Mario Gomez – Karlsruhe 2:0

Selbst am größten Tag seiner internationalen Laufbahn bekam Mario Gomez dann doch noch kurz “auf die Fresse” – so hat er die Tage nach dem Sieg gegen Portugal persönlich umschrieben. Oliver Kahn stand lässig-gelangweilt am Strand von Usedom und hatte für die üppige Defensivarbeit des Stürmers nur einen Kahn’schen Atmer voller Abfälligkeit übrig. Pzzzff.

Gomez wird es überleben. Er hat das Nicht-Tor des Jahres 2008 überlebt sowie mehrere Nominierungen in Folgejahren. Seine Frisur hat sogar länger überlebt als die Witze darüber. Gomez ist der Mann, der in einer Szene gleichzeitig alles falsch und alles richtig machen kann. Momentan macht er alles richtig und vielleicht hat er vergessen, wie man alles falsch macht. “Drei Tage auf die Fresse”, so erging es ihm nach dem Auftaktspiel gegen Portugal. Vor der Partie gegen die Niederlande war tatsächlich der Siegtorschütze einer der größten Kandidaten für eine Veränderung der Startaufstellung.

Wer derart “auf die Fresse” bekommt, dem muss ab einem gewissen Punkt doch alles egal sein. Wer nicht daran kaputt geht, kann nur gestärkt aus der Sache herauskommen. Dazwischen gibt es nichts. Und so packte Gomez eben die Pirouette vor dem 1:0 aus, die nicht von dieser Welt war, zumindest nicht von dieser Gomez-Welt. Der Alles-falsch-alles-richtig-Gomez hätte das Ding versemmelt. Episch.

Keine Zeit für Fantasie-Turniere
Trotz allem bleibt es ein Wermutstropfen, dass Miroslav Klose mit geplatzter Augenader 72 Minuten lang auf der Bank sitzen muss. Man würde so gerne drei Europameisterschaften spielen. Eine mit Einsatzzeit für Marco Reus und André Schürrle wäre auch ein Traum. Aber von Spiel zu Spiel wächst die Zuversicht, dass es sich lohnen wird, bei diesem einen Turnier zu bleiben, das nun einmal angefangen hat, und keine Fantasie-Turniere im Hinterkopf durchzuspielen.

Da kann Kahn noch so abfällig atmen. Jetzt stellt sich nur die Frage, welcher Karlsruher, der einst zu den Bayern ging, die nächste Nadel im Heuhaufen sucht. Thorsten Fink und Michael Tarnat stehen bereit. Oliver Kreuzer und Michael Sternkopf haben sich noch nicht geeinigt, wer im Halbfinale dran wäre.

14. Juni 2012 von Jannik Sorgatz
Kategorien: EM 2012 | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Ole, der Torero tanzte gegen Oranje Flamenco. Ich habe so ein Gefühl. als wenn er dies gegen die Dänen wiederholen könnte. Warum denn auch nicht. Ja, Jannik: das hätte wirklich etwas, wenn “Sterni” Sternkopf hierzu Signale aus seiner Diaspora senden würde…

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