Zwei Gesichter – Zweiter in Europa

Die “Süddeutsche” bescheinigt dem FC Bayern eine “schizophrene Saison” und hilft mir endlich auf die Sprünge, wie dieses Auf und Ab des Rekordmeisters in allen Wettbewerben auf den Punkt zu bringen ist.

Nur eines der ersten fünf Rückrundenspiele hatten die Bayern gewinnen können. Das berüchtigte Wort der “Krise” schwirrte allgegenwärtig über der Säbener Straße. Dabei hatte der Rekordmeister das neue Jahr mit einem Paukenschlag eingeläutet, der die Umfragewerte in Sachen Titel so rasant in die Höhe schnellen ließ, dass die CSU vor Neid gelb anlief. Das 5:1 im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart bedeutete jedoch vorerst das Ende der Träumerei. Die besagten Bundesligaspiele im Anschluss holten den vermeintlichen Meister in Spe auf den Boden der Tatsachen zurück.

Dennoch ließ man es sich nicht nehmen, zwischen einer bitteren Heimpleite gegen den 1. FC Köln und einem dürftigen 0:0 trotz 75-minütiger Überzahl bei Werder Bremen 5:0 in Lissabon zu gewinnen – eine Woche, die wie die Faust aufs Auge die Berg- und Talfahrt der Bayern umschreibt.

Letzte Woche gab es ein 5:1 gegen Hannover, das innerhalb von 90 Minuten zu Genüge die zwei Gesichter des FC Bayern offenbarte: Vier der fünf Tore fielen nach Standards, Hannover war durch Stajner sogar in Führung gegangen. Kantersiege sehen anders aus. Ein fast schon historisch anmutender 7:1-Erfolg im Achtelfinal-Rückspiel gegen Sporting würde die Konkurrenz in jeder anderen Spielzeit in Angst und Schrecken versetzen. Dieses Jahr dürfte es allein die Verunsicherung sein, wie ein derartiges Resultat einzuordnen ist, die die Kontrahenten lähmt.

In der internen Fünfjahreswertung der Bundesliga sind die Bayern inzwischen dem HSV und Werder enteilt. Auf dem gesamten Kontinent hat nur der FC Liverpool seiner Liga mehr Punkte eingebracht – die Mannschaft mit den zwei Gesichtern ist Zweiter in Europa.

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15. März 2009 von Jannik Sorgatz
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