Mannschaft der Stunde (16)

VfL Wolfsburg

Die meisten Tore, die wenigsten Gegentreffer, die meisten Siege – Platz eins in der Rückrundentabelle.

Die drittmeisten Tore, die drittwenigsten Gegentreffer, die meisten Siege – Platz eins in der Heimtabelle.

Das Sturmduo Grafite-Dzeko ist das beste der Liga, 31 Tore haben die beiden zusammen erzielt. In der Rückrunde waren sie je siebenmal erfolgreich und führen die Torschützenliste des Jahres 2009 an.

Es gibt inzwischen so viele Kategorien, in denen der VfL Wolfsburg jahresübergreifend oder zumindest nach der Winterpause die Nase vorn hat, dass man kaum noch mitkommt. Sieben Bundesligasiege in Folge sind letztendlich das überzeugendste Argument, um die „Wölfe” zur „Mannschaft der Stunde” zu küren.

Die Hinrunde war, wie schon ein Jahr zuvor, relativ mäßig verlaufen. 26 Punkte, Rang 9, 35 Tore auf der einen, aber auch 25 Gegentore auf der anderen Seite – viel Luft nach oben. Die Parallelen zur Saison 2007/2008 sind verblüffend. Damals: Platz 11 und 20 Zähler nach der Hinrunde, nach dem 25. Spieltag dann schon 37 Punkte und der Sprung um drei Plätze. Am Ende stand die Qualifikation fürs internationale Geschäft, Rang drei in der Rückrundentabelle.

Was letzte Saison schon besser klappte als erwartet, hat 2009 eine weitere Steigerung erfahren. Wolfsburg ist so etwas wie das Leverkusen der Gegenwart. Werksmillionen haben eine junge, schlagkräftige Mannschaft geschaffen, die sich ständig weiterentwickelt. Selbst das Stadion ist so gut gefüllt wie nie. Ein Schnitt von 26.369 bedeutet derzeit einen neuen Vereinsrekord.

Auch was den Werdegang der letzten Jahre angeht, sind die Parallelen zu Bayer Leverkusen Ende der 90er Jahre nicht von der Hand zu weisen. 2006 und 2007 belegte der VfL jeweils Platz 15, entging trotz einer ordentlichen Personaldecke nur knapp dem Abstieg. Das zwölfte Bundesligajahr scheint nun den großen Durchbruch zu bringen. Bayer Leverkusen rettete sich 1995/96 bekanntlich erst am letzten Spieltag und wurde schon in der folgenden Saison Vizemeister.

Am 26. Spieltag stehen die „Wölfe” vor einem Schicksalsspiel – die Bayern, derzeit punkt- und torgleich mit dem VfL, kommen in die Volkswagen-Arena. Ein Sieg würde Wolfsburg endgültig ins Titelrennen hieven, eine Niederlage stillen Titelträumen einen Dämpfer verpassen, sie jedoch nicht in Luft auflösen.

Bis dahin heißt es erst einmal: Genießen, nicht ausruhen.

Und der unbeteiligte Fußballfan beginnt derweil, sich damit anzufreunden, dass der Deutsche Meister tatsächlich aus Wolfsburg kommen könnte. Dann doch lieber Hertha? Gute Frage.

24. März 2009 von Jannik Sorgatz
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