España? No, gracias!

Ciprian Marica trumpft groß auf. Doch seine Fußballkarriere dürfte geografisch begrenzt sein. Trikots mit der Aufschrift „Marica“ wären nicht so der Renner in Spanien.

Ciprian Marica hat keine einfache Zeit hinter sich. Denn wer zwölf Spiele für sein erstes Tor braucht und gleichzeitig die Vereinskasse um sieben Millionen Euro erleichtert hat, dem schwirrt schnell der Ruf des Fehleinkaufs um die Ohren. Auch wenn man erst 22 ist. Überhaupt sollten die Vereine sich neuerdings gut überlegen, welchen Neueinkauf sie zum „teuersten der Vereinsgeschichte“ aufsteigen lassen. Federico Insúa beispielsweise stieg erst mit Gladbach ab und floh dann nach Mexiko. Carlos Alberto hat bisher weder richtig gespielt bei Werder, selbst bei eigens angezettelten Schlägereien im Training fehlt die Durchschlagskraft.

Doch spätestens gestern hat sich der junge Rumäne Marica vorerst aus dieser Riege verabschiedet. Er scheint endlich angekommen zu sein beim VfB Stuttgart. Nach Toren in der Nationalmannschaft und der Bundesliga letzte Woche steuerte er gestern den Siegtreffer zum 3:2 der Schwaben gegen die Glasgow Rangers bei – und wie!
Magnin flankt aus dem Halbfeld, Marica empfängt die halbhohe Hereingabe mit dem Rücken zum Tor. Und dann? Hacke hoch, Augen zu und den Ball per Pferdetritt ins Tor befördern. Was auch sonst?

Der Junge kann jedoch so gut spielen, wie er will, der Weg nach Spanien wird ihm mit großer Sicherheit verschlossen bleiben. Seine Trikots würden dort nur selten über den Ladentisch gehen und Kommentatoren hätten andauernd Beschwerbebriefe über ihre Ausdrucksweise auf dem Tisch liegen. Denn „marica“ ist in Spanien ein vulgärer Ausdruck für Homosexuelle. Das Wörterbuch bietet “warmer Bruder” als Übersetzung an. Und ohne despektierlich zu sein: Seine spanischen Teamkollegen hätten so jede Menge Spaß im Training. Marica nicht.

28. November 2007 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Innenrist | Schreibe einen Kommentar

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