ARD-Brennpunkt der Herzen

Der Bundespräsident wird für alle Gladbacher heute nur irgendein Provinzpolitiker gewesen sein, der sich im Fernsehen wichtig macht. Bewegt hat alle Borussen (außer die in Berlin und Neunkirchen) heute nur ein Thema: Marco Reus wechselt im Sommer zu Borussia Dortmund. Willkommen zu einem ARD-Brennpunkt der Herzen!

Spieler gehen, die Raute bleibt.

Wann immer eine Eilmeldung im Agenturticker erscheint, löst das in mir ein mulmiges Gefühl aus. Dabei geht mittlerweile selbst dann ein neues Fenster auf, wenn Hape Kerkeling seine Absage an “Wetten, dass…?” verkündet. Eile mit Weile.

Heute, kurz vor 16 Uhr, war es wieder so weit. Nur saß ich diesmal nicht selbst vor dem Computer, sondern ein Kollege rief an. Ich solle mal ganz schnell in sein Büro kommen. Mit allem hätte ich gerechnet. Zum Glück musste ich nur ins Büro nebenan und konnte mir nicht groß Gedanken machen, um was es wohl ging. Und dann war da dieser grässliche rote Balken, Eilmeldung: Er geht.

Meine Gesichtszüge müssen in jenem Moment wirklich entgleist, mein Kopf dunkelrot geworden sein. Noch beim Mittagsessen hatte ich getönt, wie sicher ich mir sei, dass Marco Reus wenigstens bis Sommer 2013 in Gladbach bleiben würde. Welch eine Schmach!

Ich war schon wieder zu naiv gewesen, zu idealistisch, zu dumm. Dabei hatte ich nie geglaubt, Reus würde auch nur einen Tag länger als bis zum 30. Juni 2013 bleiben. Nur habe ich gleichzeitig den Fehler begangen, nicht davon ausgehen, er könne vor dem 30. Juni 2013 gehen. Mindestens ein Drittel der Pulsschläge jenseits der 120 ist doch nur auf die eigene Ertapptheit zurückzuführen. Kleine Kinder sollen sich mal nicht so anstellen. Es kann gar nicht so schlimm sein, zu erfahren, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Es geht viel schlimmer!

Einfach nur: “Is’ so!”
Dabei wollte ich betont bescheiden sein. Und ich ging davon aus, dass es einem Spieler irgendetwas bedeuten könnte, in die Vereinsgeschichte einzugehen als der Kopf jener Gladbacher Mannschaft, die erstmals seit 1996 wieder international spielt. Auch wenn Reus beteuert, weiter mindestens 100 Prozent zu geben, auch wenn ich ihm das glaube – die Angst, dass diese Saison plötzlich eine Wendung zum Schlechten nimmt, ist wieder da.

Dem Lockruf des Geldes folgt Reus mit dem Wechsel nach Dortmund sicherlich nicht. Knapp drei Millionen Euro soll er dort verdienen, sagt die “Süddeutsche”, wenn der BVB nicht gerade unfreiwillig auf Punktprämien verzichten muss. Ungefähr die Hälfte soll es bislang in Gladbach gewesen sein. Nicht so viel weniger, dass Reus unter keinen Umständen noch eine Saison mit dem Gehalt über die Runden gekommen wäre. Am meisten Stil hätte es, wenn der 22-Jährige seinen Weggang mit einem lapidaren “is’ so” begründen würde.

In Ordnung, er will zu einem Verein, “der um die Meisterschaft mitspielt und mir die Garantie gibt, in der Champions League zu spielen”. So weit alles verständlich. Nur scheint sich Reus mit dem deutschen Fußball nicht ausgiebig genug beschäftigt zu haben, um herauszufinden, dass es da in diesem Land nur einen Klub gibt, der es sich erlauben könnte, eine solche Garantie schriftlich festzuhalten. Dort hätte er vielleicht knapp das Doppelte verdient wie nun ab Sommer 2012 beim BVB. Zum FC Bayern wollte er nicht. Derzeit fällt es mir schwer, Schadenfreude zu empfinden oder mir den hochroten Kopf von Uli Hoeneß herbeizuwünschen.

Masterstudent Reus
Ich habe versucht, mich in Reus’ Lage zu versetzen, Parallelen zu finden, die einigermaßen Sinn ergeben. Im Jahr 2013 werde ich meinen Bachelor machen und mich bereits davor entscheiden müssen, ob ich den Master noch dranhänge. Vor ein paar Wochen war ich mir sicher, direkt ins Berufsleben einsteigen zu wollen. Dann fiel die Entscheidung, diesen verdammten Abschluss um alles in der Welt zu machen. Und umso mehr ich jetzt darüber nachdenke, umso schwerer fällt es mir, auszuschließen, meine Entscheidung nicht auch von so banalen Dingen wie – nun ja – Geld und kurzfristiger Perspektive abhängig zu machen.

Noch hat kein Borussia Dortmund versucht, mich aus meinem beruflichen Borussia Mönchengladbach, also der Universität, wegzulocken. Aber ich würde niemals eidesstattlich versichern, was ich in eineinhalb Jahren plane. Die Bild-Zeitung würde ich ausschließen. Die Bild-Zeitung der Bundesliga, der FC Bayern, hat aber offenbar für Marco Reus ebenfalls keine Rolle gespielt. Vielleicht hilft es, von 180 runterzukommen, wenn jeder dieses Szenario einmal für sich und sein eigenes Leben durchspielt. Vielleicht löscht es den persönlichen ARD-Brennpunkt, den jeder Gladbachfan gerade in seinem Kopf sendet.

Nichtsdestotrotz, bei allen Versuchen, wieder auf Normaltemperatur zu kommen, dürfte die Konjunktur am Niederrhein am Mittwochnachmittag eingebrochen sein, weil alle Borussen an ihrem Arbeitsplatz konsterniert vorm PC saßen. Mitarbeiter in Elektrogeschäften werden in die Fernseherabteilung getigert sein, nur um ebenfalls konsterniert vor Bildschirmen zu hocken. Wer ist Christian Wulff? Ist die Seite des Bundespräsidialamtes überlastet? Auf borussia.de ging gar nichts mehr. “Sorry für die Probleme mit der Homepage. Die Zugriffszahlen sind sehr hoch”, schreibt der Verein bei Facebook. Bin gespannt, ob ein Wettermoderator einmal sagt: “Sorry, dass Sie morgen nass werden. Es regnet.”

Zwischenzeitlich erschien auf der Borussia-Homepage eine Infoseite über die Hertha-Stiftung. Kurz keimte die Hoffnung auf, dass ein Hacker die Führung des Transferkarussells übernommen hat. Aber die Meldung, dass Gladbach Lukas Podolski verpflichtet hat, lässt immer noch auf sich warten. Es ist alles so verdammt real.

Attraktiv mit Großkreutz
Die BVB-Aktie ist im Laufe des Tages übrigens um 4,37 Prozent gestiegen. Aber dafür reichen ja schon ganze neun Cent. Weitaus bitterer ist es da, wenn die FAZ titelt: “Reus bleibt Borusse”. Ich verstehe nur “Falschmeldung”. Eher amüsant ist da schon folgender Satz, den die “Süddeutsche” verfasst hat: “Das Duo [Götze/Reus] dürfte im Mittelfeld durch Kevin Großkreutz oder Shinji Kagawa ergänzt werden. Der BVB verfügt damit über eine der attraktivsten Mittelfeldreihen in Europa.” Den Witz wollte der Autor wohl um alles in der Welt unterbringen.

Na, was ist denn nun los? Versuche ich, das alles nicht so schwer zu nehmen? Etwas gelassener? Nicht ganz so quengelig wie ein kleines Kind, das sein Kuscheltier auf dem Spielplatz verloren hat? Vielleicht kann das Thema Roman Neustädter Abhilfe schaffen. Leverkusen also. Jener Verein, der sich nach außen momentan so kläglich präsentiert wie – na ja, nehmen wir der Einfachheit halber am besten Christian Wulff.

[Selbst wenn Neustädter in Wirklichkeit zum FC Schalke gehen sollte: Es rückt sein Bild nur geringfügig gerade.]

Im Pokal ist Leverkusen in der ersten Runde gescheitert. In der Liga liegt die Mannschaft von Robin Dutt sieben Punkte hinter Gladbach. Vor einem Jahr noch wäre es schwer möglich gewesen, überhaupt sieben Punkte hinter dem VfL zu liegen. Das Achtelfinale der Champions League und ein 0:11 gegen den FC Barcelona mögen da noch so sehr für das triste Bayer-Bild der Hinrunde entschädigen. Nur genügt das nicht, um “sportliche Gründe” anzuführen, so wie Neustädter es auf seiner Facebook-Seite getan hat. Dann doch lieber: “Is’ so”.

Um sich – und vielleicht auch Neustädter selbst – daran zu erinnern, welche Entwicklung der Achter unter Gladbachs Sechsern unter Lucien Favre hingelegt hat, lohnt sich ein Blick zurück in den März 2011, Auswärtsspiel in Bremen:

“Vielleicht würde es die Borussia in der ersten halben Stunde viel öfter in des Gegners Hälfte schaffen, wenn Roman Neustädter in der Rolle des kreativen Sechsers nicht so behäbig wäre wie ein Gewichtheber bei der Rhythmischen Sportgymnastik. Da sind einem selbst Fußballspieler wie Thorben Marx auf dem Platz sympathischer, weil Typen wie der genau wissen, dass sie in ihrem Leben keinen Goldenen Ball mehr gewinnen werden. Neustädter spielt unter Favre, als würde er schon dieses Jahr damit liebäugeln, ach was, fest damit rechnen.”

Das war nicht so nett, damals aber keine exklusive Meinung. Finanziell wird sich Neustädters Wechsel nach Leverkusen sicherlich mehr lohnen als der von Reus nach Dortmund (für den Spieler selbst, versteht sich). Sportlich kann die Borussia den Weggang des Ex-Mainzers weitaus besser verkraften. In Tolga Cigerci und Alexander Ring sind zwei neue Sechser schon da bzw. im Anflug. Julian Korb gilt als Riesentalent. Da dürfte es schwer fallen, Neustädter allzu viele Tränen nachzuweinen.

Sollte es sich überhaupt in irgendeinem Fall lohnen, dann sicherlich irgendwann im Mai, wenn Marco Reus zum letzten Mal das Trikot der einzig wahrsten Borussia trägt. Immerhin weiß ich nun wieder, warum ich mich vor einiger Zeit davon verabschiedet habe, mir Spielernamen auf mein Trikot flocken zu lassen. Es ist doch sowieso nur Kleidervernichtung.

Uuund der Pokaaal, ist uns…
Es wäre in dieser rauen Zeit ein wohltuendes Zeichen, Marco Reus weder am 20. Januar gegen die Bayern noch zu einem anderen Zeitpunkt auszupfeifen. Stattdessen hat der Spieler selbst hoffentlich genug Demut übrig, um festzuhalten, welchem Verein er zu verdanken hat, dass er nun so viel Geld wert ist, wie eigentlich kein Mensch wert sein möchte. Ich will gar nicht anzweifeln, dass er weiß, dass neben dem Geburtsort im Personalausweis auch der erste Bundesligaverein im Spielerpass ein prägender Eintrag ist.

Plötzlich ist der Pokalsieg zum Saisonziel geworden. In den Mund genommen von – Marco Reus. Vermutlich wollte er mit dieser Aussage mehr sein schlechtes Gewissen beruhigen, als eine echte Zielvorgabe aussprechen. Das ehrt ihn. Er muss es nicht tun. Trotzdem wäre er nicht der einzige, der gerne den DFB-Pokal holen würde. Einzige Voraussetzung: Dass er im Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund nicht selbst schießt.

Merkwürdigerweise ist mir in den Stunden nach Bekanntgabe seines Wechsel nicht einmal durch den Kopf gegangen, wie viel Geld 17 Millionen Euro sind. Ohnehin empfinde ich es eher als Last, dass Max Eberl sein Handeln in den kommenden Monaten stets unter diesem Gesichtspunkt rechtfertigen muss. Ihm bleibt zu wünschen, dass er das auf seine unbeirrbare Art ausblendet und weiterhin so viele richtige Entscheidungen trifft wie zuletzt. Es wird keinen Sinn machen, das Geld auch nur zur Hälfte in einen einzigen Spieler zu investieren. Selbst drei Spieler für je vier Milllionen Euro Ablöse würden das Mannschaftsgefüge durcheinander bringen.

Obendrein spielt der Nachfolger von Marco Reus schon jetzt Doppelpässe mit ihm: Patrick Herrmann ist zwei Jahre jünger als Reus. Seine Hinrunde erinnert schwer an die, die Reus in seinem ersten Gladbacher Jahr hinlegte:

  • zehn Einsätze in der Startelf
  • drei Tore
  • zwei Assists

Herrmanns Bilanz in der zweiten Jahreshälfte 2011:

  • zehn Einsätze in der Startelf
  • drei Tore
  • fünf Assists

Wenn der BVB in zwei Jahren nicht mehr mit Shinji Kagawa zufrieden sein sollte, darf er gerne wieder 17 Millionen Euro überweisen. Ach kommt, sagen wir 15.

Ende der Therapiestunde
Ich habe nicht das Gefühl, dass die Reaktionen auf den nun feststehenden Wechsel von Reus grundlegend feindselig sind. Es war zu absehbar. Das Reflexionsvermögen vieler wird dennoch nicht ausreichen, um gegen die Bayern auf ein Pfeifkonzert zu verzichten. Aber ich will keinem vorschreiben, wann er zu pfeifen hat. Die Wut geht mehr in Richtung BVB, der – jaja, ich weiß, alter Schuh – Reus einst nach Ahlen ziehen ließ. Obwohl: Auch hier herrscht keine Einigkeit. Die einen hätten ihn, wenn überhaupt, nur ins Ausland oder zu den Bayern ziehen lassen. Die anderen sagen: Gott sei Dank nicht zu den Bayern. Ich gebe zu: Diesen Transfercoup hätte ich dem gebeutelten Bielefeld gegönnt.

Also schließe ich diese kleine Therapiestunde mit dem Appell, sich vom einem Transfer – und sei es auch Marco Reus – nicht eine Saison madig machen zu lassen, die bislang das größte ist, was Gladbach in den vergangenen 15 Jahren erlebt hat. Auch wenn dieser Tag mir wieder einmal die Erkenntnis beschert hat, dass ich auch nur ein naiver Idealist bin. Danke dafür!

04. Januar 2012 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | Schlagwörter: , , , , , | 22 Kommentare

Kommentare (22)

  1. Du triffst den Nagel mal wieder auf den Kopf! Am Ende sind das eben alles “nur” Profis, die “nur” für Geld arbeiten.
    Das ist eben mit einem Fan nicht zu vergleichen, der würde für kein Geld der Welt den Verein wechseln!

  2. Daß Du ausgerechnet heute wieder bloggst (zumindest fällt es mir heute auf) hat etwas tröstliches aber zugleich beunruhigendes, als man die schwierigen Zeiten zurückkehren sieht.
    Hoffentlich nur ein Ausdruck meiner Niedergeschlagenheit, morgen geht es schon wieder…, wir schaffen das!

  3. 3 Mio in Dortmund? Klar, ich würde an Watzkes Stelle Hummels und Götze auch nicht aufs Brot schmieren, dass Reus gerade das schwarz-gelbe Gehaltsgefüge sprengt. Haha!

    Wenn er bei uns bislang ca. die Hälfte verdient hat und Eberl ihm jetzt nochma ein “lukratives Angebot” gemacht hat, dann macht er gehaltstechnisch fast gar keinen Sprung. Das macht doch keinen Sinn! Es sei denn, er hat den BVB wirklich im Herzen und will unbedingt jeden Tag Kevin Großmaul sehen – viel Spass dabei…

  4. sehr schöner kommentar! nach 17 uhr war leider kein psychologe mehr erreichbar und so freue ich mich umso mehr einen leidensgenossen gefunden zu haben, der mit mir das leid teilt… ;-)

    ok, is nur sport aber ich als treuer anhänger empfinde eine emotionale leere… die super hinrunde ist auf einmal wie weggeblasen und ich sorge mich um das kommende. aber ebenso ärger ich mich über das fussballgeschäft.

    im klartext sind wir alle (fans, verein, mitspieler) mal wieder wegen der kohle verarscht worden :-/ ist zu hoffen, dass andere leistungsträger bleiben und keinen leistungseinbruch, dank des schocks, erleiden…

    solch einen riesen fussballer wird es wohl nicht mehr geben in gladbach… traurig… ich hoffe, ich werde morgen früh wach, mein auto hat keine beule von diesem scheiss orkan und diese katastrophen-news hat es nicht gegeben!

  5. Hmmmm, Dein Comeback ist wenigstens ein kleiner Lichtblick. Heute fühle ich mich einfach nur traurig und leer.

    Gruß aus MD,
    Martin

  6. Danke. Bin nicht allein mit meinem Frust.

  7. toll, sowas zu lesen und nicht selbst schreiben zu muessen, denn du sprichst mir aus der Seele.
    Therapeutische Wirkung bleibt abzuwarten, noch ist es zu früh, bin in anderer Zeitzone und noch lange nicht bettreif. g
    Weiter so!

  8. Wenn man versucht, es nüchtern zu betrachten, ist doch einfach alles so, wie immer. Also kann man sich nur ärgern, dass Marco Reus ab dem Sommer für die andere Borussia spielen wird (wobei es hätte schlimmer kommen können!). Dann sollte man zweimal tiiiiief durchatmen und sich diese ganze treulose-Tomate- oder Sonstwasnummer schenken. Das ist nämlich pure Zeit- und Energieverschwendung.
    Ansonsten bin ich fest davon überzeugt, dass er sich in der zweiten Halbserie nicht hängen lassen wird und der Rest der Mannschaft in kollektiven Trübsinn verfällt. Das wird schon!!!

  9. Toller Kommentar. Du schreibst: “(…), (…)– jaja, ich weiß, alter Schuh – Reus einst nach Ahlen ziehen ließ.” Aber bei mir drückt genau dort derselbige. Der BVB handelt nach den Regeln des Geschäfts. “is ´so.” Aber ich verstehe nicht, wie Reus zu einem Verein zurück gehen kann, der ihn damals nicht mehr haben wollte. So etwas macht man NICHT! Denen zeigt man, dass sie Unrecht hatten und macht woanders seinen Weg! Schade, dass Reus nicht so reflektiert ist, um sich dies vor Augen zu führen. Machen wir es besser und begeben uns nicht auf dieses Niveau, sondern schreien ab 20. Januar unsere Borussia reflektiert Richtung Europa.

  10. ES ist also doch so das man die Regeln des Profigeschäfts nicht ändert. Schade. Da nehmen wir doch einen anderen Spruch aus der heutigen Zeit:
    Kaputt? Neu!
    Wenn wir im Sommer immer noch Europa schaffen geht die einzigwahre Borussia gestärkt aus der Sachen.
    Borussias Welt ist allerdings schon sehr grausam. 5 Jahre Fohlenmeister, 2x Abstieg, gefühlte 100 Jahre Abstiegsangst, eine gute Rückrunde und wieder Zack eine in die Rippen…
    Eines jedoch sollte ab heute für alle Profispieler von Borussia strickt verboten sein:
    nämlich die Raute zu küssen!!!

  11. Irgendwie hab ich geahnt, dass Du heute wieder aktiv werden würdest. Ich muss sagen, dass ich gestern Abend auch neben der Spur war. Reus war abzusehen, obwohl ich auch – wie Du sagst durchaus naiv – die Hoffnung hatte, dass er zumindest ein Jahr dranhängt (insgeheim hab ich natürlich – wie damals schon bei Heiko Herrlich – auf mehr gehofft). Naja, für ~17 Mio. sollten Favre und Eberl was draus machen können. Reus’ Tempo-Dribblings werde ich aber schon vermissen.
    Neustädter hingegen verstehe ich nicht, denn ich denke nicht, dass er schon gefestigt genug für den Konkurrenzkampf in Leverkusen ist. Außerdem kann er die Atmosphäre dort eigentlich unmöglich Gladbach vorziehen. Aber das wird er schon sehen.
    Abschließend hoffe ich nur, dass das den Erfolg der Mannschaft in der Rückrunde und die ausstehenden/kommenden Vertragsverhandlungen nicht beeinflusst. Ein Gutes hat der gewählte Zeitpunkt für die Bekanntmachung immerhin: Wir haben noch zwei Wochen Zeit zum Heilen, bevor’s gegen die Bayern geht…

  12. Jannik, du irrst gewaltig! Auch in Neunkirchen war der Tag gestern gegen 16 Uhr beendet…
    Mir persönlich geht es nicht um Reus oder den anderen mittelmäßigen Mittelfeldspieler….das sind eh nur Passanten (H.Meyer).
    Betroffen macht, das für uns Idealisten und Fußballromantiker wieder eine Seifenblase geplatzt ist.
    Brutal, aber “Is´so!”
    Gruß aus Neunkirchen/Saar

  13. Erstmal vielen Dank dass auch ich als fast 40-Jahre-Borussiafan in meinem Schmerz nicht allein bin.
    Hatte gerade angefangen alle Zeitungsberichte unserer neuen Superborussia zu sammeln und jetzt das.
    Aber ein bisschen Hoffnung hab ich auch: nach dem sensationell anmutenden Marin kam der noch viel bessere Reus, jetzt explodiert vielleicht Herrmann….
    vielleicht erzählen wir uns in zwei Jahren, nachdem wir zum dritten Mal hintereinander europäisch spielen, wisst ihr noch damals als Reus wegging und wir dachten die Welt geht unter….? Ein schöner Traum.
    Aber eins möchte ich noch erwähnen bevor man denkt es gäbe im Profifußball gar keine Dankbarkeit mehr: ter Stegen!
    Seit dem achten Lebensjahr bei uns, hätte sicher mindestens genau so viele Möglichkeiten wie Reus, woanders und erfolgreicher zu spielen, hat uns schon vor Wochen die Treue geschworen und dann auch verlängert; dabei hat er bis jetzt nen “Hungerlohn” verdient gell? Es geht doch…..

  14. Lieber Jannick, erstmal: Schön, dich wieder zu lesen, auch wenn es leider zu so einem blöden Anlass ist. Und, tja, vor dem gestrigen Tag war mir auch so nach dem “Is so – wenn Reus gehen will, dann geht er, “ob “wir Fans” das nun gut finden oder nicht”. Nur… genau so ein Naivling wie du, Jannick, war ich auch. Bis 2013 wird er noch bleiben, das war meine relativ feste Überzeugung. Dann kam gestern eine SMS von meinem Schweizer Fohlenfreund und Ex-Kollegen, das war wie ein Schlag in die Magengrube. Das anschließende Abendessen habe ich irgendwie reingestopft ohne viel davon mitzukriegen oder gar zu genießen.

    (@tommes: Mir geht es ähnlich. Die gute Hinrunde ist plötzlich wie weg, fast fürchte ich mich vor der Rückrunde und vor der nächsten Saison! Und: Unser Auto hatte leider keine Beule… deins?)

    Im Grunde fühle ich mich ebenso wie du, Jannick, besser könnte ich es nicht sagen. Ich weiß auch nicht, ob ich mehr traurig oder mehr wütend sein sollte. Bitter finde ich – auch wenn ich mich freue, dass die Bayern MR nicht bekomme!! – dass er ausgerechnet zu dem Club geht, der ihn damals vom Hof jagte.

    Und ja, das “Raute küssen” können sich die Herren Fußballer demnächst sparen. Ich warte nur darauf, dass Dante, Arango und dann auch in absehbarer Zeit ter Stegen woanders anheuern. Dante will ja sowieso zur WM in Brasilien, Arango könnte nun wankelmütig werden. ter Stegen ist zwar “Urgladbacher”, aber auch ihn wird vermutlich irgendwann das größere Geld locken.

    Mit lähmender Monotonie: Der Ausverkauf geht mal wieder weiter (seit ich Gladbach-Fan bin, hier die wichtigsten: Jansen, Marin, mit Abstrichen auch Baumjohann etc.) Der Zeitpunkt der Bekanntgabe, dass Reus geht, ist ebenfalls überaus unglücklich gewählt (??) – durchgesickert (??) – worden. Immer und immer wieder erlebt man, dass Gladbach Spieler sozusagen ausbildet, heraus- bzw. auch hochbringt… und dann sind sie weg. Obwohl ja alles in Gladbach “so toll ist”.

    Ganz nebenbei kriechen jetzt auch wieder eine Menge an “Eberl-Bashern” aus dem Gebüsch. Mit Verlaub, nicht alles, was ME bisher getan hat, kann ich bedingungslos unterschreiben. Aber bis auf die Tatsache, dass er zu lange an Herrn Frontzeck festgehalten hat, kann ich da nicht allzu viel finden, was ein absoluter Fehlgriff war.

    Was Herrmann betrifft, da können wir nur hoffen, dass sich die bisherige Bilanz, tatsächlich zu vergleichen mit der von Reus, in Zukunft bewahrheitet. Aber so einen wie Reus findet man halt wirklich nur ganz, ganz selten.

    Ich könnte noch viel dazu schreiben, aber irgendwie habe ich das Gefühl, das sich die Gedanken im Kreis drehen. Daher erstmal hochgeladen und weiter verdauen.

    Deprimierte Grüße (auch wenns “so is”)
    Fohlenfreundin

  15. Kompliment! Ein starker Artikel! Er spricht mir aus der Seele! Dennoch, seine Gründe finde ich etwas scheinheilig. Den nächsten Schritt hätte er auch mit uns nächstes Jahr machen können. Meiner Ansicht nach spricht er unserer Truppe so die Qualität ab, es nach Europa zu schaffen.

    Und da frag ich mich, wer ihm oder seinem Berater ins Gehirn geschissen hat, zum jetzigen Zeitpunkt solche Aussagen zu tätigen. Ob ich ihn auspfeifen werde kann ich aus meiner Enttäuschung heraus noch nicht sagen. Ich denke, das wird sich je nach dem wie er sich in den kommenden Tagen gibt, entscheiden.

    Aber lasst uns nach vorne blicken! Als Marko Marin gegangen ist, (was meiner Ansicht nach deutlich schlimmer Abgelaufen ist- denn ein Marin sagte immer, “Borussia ist mein erster Ansprechpartner” und kam dann nur noch in Eberls Büro um seinen Abschied zu verkünden) ging auch “die Welt unter” . Wer hätte gedacht das sich Herrmann auf Reus’ Position dermaßen durchsetzen kann? Unsere Fohlen machen mir mut. Immerhin haben wir eines der besten Nachwuchszentren in Deutschland!

    Kopf hoch, es gibt auch eine Borussia ohne Marko Reus !!!

  16. Ich hätte gestern fast im Auto einen Unfall gebaut, als die Nachricht auf WDR lief. Dann habe ich mich trotz Navi 2x verfahren! Schockzustand!

    Ich glaube aber, dass es eine Trotzreaktion von der Mannschaft gibt und mit dem Trainer und Sprotdirektor Männer da sind, die auf Talente setzt und formen können. Im Fohlenstall schlummern vielleicht ja noch einige Reus, zutraune kann man das der wahren Borussia.

    Wenn der Rest der Truppe bleibt, Talente einschlagen, dann habe ich keine Sorge um unseren VfL!

    Gruß aus Drolshagen

  17. Klar, interessiert grad weniger, aber mal kurz zu Neustädter. Das ist doch noch gar nicht fix mit Leverkusen. Man munkelt doch nur, oder? Und bei dem Gemunkel ist doch auch noch Schalke dabei.

  18. Hey Jannik schön das du endlich wieder schreibst, auch wenn es aus so einem traurigen Anlass ist.
    Ich finde auch das Hermann ein guter Reus Ersatz ist, er braucht meiner Meinung nach noch ein bisschen Zeit. Es wäre eigentlich unfair Reus auszupfeifen, er hat so viel für uns getan. Neustädter auch, obwohl er sich in letzter Zeit einige Fehler leistet

  19. Reus wird in Dortmund wenigstens spielen, statt bei München regelmäßig auf der Bank sitzen zu müssen – zudem kommt er ja von dort – von daher eine nachvollziehbare “Karriere”entscheidung.
    Allerdings hoffe ich doch, dass er sich verrechnet und nicht “garantiert” in der Champions League spielen wird. Haben sie in Dortmund den Verantwortlichen aus der Scouting-/Jugendabteilung eigentlich gefeuert? Immerhin hat der 17,5 Millionen auf dem Gewissen.
    Schade für Gladbach, aber es war ja zu erwarten. Neustädter ist kein wirklicher Verlust.

  20. @Jannik
    Wie so oft kann ich mich in vielen deiner Gedanken wiederfinden.

    Ich möchte von meiner Seite aus noch hinzufügen, dass ich Reus evtl. sogar verstehen kann. Er ist Dortmunder, vielleicht sogar BVB Fan. Die Mannschaft ist jung und scheint auch sympatisch zu sein. Großkreutz ist ein Großkotz, aber Reus ist trotzdem ein Kumpel von ihm. Klopp mit Sicherheit ein guter und meiner Meinung auch etwas “umgänglicher” als Favre.
    Und insgesamt würde ich dem BVB auch mehr in den nächsten Jahren zutrauen, egal ob mit oder ohne Reus.

    Vielleicht war es ja insgeheim Reus großer Wunsch wieder für seinen Verein zu spielen. (Wenn er den BVB Fan ist).

    Kann man ihm dann böse sein?

    Ich bin natürlich enttäuscht, und habe Angst, dass wir (wie Frankfurt) jetzt noch verunsichert unten rein rutschen, oder spätestens nächstes Jahr wieder da spielen, wo man sich über den Abstieg Gedanken machen muss.

    Aber es hilft ja nichts. Der Lieblings-Fußballverein ist wie ein unsterbliches Familienmitglied. Das kann man sich nicht aussuchen und das wird man erst los, wenn man selbst stirbt. Das macht bekloppte Sachen, über die man sich aufregen kann und die einen in den Wahnsinn treiben, aber beim nächsten Mal geht man trotzdem wieder hin.

    Man kann nur hoffen, dass wir noch ein paar Talente wie Jansen, Marin, Reus, ter Stegen, Hermann irgendwo aus der Schublade zaubern und irgendwann finanziell so sicher dastehen, dass wir die die dann danach kommen auch halten können.

    Vielleicht klappt das mit dem DFB Pokalfinale (das reicht ja schon fast für den internationalen Wettbewerb), Vielleicht klappt auch der Titel. Vielleicht werden wir sogar Meister, vielleicht steigen wir ab.

    Es macht im Endeffekt keinen Unterschied, wir werden trotzdem jede Woche zur Borussia schauen.

    Und wer weiß, vielleicht ist ja auch alles anders:

    Marco Reus geht nur zum BVB, weil er den Verein über alles hasst. Wenn es im DFB Pokalfinale gegen den BVB geht, schießt er den in den Abgrund und wird eine ganz, ganz schlechte Saison spielen. Dann kauft die Borussia in wieder zurück, für einen Appel und ein Ei.

    Wer weiß…

  21. Als großer Fan Deines Buches, muß ich Dir wieder bescheinigen, daß ich mich bei den gesamten Geschehnissen, genauso wieder erkannt habe und die gleichen Emotionen hatte. Wir wahren Borussen sind doch alle gleich. Blindes Verständnis!!

  22. Hi Jungs und “Leidensgenossen”

    Fühle mit Euch,da ich schon seit frühester Kindheit die Raute tief im Herzen trage.(Baujahr 1964)
    Nach all den letzten Jahren des Leidens,Zitterns,Verzweifelns und auch Hoffens,steht die Borussia nun endlich mal wieder weit oben auch dank eines Marko R.
    Nun geht er und der Verein kassiert ne Menge Euronen,wie einst bei Simonsen,Heinkes,Bonhoff,Matthäus…etc,die waren auch alle nicht zu halten,trotz sportlichem Erfolg des Vereins!
    Haltet Euch das stehts vor Augen,auch wenn es momentan sehr weh tut und der Hals schon schmerz vom Kopfschütteln.
    Es wird,wenn unser kleiner dicker Sportdireks alles richtig macht,wieder einen Reus geben,da bin ich mir sicher…vielleicht blüht unser “Herminator” nun auf und tritt jetzt schon in die großen Fußstapfen von MR…alles ist möglich…aber es kann eben auch ne scheiß Rückrunde werden,meiner Meinung nach steht und fällt viel mit dem Spiel gegen die “Zipfelklatscher” vom Wurscht-Ulli…schaunmermal
    MR muß aufpassen,das er ab der kommenden Saiso dann ein zweiter Marin oder Jansen wird….das “blöde” ist nur,das er in Doofmund ein gutes Umfeld hat dann mit Klopp und ein paar Spielern,die richtig gut mit dem Ball umgehen können, Groß-maul-kreuz schließe ich da mal aus ;-)

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