insgesamt sieben Ecken beinahe den Ausgleich vor. Idrissou macht beim Kopfball alles richtig, was bei seiner sonstigen Fehlerquote locker zum 1:1 reichen müsste. Doch auch Bochum zählt auf diesen offenbar schizophrenen Freund, der von hinten die Hand auf die Schulter legt. Das Glück ist unparteiisch an diesem Abend – Idrissou trifft die Latte. Kurz darauf kann Neustädter es mit dem Kopf richten, scheitert aber an seinem eigenen Kopf.

Wer wird der Leifeld?

In der Halbzeitpause greifen die Gastgeber im eigenen Stadion zum allerletzten Mittel: Legenden von der Theke, aus dem Lotto-Geschäft oder der physiotherapeutischen Praxis holen und an den Spielfeldrand stellen. Sie dort am besten von früher erzählen lassen. “Früher” ist bei Uwe Leifeld Ende der 80er, Anfang der 90er zu verorten. In Relegations-Rückspiel gegen Saarbrücken erzielte er in der 77. Minute das 1:1 nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel. Gladbach wird 21 Jahre später ebenfalls einen Uwe Leifeld brauchen, um das, was man in diesen Tagen Wunder nennt, zu vollenden. Je nachdem, wer es sein wird, ordnet er sich irgendwo auf Platz 36 bis 174 der Vereinslegenden ein. Oder doch weiter vorne?

In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit bin ich bereit, jedem einzelnen Borussen auf dem Platz ein Denkmal zu bauen. Möge er doch einfach nur dieses verdammte eine Tor schießen, das mit allergrößter Sicherheit reichen würde. Ich stand einige Male kurz davor, mich dem Abstieg zu ergeben. Aber restlos weg war der Glaube nie. Es ergab niemals Sinn, aufzugeben, solange die Borussia nur einen Sieg davon entfernt war, wieder dran zu sein.

Als ich mich zum letzten Mal in dieser Saison von meinem Platz erhebe, bin ich nicht bereit, abzusteigen. Ich will nicht umsonst in jeder freien Minute den Tabellenrechner malträtiert und gegen Dortmund, Hannover, Freiburg und Hamburg mit großer Gewissheit Monate meines Lebens verloren zu haben. Sollte dieses Leben mit 83 Jahren im Februar oder März zu Ende gehen, können meine Kinder und Enkel sich sicher sein, dass Opa eigentlich erst im November dran gewesen wäre, wenn es nicht diesen Verein gegeben hätte, zu dem er erst “Ja” und dann nie wieder “Nein” sagte.

Lähmung auf beiden Seiten

Die 55. Minute bringt zwar nicht dieses Gladbacher Leifeld-Tor, dafür bringt es immerhin ein Tor, das nicht zählt. Ein verunglückter Rückpass dreht Ostrzoleks Nachnamen vor Schreck auf links. Idrissou zieht an Kelozrtso vorbei, wurschtelt sich durch, bis er die Chance per Fallrückzieher hat. Vor der Linie steht Marco Reus und schiebt ein – aber die Fahne ist oben. Kurz eilt der 21-Jährige zum Spielfeldrand, um sich einen Schnäuzer abzurasieren. Die Mutation zu Uwe Leifeld hatte bereits eingesetzt. Idrissou mimt in der Zwischenzeit den Pausenclown und sorgt mit seinem Kopfball knapp über die Latte nicht einmal bei den Bochumern für Erheiterung, weil denen der Atem stockt. Vielleicht liegt der Vorteil für den Bundesligisten in der Relegation allein darin, dass er dieses Und-dann-bist-du-tot-Gefühl à la Lucien Favre im Gegensetz zum Zweitligisten aus der abgelaufenen Saison ganz genau kennt.

In der Folgezeit entwickelt sich eine Partie, die einem jeden Kommentator die Bemerkung “beide wollen die Verlängerung” auf die Lippen zaubern müsste. Aber jeder Beobachter mit weniger als zehn Dioptrien sieht genau, dass sowohl Bochum als auch Gladbach in dieser Phase mit Betonklötzen an den Beinen, Zwangsjacke, Augenbinde, Ohrenstöpseln und Knebel zugleich spielen. Favre bringt Igor de Camargo nur zwei Minuten später als im Hinspiel. Wieder geht Idrissou.

Dann heißt es: Drei Ecken, kein Elfer, aber zwei dicke Möglichkeiten. Erst wird eine Flanke von Arango im Anschluss an die zweite Ecke so abgefälscht, dass Luthe den Ball gerade noch aus dem Winkel kratzt. Anschließend läuft Stranzl mit jedem seiner 85 Kilogramm in den Eckball, sein Aufsetzer trifft aber nur den Pfosten. Darf das denn wahr sein? Muss dieses gefühlte Champions-League-, Europa-League, EM- und WM-Finale in Personalunion denn ernsthaft in die Verlängerung gehen?

Houston, wir haben kein Problem

Anders als rund 5000 mitgereiste Borussen hadert die Mannschaft jedoch keine Sekunde. Sofort geht es wieder nach vorne. Die Jungs haben verstanden, dass ein Tor plötzlich mächtiger sein kann als 49 zuvor – es kann alles klar machen. De Camargo. Reus. Wieder de Camargo. Der schickt den Youngster auf die Reise, ein doppelter Doppelpass. Reus ist völlig frei, nimmt den Linken. Schießt. Tor! Tor! Tor! Gladbach ist Weltmeister! Reus ist Uwe Leifeld! Reus ist die Relegations-Legende! Reus ist zumindest der, der in 21 Jahren am Spielfeldrand stehen wird und meinen Kindern erzählt, wie es damals überhaupt erst so weit kam, dass Gladbach die Klasse hielt, um sich nach 21 Erstligajahren in Folge vor lauter Entzugserscheinungen noch einmal die volle Dröhnung Relegation zu geben.

Ich weiß gar nicht, wo ich hin soll. Houston, wir haben kein Problem, wir sind schon auf dem Mond gelandet. Arme in die Luft, ein Dank an den Fußballgott, Sternschnuppen fliegen, Eiswürfel tauen auf, die Ampel ist grün, das Trikot weiß – das muss es doch sein! “War das Reus?”, fragt Nils, völlig entgeistert, unter positivem Schock stehend. Schnell greifen wir uns den Woody-Woodpecker-Doppelhalter mit der einen Stange. Zwei Mann müssen ihn halten, deshalb heißen die Dinger wohl Doppelhalter. Nach 3223 Minuten scheint Gladbach endlich gerettet zu sein.

Wer aber nicht aufhört, an den Klassenerhalt zu glauben, solange es nur ein Sieg zur Tuchfühlung ist, der muss auch weiter zittern, wenn Bochum nur ein Tor braucht, um nur noch ein Tor zu brauchen. Marc-André ter Stegen ist in diesem Text bislang gar nicht aufgetaucht. Nein, hier wird nichts vertuscht. Der Junge hat einfach kaum etwas zu tun gehabt – bis ein Freistoß von Toski ganz lang wird und man hofft, dass ter Stegen ihn absichtlich unterschätzt hat, um ihn so sehenswert über die Latte zu retten.

Sieben Millionen Zuschauer

Diesmal bin ich sogar zu fertig, um Minuten zu zählen. Doch die Uhr scheint es eilig zu haben, eiliger als sonst. 5000 Borussen stehen auf einem Ziffernblatt, suchen den Zeiger, gegen den sie sich stemmen können, um ihn anzuschieben. Dann kommt das Ding auf einmal von hinten angerauscht, alle ducken sich, machen Platz für den Zeiger, der das blendend alleine hinbekommt.

Bochum tritt derweil auf der Stelle und in die Beine. “Scheiß-Verlierer”, brüllt der Gästeblock. Solange sich niemand verletzt, mag ich es dem Gegner kaum übel nehmen, mit dem Ziel, das vor Augen verschwimmt. Übel genommen habe ich Ostrzolek – damals noch mit allen Buchstaben an der richtigen Stelle – lediglich seine Grätsche von hinten gegen Reus in der 31. Minute. Am 11. Spieltag hätte er dafür Rot gesehen. Aber so ist die Relegation: Keine Liga, keine Ruhe, andere Gesetze.

Der Zeiger hat weitere Umdrehungen hinter sich gebracht. Wir sitzen mittlerweile auf dem Zeiger, lassen die Beine baumeln und feiern das, was sich allmählich anbahnt. Das nächste Lied in der Playlist: “Die Seele brennt – für unseren einzig wahren Star; die Seele Brennt – für Mönchengladbach, VfL Borussia!” Sieben Millionen Menschen vor dem Fernseher können es hören, all die Ungezählten in den Kneipen, die 10 000 im Borussia-Park beim Public Viewing. Wenn die Welt trotz aller Tristesse doch an einigen Spieltagen in Ordnung war, dann sind diese letzten Minuten ein Medley all dieser Momente. Leverkusen, Köln, Nürnberg, Frankfurt, Schalke, Hoffenheim, Köln, Dortmund, Hannover, Freiburg, Bochum. Nils dreht sich zu mir, tippt kurz mit der Faust auf meine Schulter, was so viel heißen soll wie: Alles wird gut.

“Nie mehr Zweite Liga!”

Wer glaubt, dass alle Gladbacher realitätsferne Träumer sind, die nie über die Erfolge der 70er-Jahre hinwegkommen, der merkt einmal im Jahr, dass da jede Menge Demut übrig ist. Erst wenn sich alle zu 100 Prozent sicher sind, dass der Klassenerhalt geschafft ist, dann wird ein Lied angestimmt, das zu diesem Verein nun einmal seit Jahren gehört wie seine eigene Hymne: “Nie mehr Zweite Liga!” 35 Spiele, 87 Minuten und 46 Sekunden hat es diesmal gedauert.

Es gibt drei Typen von Bundesligisten: Die einen waren in der aktuellen Generation schon einmal unten, wissen, wie es dort aussieht – sie setzen ein “nie mehr” vor die Zweite Liga. Die anderen benutzen ein “niemals” – Stuttgart oder Bremen. Und dann gibt es die Bayern und sicherlich einige andere, die nur eines “niemals” tun – Gedanken an die Zweite Liga verschwenden. An diesen Vereinen und insbesondere den Rekordmeister hat der Autor des Relegations-Artikel in der “Süddeutschen Zeitung” ein paar Zeilen adressiert, die man nicht schöner formulieren kann: “Spiele wie in Bochum, bei denen das gesamte Publikum 90 Minuten klatscht, singt, brüllt und niemals an die Lachshäppchen in der Pause denkt, wird ein Spieler von Bayern München vermutlich niemals erleben.”

Drei Minuten zeigt der Vierte Offizielle diesmal an. Was wäre es für ein Mittelfinger des Schicksals, wenn Bochum nach 93 Minuten und 14 Sekunden das wertlose 2:1 gelänge. Stattdessen gebührt Schiedsrichter Peter Gagelmann genau in jenem Moment die Ehre, etwas Großes zu vollenden. Etwas Großes, das nach externen Maßstäben alles andere als groß ist. Das nur so imposant und – Vorsicht! – irgendwie historisch ist, weil die Borussia so spät mit dem Bau begonnen hat. Am 25. Mai 2011 um 22:22 Uhr ist es vollbracht!

Eine Saison, die es nur als Gesamtpaket gibt

Ja, so feiert man Meisterschaften, Pokalsiege, WM-Titel, Europacup-Erfolge, Aufstiege. Aber so habe ich niemals zuvor eine Mannschaft den Klassenerhalt feiern sehen. Zuerst bildet sich eine Jubeltraube um ter Stegen im Tor. Bailly ist da, Schachten, Bäcker, Jaurès – als würde bei einem Theaterstück selbst der Catering-Service auf die Bühne kommen, weil niemand abstreiten kann, dass die Vorstellung ohne leckere Häppchen nicht gelungen wäre.

Auch die, die in den Akten zuvor die Bösewichte gespielt haben, werden dann vom Public mit Standing Ovations bedacht. Was wäre die Geschichte dieser Saison im Nachhinein ohne Baillys Eigentor mit der Faust, ohne den Bock von Levels gegen Stuttgart, ohne die unzähligen Böcke der Hinrunde, ohne die Tätlichkeiten und die bitteren Verletzungen? All das plus unvergessliche Momente bei den zehn Siegen der Saison ergeben dieses Gesamtkonstrukut, das den Klassenerhalt anstelle des Abstiegs bringt.

Inmitten dieser hüpfenden Sportler steht schüchtern Lucien Favre. Dann jedoch muss er dran glauben. Die Spieler stemmen ihn in die Luft, Favre fliegt. Im “Kicker” habe ich dazu ein so grandioses Bild gesehen, dass ich morgen mit einem USB-Stick zum Drogeriemarkt rennen werde, um mir einen Abzug davon zu machen. Aus der Froschperspektive sieht man den fliegenden Favre, unter ihm die dankbar-hochachtungsvoll-kumpelhaften Gesichter der Spieler. Favre verdeckt den Flutlichtmasten. Lediglich ein schimmerndes Licht umgibt ihn.

Rückkehr der Heldenverehrung

Ich hatte spätestens vom Heldenkult Abstand genommen, als mit Tony Jantschke erstmals ein Gladbacher Spieler jünger war als ich selbst. Nie mehr wollte ich mir einen Namen aufs Trikot drucken lassen, bis ich in ein Alter komme, in dem Spieler XY mein Sohn sein könnte. Doch dieser Klassenerhalt, diese Relegations-Meisterschaft, hat die Heldenverehrung zumindest für den Moment wieder entfacht. Würde ich jetzt auf Lucien Favre treffen, würde ich ihn einfach zehn Minuten drücken und ihm danken. Er würde es zwar nicht wollen, aber da müsste er durch.

Als das volle Programm rund um Welle, Humba und andere Feierlichkeiten durchgezogen ist, sind nur noch etwa 1000 Menschen im Gästeblock verblieben. Wie schon zuvor, als es noch voller war, rufen sie immer wieder: “Wir woll’n die Haare seh’n!” Dante hatte es versprochen, jetzt hält er Wort. Mike Hanke übernimmt die Rolle des weißen Rauchs, eilt mit Bier in der Hand aus den Katakomben, um die Frohe Botschaft zu übermitteln: Er hat es getan. In seiner anderen Hand trägt Hanke den Beweis: Dicke schwarze Locken, Überreste der kultigsten Mähne, die die Bundesliga seit dem Aussterben des Mike-Werner-Vokuhilas gesehen hat.

Nein, es ist nicht das, wonach es aussieht. Es sind wirklich Dantes Haare. Und sie sehen aus wie – Haare.

Hanke läuft unten am Zaun vorbei, die Hand geöffnet, Fans greifen sich ein paar Locken wie Hostien im Gottesdienst. Ich gehe runter, konvertiere schnell zum Haar-Glauben. Hanke ist schon wieder weg, da sehe ich einen Vater mit seinem Sohn am Zaun stehen. Sie begutachten ein schwarzes Knäuel. “Nur ein kleines bisschen”, sage ich ziemlich umnebelt von der Nichtabstiegs-Euphorie. Sie lassen mich zugreifen. Borussen teilen, auch Haare. Doch wo zur Hölle steckt man Haare hin, die man aufheben und in Ehren halten will? Mir fällt nur eins ein: Ich packe mein Handy aus, entferne den Akku, stecke die Haare in die Hülle, Akku wieder rein, Handy an, bloß keinen Kurzschluss.

Draußen vor dem Stadion telefoniert meine Mutter kurz darauf nicht mit ihrem Sohn, sondern mit Dantes Haaren. Als wäre diese Saison nicht so schon der Wahnsinn auf Erden. Was soll ich meinen Kindern entgegen, wenn sie fragen, was für Relikte aus vergangenen Fußball-Tagen ich ihnen zeigen kann? Ja, Kinder, schaut her, das sind die Haare vom Afro unseres brasilianischen Innenverteidigers. Die hat er sich abrasieren lassen, nachdem wir Meister, äh, die Klasse gehalten haben.

Trophäen der Rettung

Der Weg zum Bochumer Hauptbahnhof zieht sich. Um 22:43 Uhr sollte der Sonderzug nach Mönchengladbach abfahren. Um 23:15 Uhr pilgern ein paar Hundert Borussen immer noch die Castroper Straße herunter. Überall in den Bäumen scheinen Bochumer zu hängen, die nach dem verpassten Aufstieg einen letzten Kick zum Saisonende suchen. Auf einmal ziehen die ersten Reihen das Tempo an, die Polizeieskorte zieht mit. Ein paar Bochumer Hooligans haben sich in der Mitte der Straße aufgebaut. Es kommt jedoch nicht zu nennenswertem Kontakt.

Eine Kneipe der Gastgeber ist derweil von Polizeiwagen eingekesselt. Nils und ich wollen zügig vorbeigehen, als plötzlich ein Dutzend glatzköpfiger Stiernacken aus dem Kessel kommt, die Fäuste geballt, die Blicke entschlossen. Nein, nicht jetzt, das kann nicht wahr sein. Dann meldet sich einer der Stiernacken zu Wort. “Borussia! Borussia! Borussia!”, schreit er in die Nacht. Entwarnung, alles in Ordnung. Demnächst nur vielleicht etwas früher Bescheid sagen.

Endlich am Hauptbahnhof angekommen, ist sogar noch Zeit für eine kleine Bierration. Um 23:50 Uhr fährt der Zug los. Gladbach ist seit fast 90 Minuten definitiv ein weiteres Jahr erstklassig. Champions-League-Niveau haben dagegen die Bilder im Sonderzug. Es hat den Anschein, als habe jeder ein Kleidungsstück eines Spielers abgesahnt. Neben uns auf dem Gang stehen Tony Jantschkes Hose und die Schienbeinschoner von Roel Brouwers. Die beiden Männer vom Fanclub “Nerveblank” haben hinter den Trainerbänken gesessen, nichts gesehen, aber fast als die einzigen den Platz gestürmt. Fünf Meter haben sie es geschafft, bis in die Arme von Marco Reus, der ein bisschen Zivildienst leistete und die beiden fast eigenhändig wieder zur Werbebande geleitete. 5000 Menschen werden ihre ganz eigene Geschichte von diesem Abend erzählen können, dazu die 12 000 im Borussia-Park, jeder Einzelne, der zu Hause oder in der Kneipe miterlebt hat, wie das wahr wurde, was noch immer nicht zu fassen ist.

Dringeblieben

Diese Geschichte geht auf dem Alten Markt weiter, vor dem “MaNaMaNa” auf der Ecke zur Waldhausener Straße. Der Laden ist noch voller als seine Gäste. Auf den Bildschirmen laufen die letzten zehn Minuten des Spiels, das mittlerweile seit drei Stunden zu Ende ist. Nils und ich reden gar nicht viel. Stille steht für Genießen. Aus der Kneipe ertönt kurz vor zwei Uhr “Es gibt nur eine Borussia”. Wie oft ich dieses Lied in den vergangenen Wochen gehört habe, wieder im Bus, in der Bahn und im Bett: “Es ist seit Hundert Jahren so und wird nie anders sein – die einzig wahre Borussia kommt nur vom Niederrhein.”

Mein Vater hat sich bereiterklärt, zu jeder Uhrzeit nach Mönchengladbach zu kommen, um uns abzuholen. Um halb drei wird er gebeten, sein Versprechen einzulösen. Auf dem Weg zum Auto spricht uns ein dunkelhäutiger Mann an, der sein vollbepacktes Fahrrad die Hindenburgstraße hochschiebt. Er klingt ein bisschen nach Jamaikaner, grinst so breit wie Dante und trägt auf dem Kopf eine Mischung aus dem Dante von gestern und dem von heute. “Hat es geschafft?”, will er wissen. “Borussia?”

“Ja”, antworten wir im Chor, “1:1 ist es ausgegangen.”

Der Mann nickt freudig-hektisch. So wie jemand freudig-hektisch nickt, dem man gerade den Abend, pardon, die Nacht gerettet hat. Wir ziehen weiter. Ich drehe mich noch einmal um. Noch immer nickt er. Und erst da begreife ich völlig: Es ist vorbei. Dringeblieben. Im Westen geht die Sonne auf.

27. Mai 2011 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | Schlagwörter: , , , , , , | 14 Kommentare

Kommentare (14)

  1. Yes! Staatsarbeit fertig formatiert und fertig zur Abgabe und beim Belohnungsbier ist der Relegations-Bericht zu lesen – schön ist das.
    Manches hab ich nicht gecheckt, aber das liegt wohl an der Uhrzeit, den vielen und langen Kämpfen mit dem Eigenleben von Word und dem Bier auf fast leerem Magen. Am besten lese ich morgen nochmal und bitte dann um Erklärung…
    Und noch viel mehr war richtig gut. Insbesondere die Schilderung der ganzen Saison. Sie war richtig scheiße, aber irgendwie – im Rückblick mit allen Emotionen zusammen genommen – auch geil. Dieße Saison wird sicherlich ihren festen Platz in den Erinnerungen bekommen.
    Weiter so und bis morgen

  2. Dieser Text ist Dein Meisterwerk!!!

    Unglaublich:

    “… dass Opa eigentlich erst im November dran gewesen wäre, wenn es nicht diesen Verein gegeben hätte, zu dem er erst “Ja” und dann nie wieder “Nein” sagte.”

    Und wo hast Du denn folgenden Abschnitt hergeholt?

    “Diesmal bin ich sogar zu fertig, um Minuten zu zählen. Doch die Uhr scheint es eilig zu haben, eiliger als sonst. 5000 Borussen stehen auf einem Ziffernblatt, suchen den Zeiger, gegen den sie sich stemmen können, um ihn anzuschieben. Dann kommt das Ding auf einmal von hinten angerauscht, alle ducken sich, machen Platz für den Zeiger, der das blendend alleine hinbekommt.”

    Der ist ja für die Ewigkeit!!! So wie Musiker zeitlebens nach dem perfekten Song suchen, diesen aber glücklicherweise nie finden und uns daher immer und immer wieder mit neuen Songs beglücken, die zumindest für uns perfekt sind, könntest Du dich jetzt eigentlich beruhigt zur Ruhe setzen. Da geht nichts mehr drüber!

    Danke!!!

    Schwarzgrünweiß von der Elbe,
    Martin

    PS: Habe von Mike Hanke unten am Zaun auch eine handvoll Dante-Haare bekommen und, wie es Borussen tun, mit 2 anderen Borussen geteilt. Habe “meine” Portion im Portemonnaie unversehrt bis Magdeburg gebracht. :)

    PPS: Ich möchte übrigens mal einen weiteren Grund nennen, warum ein Abstieg unserer Borussia (zumindest für hoffnungslose Sammler) eine Tragödie gewesen wäre und den in den ganzen Medien noch niemand ausgesprochen hat: es hätte 2011/12 keine Sammelbilder unserer Heros gegeben!

  3. Vielen Dank für Deinen Bericht, der für mich den perfekten Abschluss dieser Saison darstellt.

    Habe das Ende Deiner/meiner Odyssee noch einmal mit Dir miterlebt und jetzt – wie bereits am Mittwoch abend – schon wieder Tränen in den Augen. Freudentränen!

    Im Westen geht die Sonne auf,

    Duskstrider

  4. Sensationell

  5. DANKE! den bericht zu lesen, war mal wieder eine besondere freude.

    diese saison musste ich als BORUSSE im Hannover96-Land ganz besonders leiden. aber zum glück hilft mir mein guter alter freund Sarkasmus so manches mal aus der depression: “sas soll ich mit meinem club im niemandsland rumdümpeln. so ist´s wenigstens eine spannende saison…”

    mit Schwarz-Weiß-Grünen grüßen & Raute im Herzen!

  6. Der lange erwartete, krönende Abschluss dieser Saison, die zum Glück noch mit zwei blauen Augen beendet wurde. Danke für deine immer wieder wunderbaren Ausführungen. Nun gilt es, das Motto für die nächste Saison zu finden… aber erst Sommerpause. Die brauchen wir wohl, um ein wenig von den in den 90 Minuten verlorenen Monaten aufzuholen. Und sag, wo ist das tolle Bild im Kicker??

    Schönen Sonntag für alle Schwarz-Weiß-Grünen – schaun wir mal, was es auf der JHV heute noch gibt.

  7. Eine solche Saison erlebst du nur als Fan von Mönchengladbach. Einzigartig, spektakulär…einfach der pure Wahnsinn.
    Ich les´ dich in 2 Monaten…

    *Sing* Danke-Dante-Hanke-Igor-TOOOOOOR
    Danke-Dante-Hanke-Igor-TOOOOOOR

  8. Danke für eure Kommentare! Über die ganze Saison gesehen, spiegeln die das Gefühlschaos ja ziemlich gut wider. Und wenn ich nicht Woche für Woche gemerkt hätte, dass da so viele sind, die ähnlich leiden, wäre es mir auch nicht so leicht gefallen, das Pebsum durchzuhalten. Danke dafür!

    Das Bild ist hier im Spielbericht zu sehen. Hab’s aber noch nicht geschafft zum Drogeriemarkt.;)

  9. Danke für den Hinweis mit dem Bild. Jetzt habe ich es auch gesehen. Merci! ;o) – Viel Erfolg beim Besuch des D-marktes…!

  10. Wow, das erste Mal hier gewesen, wirklich toller Bericht, ist weiter zu empfehlen! Dieses Spiel werde ich persönlich übrigens wirklich niemals vergessen: Ich lebe seit 10 Jahren in Bochum und habe daher von beiden (!) Seiten diese ungalubliche, anspannende, nervenzerreissende Faszination der Relegation erlebt: Das waren zehn Tage Ausnahmezustand, glaub´s mir! Last not least: habe seit eben ein neues Hintergrundbild: den fliegenden Favre!

    ;-)

  11. …eine wirklich grandiose Seite, auf die ich – leider – erst jetzt durch Einträge “meines Forums” Seitenwahl gestossen bin.

    Die Berichte sind außerordentlich, klasse und sensationell.
    Anders nicht zu beschreiben.

    Das Buch ist bestellt und wird verschlungen.
    Vielen Dank dafür und für die Zeit, die Du in ein solches Projekt investierst und damit sogar noch Gutes tust.

    Auch die JHV haben wir gemeinsam positiv hinter uns gelassen und somit freue ich mich auf die nächste Saison.
    Denn:
    Entscheidend is aufm Platz (und davor, danach sowie daneben :-) )

    Viele Grüße aus Hessen
    Bjay1902

  12. WOW ! :D hammer Text ! :D :D :D

  13. Pingback: Kaufbefehl: Soweit die Raute trägt… | DER RUHRWELLENREITER

  14. Ich hab heute zum ersten Mal diesen Blog gelesen. Und das gleich 2 1/2 Stunden am Stück. Die letzten Spiele der letzten Saison. Die Relegation. Das Wunder! Wie haben wir doch gelitten. Und wie herrlich hat mich dieser Blog grad wieder dahin zurückversetzt. Ich musste ein paar Mal herzhaft lachen und bei diesem Text bekam ich sogar Gänsehaut. So sieht Leidenschaft in Worten aus. Danke dir!

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