Lauf, Favre, Lauf!

Saison 2011/2012: 26. Spieltag - Leverkusen 1:2 Gladbach

Manchmal genügen 80 Meter im Vollsprint, um die Bedeutung eines Tores zu verdeutlichen. Lucien Favres Weltrekordlauf in der Disziplin “mit ausgebreiteten Armen” war das Bild des Spieltages, wenn nicht sogar der Saison. Mit seinem Gefühlsausbruch hat der Schweizer gezeigt: Die Zeichen stehen ein für allemal auf Champions League.

Im Schnitt alle zwei Wochen stehe ich vor der schwierigen Aufgabe, fünf Stunden Lebenszeit halbwegs sinnvoll zu füllen, die sonst fast völlig vergeudet wären. Denn von Saarbrücken an den Niederrhein fahre ich stets mit dem Zug. Es ist so unspektakulär, sprich langweilig, wie es sich anhört.

Denn man kann sich noch so sehr mit Zeitschriften eindecken, nach spätestens drei Stunden Dauerlesen reicht die Konzentration vor dem Hintergrund des monotonen Zuggeratters nur noch, um Überschriften halbwegs unfallfrei zu verarbeiten. Und irgendwann nervt einen selbst die eigene Playlist mit all den vermeintlichen Lieblingssongs auf den Ohren.

Borussia-Beschallung in Köln
Für diese Phase der völligen Erschöpfung vom Nichtstun ruhen ein paar Lieder auf meinem Laptop, die in keiner Playlist stecken. Ich muss sie bewusst anklicken, damit sie laufen. Zur stillen Mutmach-Reserve zählen “Die Seele brennt” oder “Es gibt nur eine Borussia”. Vor ein paar Monaten habe ich beschlossen, beides stets von der Einfahrt in den Kölner Hauptbahnhof bis Ehrenfeld zu hören, was seitdem immer mit einem dreifachen Punktgewinn am Tag danach verbunden war. Es geht auch ohne Altbier.

Nicht hupen – mein Bruder träumt von Borussia. - © Sorgatz

Außerdem stecken in dem Ordner mit dem vielsagenden Namen “Dings” die Originalversion von “You’ll never walk alone”, eine Live-Aufnahme des Klassikers aus dem Celtic-Park in Glasgow (einfach mal bei YouTube suchen) sowie die Champions-League-Hymne. Und falls es mir einmal schlecht gehen sollte, was zum Glück selten vorkommt, klicke ich auf die Datei “Relegation_ Gladbach – Bochum 1-0, Igor de Camargo”.

Was sich dahinter verbirgt, ist nun nicht mehr schwer zu erraten. Jemand hat aus der Nordkurve, es muss Block 17 oder 18 sein, das Last-Second-Tor von de Camargo aus dem Hinspiel der Relegation auf Video festgehalten. Die Tonspur beginnt mit dem rhythmischen Klatschen vor dem Einwurf von Havard Nordtveit. Es folgen zweieinhalb unterdrückte Jubelschreie, was aus Tausenden Kehlen so klingt, als sei gerade etwas unfassbar Tragisches passiert.

48 Sekunden bis zum Glück
Dann dieser kollektive Jubel, der alle Vokale auf der Nordhalbkugel mobilisiert. Jemand schreit so ekstatisch “Jaaa!”, dass es sich fast schon wie ein verzweifeltes “Neeein!” anhört. Nachdem die Tormusik verstummt und das Stadionmikro versagt, geht mehrmals ein Raunen durch den Borussia-Park, das kleinen Nachbeben gleicht – weil mehr als 50.000 Menschen in Schüben immer wieder aufs Neue realisieren, wie schön dieser Moment ist. Mittlerweile kann ich die 48 Sekunden aus meinem Gedächtnis abrufen, ohne sie überhaupt zu hören. Ich kann es jedem nur empfehlen, der sich danach sehnt, auf völlig legale Weise binnen Sekunden glücklich zu werden. (Link zum Video)

Michael Ballack

An der Außenfassade der BayArena präsenter als darin: Michael Ballack. - © Sorgatz

Das Finale der Saison 2010/2011 hat die Mannschaft gleichzeitig abgehärtet und euphorisiert. Davon zehrt sie noch heute. Ein Resultat ist das Von-Spiel-zu-Spiel-Denken, das Sich-keinen-Kopf-machen, nur weil nach drei Spielen ohne Sieg mal eben das vorerst wichtigste der bisherigen Saison ansteht und es in Leverkusen um nicht weniger als die Champions League geht. Dass diese Partie in der Rangliste der wichtigsten Spiele der Saison nur bis zum Pokal-Halbfinale ganz oben stehen wird, spielt am Samstagnachmittag noch keine Rolle. Von Spiel zu Spiel – na klar.

Mittlerweile sind die Erinnerungen aus der Relegationssaison fast an allen Spielorten der Bundesliga einer frischeren gewichen. Die Borussia ist nach Hamburg zurückgekehrt, hat Kaiserslautern zu Hause gehabt, vergangene Woche den SC Freiburg und muss bald nach Hannover. Nur die Bochum-Erinnerungen werden so schnell nicht überschrieben werden, weil vorerst keine Duelle mit dem VfL aus dem Ruhrpott auf dem Plan stehen. Eineinhalb Jahre hat es gedauert, bis Gladbach nach Leverkusen zurückkehren darf und das 6:3 aus dem August 2010 automatisch vom Zwischenspeicher auf die Archiv-Festplatte verschoben wird.

Bayers Kurve ist ‘ne Ecke
Meine Familie und ich sitzen beinahe an derselben Stelle in der BayArena wie damals, als ich mir gemeinsam mit Nils und und meinem Bruder Kai im Nachhinein sicher war, mit dem 6:3 bereits am 2. Spieltag den Höhepunkt der Saison erlebt zu haben. Noch bis 15 Uhr können wir sagen, an diesem Tag mehr Gladbach-Fans als Leverkusener gesehen zu haben – auf der Autobahn, in der Stadt, auf dem Parkplatz, im Shuttle-Bus, selbst im Stadion. Bayers Kurve, in Wirklichkeit nur eine Ecke, ist eine halbe Stunde vor Anpfiff noch verdammt leer. Ist die riesige Fahne mit der Aufschrift “Sektion Stadionverbot” doch keine selbstironische Hommage an all das, was diesen Verein zu einem Plastikklub macht, sondern eine Erklärung für die Leere? Freiwillig ausgesperrt, oder was?

Dieses Foto wurde 30 Minuten vor Spielbeginn aufgenommen. - © Sorgatz

Gut und gerne 8000 Gladbacher sorgen dafür, dass die Fans das offizielle Auswärtskontingent mal wieder mehr als verdoppelt haben. Vom ersten Drittel der Haupttribüne bis zum ersten Drittel der Gegengerade ist alles fest in Borussenhand. Früher lohnte es sich, genau zu überlegen, mit wem man eine Auswärtsfahrt unternimmt, weil bestimmte Konstellationen Glück und andere mit Sicherheit eine Niederlage brachten. Mittlerweile gilt: Je mehr Mitfahrer, desto mehr Bekannten fällt man bei Toren um den Hals.

Sieben Minuten sind gespielt, als Dante einen Freistoß am eigenen Strafraum schnell ausführt. Juan Arango schickt Marco Reus auf die Reise, hat aber die falsche Adresse ins Navi eingetippt. Bei Bayers Abwehr spielt das jedoch keine Rolle. Daniel Schwaab erweist sich als Dorf mit nur einer Straße, in dem jedes Ziel das richtige ist. Sein Bock macht aus einem potentiellen Fehl- einen Zuckerpass. Bernd Leno macht im Tor einen auf Lehmann- und nicht auf Kahn-Nachfolger, bleibt einfach stehen. Reus darf gekonnt am Bayer-Keeper vorbeischlenzen. 455 Minuten Torlosigkeit haben ein Ende. Das muss man sich mal vorstellen: fast eine ganze Staffel “How I met your mother.”

Wie eine Schweizer Bank
Das Spiel ist gerade erst angepfiffen und Gladbach hat nach der Nie-zwei-Gegentore-Rechnung bereits einen Punkt sicher. Als wenn Leverkusen und André Schürrle zum zweiten Mal eine in Stein und Bein gemeißelte Serie brechen würden. Tatsächlich gleicht die Anfangsphase einer Gewichtskontrolle im Tresor einer Schweizer Bank: Die Borussia wiegt sich in Sicherheit.

Seit dem 6:3 im August 2010 ein beliebtes Motiv – die Anzeigetafel in der BayArena. - © Sorgatz

Reus prüft Leno mit einem Weitschuss. Arango schickt Oscar Wendt, erneut auf der rechten Seite unterwegs, mit einem dieser Pässe, bei denen nur der Venezolaner selbst weiß, an wen das Ding adressiert ist. Aus spitzem Winkel klärt Wendt aber nur zum Einwurf für Leverkusen. Was die Gastgeber im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit mit dem ganzen Ballbesitz zustande bringen, ist ziemlich brotlos. Und so muss man sich lediglich darüber ärgern, dass Gladbach den Ball selbst nicht öfter hat. Denn die Mannschaft von Lucien Favre könnte sicherlich viel schönere Dinge damit anstellen, als Marc-André ter Stegen mit harmlosen Weitschüssen aus dem Halbschlaf zu reißen.

Nach der Pause kommt die Borussia gefühlt erst um 16:30 Uhr c.t. aus der Kabine. Bayers Studentenmannschaft hat den Stundenplan genau gelesen und beginnt besser. Die alten Streber sorgen mit ihren Ballbesitzorgien jedoch lediglich dafür, dass Gladbach nicht den zweiten Treffer erzielen kann, der das Rheinische Möchtegern-Derby frühzeitig entscheiden würde.

Rätsel Reus
Nach seinem Tor zum 1:0 ist Marco Reus weitgehend untergetaucht. Abgesehen von seiner Torflaute, die zum Glück kaum nennenswert war, stand der 22-Jährige zuletzt sinnbildlich für die abhanden gekommene Leichtigkeit. Vor dem Spiel hat er sich als Einziger nicht applaudierend in Richtung Gästeblock bewegt – was nun wirklich nicht schwierig gewesen wäre, wenn der Gästeblock quasi überall ist.

Seinen Treffer feierte er mit einem Hüpfer, der eher nüchtern als befreit wirkte. Vielleicht merkt Reus auch einfach, wie er in seinen letzten Wochen als echter Borusse unter besonderer Beobachtung steht. Es gibt sicher angenehmere Situationen. Bleibt nur zu hoffen, dass ich bestimmte Gesten und seine gesamte Körpersprache angesichts seines nahenden Abschieds überinterpretiere. Aber es sieht einfach so aus, als habe der Abnabelungsprozess eingesetzt – es wäre ein allzu menschlicher Reflex, um sich den Abschied leichter zu machen. Inwiefern es wirklich so ist, kann Reus nur selbst beantworten.

Ohne Worte funktioniert das nur auf dem Platz. Nach gut einer Stunde ist Reus wieder der Spieler, den die meisten Mannschaften dieser Welt vermissen würden. Seine hundertprozentige Chance legt er sich selbst auf, indem er die Beinstellung seiner Gegenspieler per Blitzhypnose so genau analysiert, wie es ihm sein Trainer angeblich beigebracht hat. Ömer Toprak wird abschließend getunnelt, weil es gerade so schön ist. Reus ist auf und davon, aber Reus ist nicht Lionel Messi. Man kann auch zu viel Fußball im Fernsehen gucken und dadurch seinen sonst so zielsicheren Instinkten misstrauen. Gegen Bernd Leno, das gebrannte Heberkind, wäre alles andere als ein Lupfer gewinnbringender gewesen.

Der Beweis, Weiß auf Grün: Die Borussia ist eine Einheit. - © Sorgatz

Wechselspiele
Gar nichts auf die Reihe bekommen hat mehr als 60 Minuten lang Mike Hanke. Mitte der zweiten Halbzeit bringt Favre deshalb Igor de Camargo, den einzigen Gladbacher mit einem Joker-Tor auf dem Konto. Nur einmal hat die Borussia das 2:0 so richtig auf dem Fuß gehabt, es bleibt vorerst dabei. Bei Bayer ist Eren Derdiyok gekommen. Es gibt leichtere Aufgaben, als eine Mannschaft in Schach zu halten, die ihre letzte Chance wittert, ein Anwärter auf die Champions League zu bleiben.

Trotzdem muss es nicht so kommen, wie es in der 75. Minute kommt. Dante hat einmal mehr ungestüm einen Freistoß verursacht. Für diese Momente des Wahnsinns werden ihn die Bayern noch verteufeln, sollte er zu ihnen wechseln. Stefan Kießling kommt mit dem Kopf an den Ball. Ter Stegen leistet sich einen Aussetzer, wie er ihm selten passiert ist und künftig wohl auch selten passieren wird. Arango hat sogar noch die Möglichkeit, die Situation zu klären, trifft aber nur Kießlings Körper. Und dann stochert auch noch dieser Liebling eines jeden Gastvereins in der BayArena den Ball über die Linie – ein Minus-drei-Punkte-Tor in einem Sechs-Punkte-Spiel.

Anschließend hat die Borussia drei Optionen für die Schlussviertelstunde: Sie kann das Unentschieden über die Zeit retten, sich in die Hose machen und alles vergeigen, oder sie spielt voll auf Sieg. Die Mannschaft scheint selbst zu ahnen, dass ein 2:1 nach dem Ausgleich noch wichtiger wäre als ein souveränes 3:0. Vor einer Woche habe ich gefordert, dass das Erfolgsprojekt endlich die zweite Single-Auskopplung angeht und seinen Stil den veränderten Vorzeichen anpasst. Und was soll ich sagen: Sofort nach dem 1:1 kommt das Ding auf den Markt.

Leno, zweitbester Keeper der Liga
Arango setzt de Camargo so in Szene, dass ich mich mal wieder frage, ob es nicht an der Zeit für die ersten “Fußballgott”-Rufe seit Jahren ist. Keeper Leno ist mit der schnellen Antwort auf den Ausgleich alles andere als einverstanden. Anders als ter Stegen ist der 20-Jährige zwar kein elfter Feldspieler, der ein anderes Trikot trägt, weil er den Ball in die Hand nehmen darf. Aber er lässt, so ehrlich muss man sein, verdammt häufig einen Schuss nicht vorbei, bei dem das Gros aller Bundesliga-Torhüter kapituliert hätte.

Gllt nicht nur für die Bezahlkarte, sondern auch vor und nach Toren. - © Sorgatz

“Eigentlich wird es mal wieder Zeit”, sage ich zu meiner Mutter, “für so ein Ding in letzter Sekunde. So ein Ding, von dem wir noch lange reden.” Wenige Minuten vor dem Ende will niemand daran denken, dass es die Gastgeber sein könnten, die sich mit dem 2:1 alle Chancen auf ein weiteres Barcelona-Debakel in der kommenden Saison erhalten. Dennoch haben sowohl Kießling als auch Toprak per Kopf zwei dicke Möglichkeiten. Drei Punkte liegen für beide Mannschaften auf einem Silbertablett im Mittelkreis. Leno lenkt einen Schuss von Reus mit mehr Glück als Verstand gerade noch über das Tor.

Alexander Ring ist in der 83. Minute gekommen. Drei Ballkontakte wird er bis zum Abpfiff haben und einen von zwei Pässen zum Mitspieler bringen. Der gebürtige Finne ging einst von Leverkusen zurück in die Heimat seiner Eltern. Die Nachspielzeit naht bereits, als Ring sein einziges Anspiel glückt. Der Abnehmer heißt Reus und zieht so unnachahmlich an, dass man glatt 17 Millionen Euro dafür verlangen könnte. Als er fünf Gegenspieler auf sich gezogen hat und de Camargo “Alles Gute” wünscht, liegt die Abseitslinie genau auf meiner Höhe.

Von Null auf Eins
Alles läuft regelkonform, aber ohnehin sind meine Sinne, sind die Sinne von allen Gladbachern auf etwas ganz anderes gepolt. Falls es so etwas wie Vorbeben gibt, erlebt der Gästeblock ein solches. Diesmal macht de Camargo alles richtig, er zieht im Sprint an Leno vorbei, der sich dem Silbertablett mit den drei Punkten hilflos hinterherwirft. Es folgt ein “Jaaa!” aus 8000 Kehlen, lauter Nachbeben des Glücks – es ist der größte und wichtigste Moment seit der Relegation, so weit darf man sich ruhig aus dem Fenster lehnen. Die zweite Single aus Borussias Erfolgsalbum schießt von Null auf Eins.

Nach dem Klassenerhalt musste Lucien Favre beinahe zur Euphorie gedrängt werden. Es schien ihm unangenehm zu sein, mit seinem Namen für ein handfestes Wunder zu stehen und von seinen Spielern wie Pizzateig in die Luft geschmissen zu werden. Als de Camargo den Ball ins leere Tor schießt, verliert der Schweizer zum ersten Mal alle Hemmungen.

Im Grunde muss Favre bereits beim Abspiel von Reus losgespurtet sein, 80 Meter von der Bank zur Eckfahne, mit ausgebreiteten Armen. Es ist ein Bild für die Gladbacher Ewigkeit, wie der schmale Mittfünfziger in seiner dunkelblauen Steppjacke, in seinem Sakko mit dem grünen Innenfutter plötzlich zu seinem eigenen Spieler mutiert ist und einfach nur inmitten der Jubeltraube das Glück genießt. 39 Jahre nach Günter Netzer war es wieder eine Art Selbsteinwechslung – Trainer, ich raste dann mal aus vor Freude. Menschen lieben es, wenn Menschen Menschen sind.

Im Freudentaumel verwackelt, aber dennoch zu erkennen: Lucien Favre muss vom Linienrichter zur Räson gebracht werden. - © Sorgatz

Ziel Champions League

Nach dem 4:1 der Schalker in Kaiserslautern und vor den restlichen acht Spielen hat sich die Borussia damit – ob freiwillig oder nicht – das höchste aller Saisonziele unterhalb der Meisterschaft gesetzt. Wer nach 26 Spieltagen auf Platz drei steht und elf Punkte Vorsprung auf den Fünften hat, der will die Champions-League-Hymne nicht nur in zwei Play-off-Spielen, sondern am liebsten gleich sechsmal hören.

Jubel im Vordergrund, Volkszählung im Hintergrund: Wer noch da ist, ist Borusse. - © Sorgatz

“Les meilleures equipes”, “die allerbesten Mannschaften” – im Borussia-Park. Ich werde es wahrscheinlich selbst dann nicht kapieren, wenn die Hymne ertönt und ich von allen Seiten gestützt werden muss. Ein Jahr lang haben Mannschaft und Fans teilweise noch mehr bekommen, als sie überhaupt wollten. Die direkte Qualifikation für die Königsklasse ist deshalb zwar ein unwirkliches, aber ein realistisches Ziel.

“Berlin, Berlin”, schaltet der Gästeblock nach dem Abpfiff sofort ein Spiel weiter, “wir fahren nach Berlin.” Und mindestens einer zeigt offen, was diese Rufe in ihm auslösen. Dante lächelt sein breites Kindergrinsen, hinter dem sich Träume nur schwer verbergen lassen.

19. März 2012 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | Schlagwörter: , , , , , , , , , | 14 Kommentare

Kommentare (14)

  1. Danke, Jannik, für diesen wunderbaren Beitrag. Das Lesen ist genau so toll wie dieser geile Samstagnachmittag.

  2. Gänsehaut pur! Herzlichen Dank für diese nachhaltlichen Eindrücke!

  3. Herrlich!!! MIr fehlen die Worte. Dieser elegante Bogen von der Relegation bis zur CL, garniert mit der Gewichtskontrolle im Tresor einer Schweizer Bank aka “in Sicherheit wiegen” – ich weiß, warum ich am Anfang jeder Woche auf deinen Beitrag warte. Und was Favres Sprint angeht: Tja, ich glaub, mich knutscht ein Fohlen… Welch eine Saison.

  4. Mal wieder sehr schön geschrieben.
    Aber eine kleine Anmerkung: Alexander Ring wurde in Leverkusen nicht aussortiert, sondern ist freiwillig mit seinen Eltern zurück nach Finnland gegangen. Und hier stehts: http://www.wz-newsline.de/lokales/moenchengladbach/sport/borussia-moenchengladbach/alexander-ring-mental-bin-ich-kein-finne-1.866806

  5. Besser kann man es nicht beschreiben ! Schön auch die Bebilderung dazu.

  6. Fantastisch ! Die pure Freude ! Diese Siege machen die Woche zu einem einzigen Glücksgefühl. Die Seele brennt…

  7. Pingback: Anonymous

  8. Wow, wirklich erstklassig geschrieben. Sehr geil!

  9. DANKE!
    Der Mannschaft für das Spiel, das Ergebnis, die Saison…
    DANKE Dir für die beste Berichterstattung zu einem Spieltag die man nur haben kann. Wenn man nicht selbst dabei ist, dann bleibt einem nur auf deinen Bericht zu warten um alles aus Rautensicht erleben zu dürfen…. DANKE!

  10. Hallo Jannik,

    wir d.h. ca. 10 Männer u. 2 Frauen im Alter Deiner Mutter, Dauerkarteninhaber Block 9, feiern am Ende der Saison immer eine Party. Meist hatte die Party den tristen Namen”Nichtabstiegsparty” mit der entsprechenden Jahreszahl. Einmal feierten wir eine “VOR- K***- steht- Party. Das Motto der Party 2012 steht natürlich noch nicht fest. Das Fantastische ist zweifellos, dass wir einen neuen Namen finden müssen……………….. Deine Artikel u. “Soweit die Raute trägt” haben inzwischen am unteren Niederrhein etwas Kultcharakter. Jannik, falls du Zeit u. Lust hast kannst du bei uns eine Dichterlesung machen…………. Deine Artikel insbesondere deine vielen “Spitzen” wie “es ist keine Kurve, sondern nur eine kleine Ecke” sind einfach genial.

    Danke dafür……….. ein Kompliment an deine Mutter (+Vater, der nächtliche “Relegationsabholer”) die durch einen freundlichen Akt der menschlichen Zuneigung ihre Gene 1990 an Dich weitergaben……………….. Weiter so!

  11. Jannik,
    sensationeller Bericht.
    Ich schließe mich meinem Vorredner bzw. -schreiber Theo an und wünsche Dir und Deinem Bruder noch viele Geschwister!
    ;)

    Gruß von der schwarzgrünweißen Elbe und bis morgen im Borussia-Park

    PS: Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, ab welcher Summe man bereit wäre, den Stadionnamen zu verkaufen? Könnte mir vorstellen, daß in der EL oder CL einige Interessenten auf die Borussia zukämen, um die Schmerzgrenze auszuloten. :o

  12. Ich warte nach jedem Spiel auf Deinen Neuen Block. Es mach einfach Spaß, deine Empfindungen und Meinungen zu lesen. Nach bloß weiter, sonst fehlt mir was, da ich selten im Park oder Auswärts bin.
    Danke

  13. Danke für all eure – teilweise ja geradezu überschwänglichen – Kommentare!

    @Neun_Drei: Danke für den Hinweis mit Ring! Ist geändert.

    @Theo Peters: Vielen Dank für die Einladung! Muss natürlich schauen, wie sich das organisieren ließe, da ich ja in Saarbrücken wohne. Das Kompliment an die Eltern wird weitergegeben.

    @Martin: Nachgedacht noch nicht. Aber mittlerweile beginne ich auch, am “Borussia-Park” zu hängen. Denke, der Sponsor an sich wäre wichtiger als die Summe. Müsste schon eine Firma sein, bei der 80 Prozent aller Borussen “nicht schlecht” denken.

  14. Danke für den schönen emotionalen Spielreport. Wenn ich jemandem, der keine Ahnung von Fußball hat, erklären möchte wie sich so ein Spiel für einen Borussen anfühlt verweise ich inzwischen nur noch zu deinem Blog! Ganz großes Kino.

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