Ausgebügelt

Saison 2012/2013: 26. Spieltag – Gladbach 1:0 Hannover

Was für ein Spieltag! Zu gut, um wahr zu sein! Aber der Haken an der Sache will einfach nicht auftauchen. Die Borussia ist in dieser Saison ein echtes Sonntagskind – und hat einen großen Schritt gemacht, um es nächste Saison zu bleiben.

Konfirmationen, Handballspiele, Uni-Seminare – mehr Anlässe fallen mir nicht ein, zu denen ich in den vergangenen 15 Jahren die Bundesliga am Samstag verpasst hätte. Immer blieb ich zähneknirschend vom Fernseher oder aus dem Stadion weg. Denn der Samstag ist heilig, da gibt es gar nichts zu überhöhen, es ist einfach so. Zufall kann es demnach nicht sein, dass ich einen Job habe, in dem sich samstags ab 15:30 Uhr alles darum dreht, Sky zu gucken.

Da ich weiß, dass sie da oben selbst über diese Randnotiz schmunzeln wird, kann ich auch erzählen, dass meine Oma vor fünf Jahren an einem Freitag in der Länderspielpause starb. Mit Sicherheit wären wir nicht ins Stadion gegangen an jenem Wochenende. Aber die Frage stellte sich gar nicht, weil Deutschland in Liechtenstein spielte.

“Tor in Irgendwo!”
Diese Saison ist alles anders, weil die Borussia nicht mehr mit ganz so großer Vehemenz das Samstagsprogramm diktiert. Nur jedes zweite Spiel fand bisher am traditionellen Fußballtag statt. Doch das hat keineswegs zur Folge, dass ich mir einen Hund zugelegt habe, neuerdings einen Kaffee in der Stadt trinken gehe oder Rennrad fahre, wenn es “Tor in Irgendwo!” heißt. Stattdessen bekomme ich von den anderen 17 Mannschaften so viel mit wie seit Zweitliga-Zeiten nicht mehr. Trotzdem wäre es früher wohl nie vorgekommen, dass ich samstagnachmittags am Bügelbrett stehe (gut, früher wäre es nie vorgekommen, dass ich überhaupt am Bügelbrett stehe). Europapokal, was hast du nur mit mir gemacht?

Doch die Hemden und Hosen ziehen sich diesmal. Vier der sechs Gladbacher Konkurrenten sind in vier verschiedenen Spielen im Einsatz. Als der FC Augsburg beim Hamburger SV in Führung geht, ist mein Mitbewohner Sebastian aus dem Schwabenland nicht so begeistert, weil seine Stuttgarter momentan ganz andere Sorgen haben. Nachdem ich ihn davon überzeugt habe, dass der VfB dann eben am Sonntag in Frankfurt gewinnt, ist er auf meiner Seite.

Nicht einmal zwei Kilometer Luftlinie von unserer WG schießt dann der SC Freiburg das 1:0 in Dortmund. Das kommt weder bei Schwaben noch bei Borussen mit Europacup-Hoffnungen gut an. Als der BVB die Partie zur Pause aber gedreht hat, Schalke in Nürnberg zurückliegt und Mainz sich in Hoffenheim schwer tut, ist ein nahezu perfekter Samstag auf dem Weg.

Versaute Freiburger
Fast schon surreal gut gestaltet sich die Lage nach 90 Minuten. Ich habe nicht nur dieses elendige braune Hemd gebändigt, sondern bis auf Mainz hat kein einziger Konkurrent einen Punkt geholt. Freiburgs Torverhältnis trägt nach der erneuten Fünf-Tore-Klatsche nunmehr Züge von “Shades of Grey” – völlig versaut. Und sogar Schalke bewegt sich nach dem unerwarteten 0:3 wieder in neutralen Sphären. Im Vorhinein hätte sich wahrscheinlich niemand getraut, solch unverschämte Forderungen an den Spieltag zu stellen. Um 20:20 Uhr hat mich der Samstag so losgelöst von der Erde, dass ich Leverkusens Niederlage gegen Bayern als weiteren Gewinn für die Gladbacher Ambitionen sehe.

Am nächsten Morgen bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen. Der einzige Grund: Ich kenne doch meine Borussia. Die hat bis dahin zwar erst eines ihrer acht Sonntagsspiele verloren, aber es war ausgerechnet das ohne Europapokal-Auftritt am Donnerstag davor. Stuttgarts Sieg in Frankfurt – ein Schwabe hält eben Wort – erscheint mir nur als zusätzliches Argument, dass dieser Spieltag einen Haken haben wird und der mit großer Wahrscheinlichkeit im Borussia-Park zu suchen ist. Wer meint, dass dies nicht typisch Gladbach wäre, muss von Bergisch-Gladbach reden.

Lucien Favre ändert die Startelf aus dem Heimspiel gegen Bremen nur auf einer Position. Granit Xhaka oder Thorben Marx? Das war vorab das einzige Fragezeichen gewesen. Der Trainer, der unter der Woche in Barcelona Champions League geguckt hat, entscheidet sich gegen Experimente und für den Mann, gegen den sich partout kein Argument findet, warum er hier und heute nicht der Richtige sein sollte. Einen Namen mit X haben beide. So solide der Auftritt des Schweizers gegen Bremen auch war – dass Xhaka einen Satz mit X produziert, ist in dieser Phase wahrscheinlicher als bei Marx.

Gladbach tastet sich heran
Das “Magische Viereck in spe” macht vorne von Beginn an Druck. Da “spes” das lateinische Wort für Hoffnung ist, kann man ja getrost bei der Formulierung bleiben. Juan Arango sucht Luuk de Jong mit einem Diagonalball, den der Niederländer in seiner Zeit bei der Borussia schon besser verarbeitet hat. Kurz darauf macht es der Meister selbst, zielt jedoch vizemeisterlich über den Querbalken. Marx hat sogar Offensivlunte gerochen und prüft Ron-Robert Zieler mit einem Schuss von der Strafraumgrenze. Und Amin Younes verpasst nach einer Flanke von Patrick Herrmann nur knapp.

Das Schöne an den Hannoveranern ist, dass sie sich prinzipiell gerne am Spiel beteiligen. In der ersten halben Stunde steigert 96 seine Sympathiewerte am Niederrhein sogar, weil das nicht wirklich gelingt. Alvaro Dominguez und Martin Stranzl werden am Ende nur halb so viele Ballkontakte wie gegen Bremen haben.

Dass Hannovers Johan Djourou bei einer Ecke in Winterschlussverkauf-Wühltisch-Manier seinen Arm in Stranzl rammt, bleibt nicht nur den meisten der 46.000 Zuschauer, sondern offenbar auch Schiedsrichter Manuel Gräfe verborgen. Zum Glück kennen sich Herrmann und de Jong in der Unterhaltungsbranche aus und wissen, wie man Aufmerksamkeit generiert.

Der Niederländer tauscht mit Marx die Positionen. Während der Sechser in die Spitze durchläuft, zieht de Jong vier Gegner auf sich. Drei kümmern sich danach um Herrmann, der mit einem feinen Außenristpass Hannovers Aufmerksamkeitsdefizite der anderen Art aufdeckt. Zieler rutscht noch aus, so dass de Jong den Ball nur über den Keeper ins Tor chippen muss. Nachher ist von einem “Zaubertor” die Rede. Und tatsächlich könnte dieser Treffer als Blaupause dienen für die Art und Weise, wie der VfL in Zukunft spielen will.

Die zweite Ankunft
Während de Jongs Kritiker den fünften Strich beim Zählen seiner Bundesligatore machen können, tauchen andere wertvolle Eigenschaften des Stürmers natürlich nirgendwo auf. Der 22-Jährige läuft, ackert, schreckt vor keinem Zweikampf zurück. Dass dabei nicht alles gelingt, ist logisch. Wie de Jong manch einen Abschlag annimmt, behauptet und weiterleitet, nachdem seine Mitspieler aufgerückt sind, ist aber bemerkenswert. Dominguez war als erster Spieler des 30-Millionen-Trios angekommen. Wer behauptet, de Jong sei es noch immer nicht, sollte ihn sich live im Stadion ansehen, oder zumindest ein ganzes Spiel aufzeichnen und nur auf den Niederländer achten.

Zu einer bemerkenswerten Statistik dieses Spiels trägt de Jong auch dabei, weil er sich im Luftkampf fast immer fair behauptet. Nur sieben Fouls leistet sich die Borussia über 90 Minuten. Eines hat schwerwiegende Folgen, wobei die Gelbe Karte gegen Arango noch eher zu verschmerzen ist. Früher hätte sich der Venezolaner solch eine Verwarnung niemals abgeholt, weil er nach einem Ballverlust nicht 25 Meter einem Gegner hinterhergespurtet wäre – und er hätte sich bei seinem Grätschversuch nicht am Oberschenkel verletzt. Arango muss in der Kabine bleiben, zur zweiten Halbzeit kommt Filip Daems und schickt Oscar Wendt ins Mittelfeld.

Nach 61 Minuten ist mal wieder Brouwers-Time, weil sich Stranzl über dem Auge verletzt hat. Am nächsten Tag legt der Österreicher dafür bei der Präsentation des neuen Mannschaftsbusses einen astreinen Hangover-Auftritt mit Sonnenbrille hin. Auf Roel Brouwers ist zwar Verlass. Dennoch läuft es nicht gerade optimal, wenn Favre zweimal verletzungsbedingt wechseln muss. Obendrein gefiel Wendt hinten links diesmal ganz gut.

Matchwinner Pinto
Neutrale Beobachter mögen die letzte halbe Stunde als langweilig bezeichnen. Den Borussen im Stadion geht dafür – sowohl auf als auch neben dem Platz – ganz schön die Pumpe. Das zwölfte Unentschieden der Saison wäre fatal, die Vorlagen der Konkurrenz plötzlich nur noch Beihilfe zur Schadensbegrenzung. Hannover spielt noch immer schwach, aber nach Hause gefahren ist der Gegner auch nicht.

Sergio da Silva Pinto – einst unter dem Decknamen Sergio Pinto als erfolgreicher Bobadilla-Provokateur in Erscheinung getreten – lockert die angespannte Stimmung kurz vor Schluss auf. Nach diversen Versuchen bei Gräfe wird Pinto an der Seitenlinie konkreter. Der Linienrichter schickt ihn mit einem “Hau ab!” weg. Das ist nicht nett, aber immerhin ehrlich. Gelb für Pinto gibt es als Reiseproviant für den Weg zurück in die eigene Hälfte.

In der 85. Minute will es Pinto wissen. Im Luftkampf mit Daems bekommt er dessen Hand ans Ohr (ja, war so unspektakulär, wie es sich liest). Ein Blick zum Schiedsrichter, der aber nicht reagiert, dann sackt Pinto zusammen und täuscht einen Ohrmuschelbruch vor. Für den gestreckten Daumen – man nennt ihn auch den “ironischen Mittelfinger” – gibt es Gelb-Rot.

Somit ist Pinto eindeutig Gladbachs bester Mann in der Schlussphase, weil er den abgekämpften Borussen Verschnaufpausen gewährt. Erst in der 93. Minute wird der Hannoveraner von Marc-André ter Stegen abgelöst. Der 20-Jährige lenkt einen Schuss von Christian Pander über die Latte.

Vertrauen aufs Happy End
Dann ist Schluss und Tausende fahren wahrscheinlich übervorsichtig nach Hause, weil sie den Haken dieses perfekten Spieltags in Form eines Wildschweins befürchten, dass die Fahrbahn kreuzt. Denn die Ergebnisse waren einfach zu gut, um wahr zu sein. “Alle haben für uns gespielt. Sogar mal wir selbst”, twittert der Fanclub “Block B” und bringt die Verwunderung auf den Punkt.

Natürlich weckt der Sprung auf Platz sieben Sehnsüchte. Am 26. Spieltag hat Gladbach dreimal so viele Punkte geholt wie alle sechs Konkurrenten zusammen. Platz vier ist nur noch einen Zähler weg. Vorhin habe ich zum ersten Mal in dieser Saison den Tabellenrechner malträtiert, die Aktion aber nach zwei Spieltagen abgebrochen. Das ist mir dieses Jahr zu anstrengend. Also vertraue ich darauf, dass auch diese Saison ihr Happy End bekommt.

Der VfL hat aus den 13 Spielen, die nicht an einem Samstag stattfanden, jetzt 26 Punkte geholt. Am scheinbar heiligen Fußballtag sind es nur zwölf Zähler bei gerade einmal zwei Siegen (zu Hause gegen Hoffenheim und Düsseldorf). Lasst uns den Samstag doch zum offiziellen Borussia-Bügel-Tag machen und nur noch sonntags, freitags und mittwochs spielen!

18. März 2013 von Jannik Sorgatz
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Mlapartykiller

Saison 2012/2013: 25. Spieltag – Gladbach 1:1 Bremen

Seit Monaten pendelt die Borussia zwischen Rang sieben und zehn – ohne sich oben einzumischen, aber auch ohne bangen Blick nach unten. Ein Sieg gegen Werder sollte die Initialzündung bringen. Stattdessen lief mal wieder alles anders.

Ich wollte doch produktiv sein. Manchmal ist es alles andere als ein Segen, dass diese Texte an einem Notebook mit Internetzugang entstehen. Da ist dieser Browser. Da ist YouTube. Da sind all diese bis zum Gänsehaut-Weltrekord mit Emotionen aufgeladenen Videos aus den vergangenen zwei Jahren.

Und im Nu bin ich wieder in Bochum. Die Augen werden nass von einem Handyvideo, in dem der Gästeblock “Nie mehr Zweite Liga!” singt. Wer soll denn so arbeiten? ‘Aber hey’, denke ich mir, ‘vor das Rückspiel gehört das Hinspiel.’ Dann läuft wieder die dritte Minute der Nachspielzeit, Igor de Camargo trifft. “Und was jetzt los ist, das ist ja unfassbar!”, ruft Kommentator Steffen Simon. “Der Borussia-Park flippt aus – auf den Rängen, auf dem Rasen!”

Als Oliver Neuville bei der WM 2006 das legendäre “Polen-Tor” erzielte, sagte Simon: “Und hier spielen sich unglaubliche Szenen ab – unten auf der deutschen Bank, oben auf den Rängen.” Dass der ARD-Mann in beiden Momenten intuitiv auf ähnliche Muster zurückgegriffen hat, spricht für die Bedeutung der Tore.

Das volle Programm
Hach ja, und dann noch einmal die ganze Saison 2010/2011 in 6:12 Minuten im Schnelldurchlauf. Schon ist fast wieder eine halbe Stunde um, ohne dass ich eine Zeile geschrieben haben. Es warten die Rückblicke aus der Saison 2011/2012 – Hinrunde, Rückrunde, “Borussia Barcelona”, Marco Reus’ Abschiedsvideo und noch einmal die ganze Spielzeit kompakt. Die zweite halbe Stunde ist vorbei.

Ich verabschiede mich ins Privatarchiv: Champions-League-Hymne im Borussia-Park, Fanmarsch in Kiew, Oscar Wendts Elfmeter auf Zypern, Ekstase in Marseille, Bootsfahrt über den Bosporus, Spanische Treppe in Rom. Hat Sky nicht die überragenden Arango-Tore aus der Hinrunde alle online gestellt? Es geht zurück ins Internet. Frankfurt, Hannover, Wolfsburg, Mainz – unfassbar, dieser Mann!

Hat jeder Verein diese Vielfalt? Kann jeder Fan permanent in Video-Parallelwelten abdriften, ohne weiter zurückzugehen als zwei Jahre? Ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Fülle und Intensität einzigartig ist. Die Dortmunder haben in derselben Zeit zwar genau so viel erlebt, aber alles mit Netz und doppeltem Boden, ohne Furcht.

Abstiegskampf adé
Nach 90 Minuten ist jetzt doch das Heimspiel gegen Bremen an der Reihe. Vor knapp fünf Monaten hat die Borussia beim 0:4 mit Sicherheit keine YouTube-Perlen produziert. Die Ablenkungsgefahr ist also gering. Nach dem Spiel rutschte der VfL auf Platz 13 ab. Schlechter stand er in der Bundesliga nicht mehr da, seit die Mannschaft im Mai 2011 in Hamburg die Relegation fix gemacht hat – und das war nun wirklich keine Schande.

Wenn es seitdem auch nur annähernd die Angst gegeben hat, wieder in den Abstiegskampf zu geraten, dann in jener Phase, als Gladbach so viele Gegentore kassiert hat wie nie zuvor unter Lucien Favre. Fünf waren es in Dortmund, vier gegen Fenerbahce, vier im Bremer Weserstadion. In 23 Pflichtspielen danach musste Marc-André ter Stegen nur zwei weitere Male mindestens dreimal hinter sich greifen. Sowohl gegen Leverkusen als auch gegen Lazio verlor der VfL dennoch nicht.

Thorben Marx pinselt derzeit wahrscheinlich an ein paar Aquarellen, weil er sich “Stabilität” als Künstlernamen in den Ausweis eintragen lassen will. Wann immer Lucien Favre von Beginn an auf den Sechser verzichtet hat, weil der verletzt oder angeschlagen war, gab es drei Gegentore (gegen Leverkusen und gegen Lazio – für die, die es schon wieder vergessen haben). Wann immer ich die Renaissance des zwischenzeitlich Vergessenen feiere, will ich hinzufügen: “Aber die Zukunft ist das natürlich nicht.” Aber was kann Marx dafür, wenn die Zukunft noch mit sich selbst zu kämpfen hat?

Im Frauen-Sandwich
Gegen Werder ist der gebürtige Berliner aber gelbgesperrt. Für ihn steht die Zukunft in der Startelf. Granit Xhaka darf von Beginn an ran. Außerdem ist Juan Arango wieder da. Filip Daems sitzt dafür draußen und Oscar Wendt rückt wieder in die Viererkette, wo es nach kleinem Hoch zuletzt nicht mehr so gut für ihn gelaufen war.

Irgendetwas ist anders an diesem Samstagabend. Zuerst rätseln meine Mutter und ich, wer bei Bremen neben Lukimya in der Innenverteidigung spielt, weil Prödl und Sokratis gesperrt sind. Der Vierer sieht von oben aus, als sei er 2,16 Meter groß und nicht älter als 20 Jahre. Während meine Mutter einen unbekannten Nachwuchsspieler vermutet, denke ich, dass wir irgendeinen Winter-Neuzugang nicht auf dem Zettel haben. In unserem gewohnt diskutierfreudigen Privat-Familienblock tut es mal gut, wenn beide Recht haben: Mateo Pavlovic ist im Winter aus Zagreb gekommen, 21 Jahre alt und 1,96 Meter groß.

Nach der Rätselrunde fällt mir auch endlich auf, was mich so irritiert. Dass zu meiner Rechten eine Frau sitzt, ist ja nicht neu. An diesem Abend dürfte es jedoch zum ersten Mal vorkommen, dass ich mich in einem weiblichen Sandwich befinde. Der Xantener Zahnarzt und sein Sohn, die seit Ewigkeiten links neben uns ihre Plätze haben, habe ich zuletzt auf der Spanischen Treppe in Rom gesehen. Als Ersatz haben sie einen Mann Mitte 50 und vermutlich dessen Tochter geschickt. Hoffentlich wird sie in den Jubel-Kreisel samt Abklatschen und – je nach Wichtigkeit des Tores – Um-den-Hals-fallen nicht zu viel hineininterpretieren.

Prinzipientreue
Genau einmal habe ich meine damalige Freundin mit ins Stadion genommen. Es war ein grausamer Stadionbesuch, weil Gladbach sich zu einem 1:1 gegen Freiburg gurkte und meine Freundin nicht kapieren wollte, dass ich definitiv nicht in der Nordkurve Händchen halte. Man muss doch noch seine Prinzipien haben.

Über diese fußballerisch-zwischenmenschlichen Fragen kann ich mir problemlos Gedanken machen, weil unten auf dem Platz lediglich Alvaro Dominguez und Martin Stranzl Erfolg bei der Partnersuche haben. Andauernd finden sie den jeweils anderen, der den Ball sofort wieder zurückschiebt, anstatt dem Co-Innenverteidiger auch einmal einen Korb zu geben. Havard Nordtveit und Xhaka leiden nach einer Viertelstunde an Liebesentzug, Luuk de Jong weiß schon gar nicht mehr, wie sich ein Ball anfühlt.

Aber dann geht alles ganz schnell und ist am Ende nur so bemerkenswert, weil alles ganz langsam geht. Der Reihe nach: Nordtveit wird doch einmal eingebunden und weiß auch etwas Vernünftiges damit anzufangen. Amin Younes leitet den Steilpass des Norwegers mit der Hacke auf Patrick Herrmann weiter. Im Teilkreis vor dem Strafraum kommt ihm Werder-Keeper Mielitz entgegen, der den Ball eigentlich nur weghauen müsste. Tut er auch, nur endet die Flugbahn an Herrmanns Bein. Und der kann locker einschieben wie einst Marco Reus im Pokal gegen Schalke, nur ohne Zirkus-Trick.

Niemand macht den Ballack
Bis dahin ist alles wie immer. Schiedsrichter Wolfgang Stark hat Richtung Anstoßpunkt gezeigt, weit und breit keine Linienrichter-Fahne zu sehen. Ich fokussiere mich beim Jubeln auf die bekannten Gesichter. Gladbach? Eins! Werder? Nuuull. Danke, Patrick. Alles reinste Routine – bis irgendjemand “Er gibt es nicht!” schreit.

Was? Hä? Wie bitte? Hat Stark ein Foul an Mielitz gepfiffen, obwohl es nach einem Allerwelts-Pressschlag aussah? Dafür spricht die Tatsache, dass der Bremer Torwart am Boden liegt und behandelt wird (billige Einlage). Wie gesagt, der Linienrichter war reglos. Sonst schaue ich doch selbst bei Einwürfen in der eigenen Hälfte kurz zur Seite, um nicht den peinlichsten aller Stadionmomente zu erleben – den verschenkten Jubel.

Stark, bereits vor dem Spiel mit Raunen und Pfiffen bedacht, spricht mit Kapitän Stranzl. Kein Borusse jagt wie einst Michael Ballack in der Champions League dem Schiedsrichter hinterher. Auf den 7140 grünen Quadratmetern weiß anscheinend jeder Bescheid, nur 54.000 Zuschauer haben erst einmal keine Ahnung. Hinterher werden alle fluchen über Stark, als hätten sie es gewusst. Zum 38. Mal pfeift der FIFA-Schiedsrichter ein Spiel der Borussia. Die Bilanz ist eher schlecht, was aber eher daran liegt, dass Stark 1997 zum ersten Mal Gladbach gepfiffen und den VfL damit treu durch 15 Seuchenjahre begleitet hat. Klar, er hat Igor de Camargo auf St. Pauli vom Platz geschmissen. Damals hieß der Böse aber Matthias Lehmann. Klar, er hat den Tritt auf den Fuß von Marco Reus nicht gesehen. Damals hieß der Böse aber Jermaine Jones. Also alles halb so wild. Oder habe ich etwas Dramatisches vergessen?

“Leistungsgerecht”
Wahrscheinlich hätte die Aufregung im Borussia-Park eine noch kürzere Halbwertszeit, wenn Stark die Zuschauer wie beim American Football über ein Stadionmikro informieren könnte. So bleibt neben der Wut noch eine Weile lang die Angst, dass diese Entscheidung womöglich dafür sorgt, dass am Ende zwei Punkte für Europa fehlen (der Fußball ist eben ein einziges Dominospiel und seine Fans paranoid).

Stranzl und Dominguez schieben sich weiter die Pässe zu wie sonst nur 15-jährige Mädchen vor der Dorfdisko. Offensiv ist Herrmann Gladbachs Aktivposten, der auf rechts zwar immer wieder durchkommt, aber immer noch kein Mittel gefunden hat, den Ball zu de Jong zu bringen. So geht es mit einem 0:0 in die Pause, für das es zum Glück ein ansonsten nutzloses Adjektiv wie “leistungsgerecht” gibt.

Wie es in der zweiten Halbzeit zunächst weitergeht, lässt sich ebenfalls mit so einer Wendung aus der Fußballsprache beschreiben: “von der Taktik geprägt”. Das findet man auf der Skala, mit der Bundesligaspiele bewertet werden, kurz vor “was ein Kackspiel”. Immerhin traut der Betrachter beiden Mannschaften in diesem Fall noch zu, dass das, was sie da veranstalten, irgendeine Intention hat – und nicht nur darauf zurückzuführen ist, dass sie es nicht besser können.

Xhaka ist Gladbachs Werder
Lediglich ein Arango-Kopfball heitert das “Top-Spiel” ein wenig auf (solch ein Ding mit Seltenheitswert kann im Grunde auch nur taktische Gründe haben). Auf der anderen Seite scheitert Kevin de Bruyne an ter Stegen. Werders junger Belgier ist der einzige, der permanent so etwas wie Gefahr versprüht. Ansonsten ist es eine kriselnde ehemalige Top-Mannschaft, die im Borussia-Park nur darauf bedacht ist, keine groben Fehler zu machen.

Das gilt ebenfalls für einen jungen Schweizer, den man als das “Werder von Gladbach” bezeichnen könnte. Granit Xhaka muss sich nichts vorwerfen lassen, weil er nichts Großartiges falsch macht – was in erster Linie daran liegt, dass er sich aus den brenzligen Situationen raushält. Was wie ein Vorwurf klingt, soll gar keiner sein. Lieber zwei, drei Spiele mit angezogener Handbremse absolvieren, in Ruhe reinfinden in den Rhythmus, anstatt entscheidende Fehlpässe zu produzieren. Das sei ihm sogar gegönnt. Als Marx gegen Leverkusen und Lazio fehlte, hieß sein Ersatz nicht Xhaka. Wenn er will, darf sich der 20-Jährige damit rühmen, die Ohne-Marx-Gegentor-Flut beendet zu haben. Er muss aber nicht.

Was Lucien Favre so von dem Auftritt seiner Mannschaft hält, zeigt er nach 70 Minuten. Mike Hanke, Peniel Mlapa und Lukas Rupp kommen in einem Rutsch für Luuk de Jong, Amin Younes und Patrick Herrmann. Womit sich alle direkt davon verabschieden können, dass da vorne mit Leichtigkeit ein “Magisches Viereck” entsteht, als müsse man nur heißes Wasser durch ein Kaffeepad jagen. Nur Arango bleibt drin, was an diesem Tag höchstens daran liegt, dass Venezuela ihn nicht als Chavez-Nachfolger abwerben kann, solange er auf dem Platz steht.

Noch nichts entschieden
Wenig später segelt von links die erste vernünftige Ecke des Abends in den Strafraum. Mlapa mausert sich endgültig zur Zwei-Minuten-Terrine und köpft kurz nach seiner Einwechslung seinen zweiten Pflichtspieltreffer für die Borussia. Vielleicht hätte Werder einen der drei Spieler, die bei Ecken immer an der Mittellinie lauerten, mal an den Pfosten gestellt. Aber heiß’ ich Thomas Schaaf?

Doch noch ist das Ding nicht durch. Nein, gemeint ist nicht das Spiel, sondern das Tor. Gladbach? Eins! Werder? Nuuull. Danke, Peniel. So weit waren wir vorhin auch schon. Bis zum Wiederanpfiff bleibt das flaue Gefühl im Magen, immer wieder bange Blicke zum Linienrichter, was macht Stark? Ich hoffe, es dauert nicht so lange, bis ich wieder unbeschwert ein Tor feiern kann.

Wenn Bremens Aleksandar Ignjovski nicht säuft (wovon ich mal ausgehe), ist es nicht seine Fahne, die diesmal die Freude beendet, sondern ein Abstauber am langen Pfosten. Ter Stegen kratzt den Ball noch aus dem Tor, aber Linienrichter Jan-Hendrik Salver sieht auch wirklich alles. Für Ignjovski ist es der erste Treffer in der Bundesliga. Gern geschehen, Aleksandar!

Favre winkt ab
Danach spielen beide Mannschaften endlich konstant Fußball, was Stranzl und Dominguez nicht daran hindert, ihre Ballkontakte in die Dreistelligkeit zu befördern. 109 und 119 sind es am Ende. Der wahrscheinlich letzte von Dominguez wird aber beinahe sein wichtigster.

Es läuft bereits die Nachspielzeit, als der Spanier einen Pass aus der eigenen Hälfte in die Spitze spielt. Hanke hüpft geschickt drüber wie beim Gummitwist auf dem Schulhof. Und dann läuft Mlapa alleine auf Mielitz zu. Er sollte besser probieren, links vorbeizugehen. Wobei es bei Chancen dieser Art einfach keine Ausreden gibt, sie nicht zu nutzen. Kann dieser Mann denn nicht treffen, ohne zwei Minuten vorher eingewechselt worden zu sein?

90 über weite Strecken biedere Minuten, das ganze Ballgeschiebe, der viel zu schnelle Ausgleich – das wäre alles vergessen. Aber Mlapa versucht es rechts, bleibt an Mielitz hängen, trifft dann im Nachschuss Pavlovics Beine. Favre winkt am Spielfeldrand ab, als habe ein Busfahrer vor seiner Nase die Tür geschlossen und sei abgedüst.

Pendeln, ohne anzugreifen
Und wieder gelingen Gladbach keine zwei Siege hintereinander. Die gab es zuletzt im August des vergangenen Jahres, als die Borussia nach dem Sieg in Mainz am 34. Spieltag auch das Auftaktspiel gegen Hoffenheim gewann. Lassen wir das nicht gelten, landen wir im Februar 2012 – Schalke und Kaiserslautern, die finalen Auftritte von “Borussia Barcelona”.

Elf Unentschieden nach 25 Spieltagen sind einfach zu viele. In sechs dieser Partien hat der VfL das 1:0 erzielt, gegen Leverkusen sogar zweimal geführt. Hinzu kommen torlose Remis in Düsseldorf und Hoffenheim. Niemand verlangt die Europa League. Aber es wird sich wohl niemand finden, der verlangt, dass die Mannschaft ihre Chancen nicht nutzt. Denn Platz sechs ist weiterhin nur vier Punkte weg. Es waren schon deutlich weniger, aber niemals mehr.

Seit Ende November pendelt die Borussia zwischen Rang sieben und zehn, obwohl sie maximal ein Spiel in Folge gewinnt. Die Konkurrenten haben alle ihre Mini-Serien gehabt, was sich optimistisch so interpretieren lässt, dass die des VfL einfach noch kommt. Und es ist ja nicht so, dass die Hoffnung in den vergangenen zwei Jahren ein schlechter Begleiter war. Ich finde, es wird wieder Zeit für eine YouTube-Session.

14. März 2013 von Jannik Sorgatz
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Herlig!

Saison 2012/2013: 24. Spieltag – Frankfurt 0:1 Gladbach

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Wer ab und an bei RP ONLINE liest, hat es vielleicht schon mitbekommen: Seit dem 1. März schreibe ich dort regelmäßig über die Borussia. Das passiert alles in bewährter Art und Weise wie hier auf dem Blog. In Kürze werden meine Artikel dort auf einer eigenen Seite gesammelt, einen Namen bekommt die Rubrik auch noch.

Für mich ist das eine großartige Sache, weil ich mit der Arbeit, die ich als 18-Jähriger hobbymäßig begonnen habe, inzwischen meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Vor fünf Jahren hätte ich das nie für möglich gehalten. Dafür gilt es euch Lesern ganz besonders zu danken, ohne die eine Seite wie diese natürlich nicht funktionieren würde!

Für “Entscheidend is auf’m Platz” bedeutet meine neue Tätigkeit dennoch, dass es so weiter geht wie bisher. Wobei: Eher nicht so wie in den vergangenen Monaten, als diese Seite ziemlich eingeschlafen ist. Damit soll jetzt Schluss sein, ein für allemal. Während hier die aktuellen Spiele aufgearbeitet werden, schreibe ich parallel an all den Texten, die bislang noch nicht erschienen sind (ambitioniert, aber das schaff’ ich schon). Schließlich habe ich mir vorgenommen, im Sommer aus “So weit die Raute trägt” und “Gegen Gladbach kann man mal verlier’n” eine Trilogie zu machen. Aus dem Keller in die Relegation in den Europapokal – wieder in den Europapokal?

Also hoffe ich, euch weiterhin zahlreich bei “Entscheidend is auf’m Platz” und in Zukunft auch bei RP ONLINE begrüßen zu können.

 

Euer Jannik

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Eintracht Frankfurt soll ja die Borussia der Saison 2012/2013 sein: Jung, frisch, überraschend erfolgreich. Nachdem der große Zauber in Gladbach ab dem Ende des Winters 2011/2012 etwas verflog, beginnt nun auch der Aufsteiger aus Hessen zu straucheln. Beim VfL beschwert sich darüber jedoch niemand. Und so ist Frankfurt rein auswärtssieg-technisch inzwischen das neue Köln.

Es wird im Fußball so manche Unwahrheit verbreitet. Zum Beispiel ist das mit den Auswärtstoren im Europapokal, die doppelt zählen, natürlich Schwachsinn. Für ein weiteres vermeintliches Hirngespinst muss ich an dieser Stelle aber mal eine Lanze brechen: das Sechs-Punkte-Spiel. Tatsächlich geht es für die Borussia bei Eintracht Frankfurt um die doppelte Ausbeute, alles hat eben seine Relation (nicht “Relegation”, wohlgemerkt!). Bei einem Sieg sind es nur noch vier Punkte auf Platz vier. Bei einer Niederlage sind es zehn. Und da zwischen “Voll drin im Geschäft” und “Quasi raus aus dem Rennen” alles drin ist, geht das mit dem Sechs-Punkte-Spiel schon in Ordnung.

Das letzte Saisondrittel bricht an. Dieses Jahr ist es aufgrund der Europa-Tour sogar nur ein Viertel. 35 ihrer 46 Pflichtspiele hat die Borussia bereits hinter sich. Da könnte man meinen, für die Mannschaft von Lucien Favre sei jedes der verbleibenden elf Spiele weniger anstrengend als für die meisten Gegner. Und wenn nicht, kann man ja trotzdem an die Theorie glauben. Erinnert an Ruhrpott-Legende Horst Szymaniak, der in Verhandlungen einst “mindestens ein Viertel” mehr Gehalt gefordert haben soll, nachdem ihm nur ein läppisches Drittel angeboten worden war.

Ohne Arango
Vor dem Spiel steht Arie van Lent bei Sky, Ex-Borusse und Ex-Frankfurter in Personalunion. Wobei seine Zeit bei der Eintracht in eine der hinteren Ecken meines Gedächtnisses gerutscht ist. Noch eher ist der letzte Torschütze auf dem Bökelberg für mich Bremer oder Fürther. Während mein Blick an van Lents kahlem Schädel hängen bleibt, schreit es in meinem Kopf geradezu nach Hereingaben für Luuk de Jong. Flanken auf sein Haupt!

Einer, der das als bislang einziger Borusse erfolgreich praktiziert hat, muss gegen Frankfurt kurzfristig passen. Das einzig Positive am erneuten Ausfall von Juan Arango: Sollte es gegen die Eintracht einen Sieg geben, stellt sich die Frage, wie gut es denn nach der Rückkehr des Venezolaners noch werden soll. So aber bleibt offen, ob Lucien Favre sich auch mit Arango für de Jong, Patrick Herrmann und Amin Younes in der Offensive entschieden hätte.

Mut war jedenfalls immer ein guter Begleiter in dieser Saison. Andere Mannschaften können nur kämpfen oder spielerisch überzeugen. Bei Gladbach kam mit dem Einsatz auch immer die fußballerische Klasse ins Spiel – als müsste sich ein Maler immer erst zwei Stunden wie ein Navy Seal durch den Matsch kämpfen, um zu seiner Staffelei zu gelangen.
Die Eintracht hat drei Spiele in Folge nicht gewonnen, wartet seit 324 Minuten auf einen Treffer und Top-Torjäger Alexander Meier hat sogar seit 462 Minuten keinen zählbaren Arbeitsnachweis mehr erbracht. Wäre ich ein Wettunternehmen, würde ich die Quote für einen Frankfurter 1:0-Sieg durch ein Tor von Meier ganz schnell auf 1,01 heruntersetzen. Sonst könnte es teuer werden.

Das Ende der Auswärtsdeppen
Gladbach beginnt tatsächlich mutiger als gegen Dortmund, Rom oder Leverkusen. Lucien Favre hat dieser Mannschaft das Auswärtsdeppen-Dasein in seiner zweijährigen Amtszeit erfolgreich ausgepeitscht oder vielmehr aus den Köpfen philosophiert. Das muss man sich mal vorstellen: In achteinhalb Spielzeiten im 21. Jahrhundert durften sich Borussias Fans in der Bundesliga gerade einmal über 18 Auswärtssiege in 147 Versuchen freuen. (In diese Klammer schreibe ich lediglich einen Füllsatz, damit jeder ein paar Sekunden hat, um all die Zahlen zu ordnen.) Es gab keine Gelegenheiten, die Bilanz in Europa zu verbessern. Und bis auf die Erfolge in den Erstrundenspielen gewann der VfL selbst im DFB-Pokal kein einziges Auswärtsspiel.

Nach einer Anfangsphase ohne große Möglichkeiten auf beiden Seiten offenbart sich ein weiterer bemerkenswerter Wandel – gegen den sich Favre vergangene Spielzeit noch vehement gewehrt hat. Gladbach schießt inzwischen die zweitmeisten Tore nach Standards. Da die Borussia in Frankfurt nicht auf “venezolanische Elfmeter”, besser bekannt als “direkte Freistöße”, zurückgreifen kann, muss es eben mal wieder eine Ecke richten. Herrmann hat sich zuvor auf rechts stark durchgesetzt und Younes in der Mitte gesucht. Beinahe wäre dem 19-Jährigen im zweiten Spiel von Beginn an sein zweiter Treffer gelungen, aber Sebastian Jung rettete auf der Linie zur Ecke.

Und die sind mittlerweile so etwas wie “norwegische Elfmeter”. Havard Nordtveit bringt den Eckball wie gewohnt von rechts rein. Der 22-Jährige hat sich eben seine Nische gesucht, nachdem gegen Arangos Freistoßmonopol nichts auszurichten war. Am ersten Pfosten verlängert Thorben Marx auf Luuk de Jong, der wunderbar einläuft und den Ball unhaltbar ins Tor köpft.

Ich muss zugegeben: Ich bin trotzdem eher ein Fan von Spielzügen wie aus dem Museum. Mike Hankes 2:0 damals gegen Schalke will ich irgendwann immer noch eine eigene Ausstellung widmen. Aber diese Schönheit der Einfachheit ist auch faszinierend. Nach 22 Minuten führt Gladbach 1:0. Bis auf das Heimspiel gegen Stuttgart reichte das bislang immer zu mindestens einem Punkt (in der Bundesliga, wohlgemerkt – diese Differenzierungen sind schon anstrengend diese Saison).

Der Schotten-Hype
Im Gästeblock jubelt ein Mann, der sich nach dem Aus in der Europa League als “Borusse der Woche” fühlen durfte. Am Sonntag nach dem Spiel gegen Dortmund sind bei YouTube endlich zwei Videos vom “Traumtor an der Spanischen Treppe” aufgetaucht. Markus Schotten heißt der Mann, der sich kurz vor dem Aufbruch in Richtung Stadion den gelben Postbank-Ball schnappte und die riesige Reisegruppe so überheblich anheizte, dass von Stufe eins bis Stufe 89 auf der Spanischen Treppe wohl jeder dachte: ‘Was ein Vogel! Das gibt eh nichts!’

Aber dann zog der Erkelenzer ab, der Ball verschwand durch in geöffnetes Fenster in der dritten Etage eines Hotels – und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Roms “döpte” vor sich hin. Zum Glück sind die Übernachtungen mit 100 Euro aufwärts dort bezahlbar. Das lässt darauf schließen, dass der Mann seine Haftpflichtversicherung nicht überstrapazieren muss – falls beim Schuss seines Lebens doch etwas zu Bruch gegangen ist. Es ist wie ein Chuck-Norris-Witz: Markus Schotten schießt sogar Auswärtstore in Rom.

Wenn man so will, ist dieser Hype mit dem 1:0 jedoch zu Ende gegangen. Es zählt wieder das Hier und Jetzt rund um den VfL, der ja nicht weniger als die zweite einstellige Platzierung hintereinander anstrebt. Nicht zu vergessen: Zwischen dem vereinseigenen Streben und dem wahrhaftigen Rahmen der Möglichkeiten ist sogar noch Luft.

Wie die Ringer
Apropos Hypes, die zu Ende gehen. Mike Hanke war “Borusse der Woche”, was die negativen News anging. Unterm Strich hat er das jedoch am allermeisten selbst so empfunden. Kaum jemand wird es als “unumgänglich” bezeichnen, Hankes auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. “Menschlich schade, sportlich vertretbar” war dennoch eine mehrheitsfähige Meinung. Einige Pfeilspitzen in Richtung Eberl, Favre und Co. haben mich an das Olympia-Aus für die Ringer erinnert: Noch wenige Tage zuvor hatten Zehntausende über Hankes Leistung gegen Dortmund geflucht. Nachdem sein Abschied auf Zeit eingeläutet wurde, liegt die Betonung plötzlich wieder auf “Ex-Nationalspieler”.

Als es in der zweiten Halbzeit noch immer 1:0 für Gladbach steht, die Eintracht aber mehr und mehr drückt, kommt Hanke für de Jong. Der Siegtorschütze in spe hat sein bestes Spiel gemacht. Einer seiner Vorgänger soll 13 Minuten lang mithelfen, den Gegner von Marc-André ter Stegens Tor fernzuhalten. Anfangs habe ich geschrieben, dass mit dem Einsatz bei der Borussia die spielerische Klasse kommt. Der nächste Effekt in dieser Erfolgskette ist anscheinend das Glück. Einmal vergisst Frankfurts Inui bei einer riskanten Grätsche an der Grundlinie, das Elfmeter-Geschenk anzunehmen. Stefan Aigner köpft einen Ball knapp drüber, den er in den Top-Wochen des Aufsteigers noch in zwei Metern Höhe mit der Hacke verarbeitet hätte.

Kurz vor dem Ende muss Armin Veh, der Gladbach-Fan in der Frankfurter Coaching-Zone,  auf die Tribüne. Er hatte sich über ein Foul an Nordtveit, für das Sebastian Rode Gelb sah, so sehr echauffiert, wie das ein echter Borusse nie tun würde. Schließlich gibt es immer noch einen Unterschied zwischen “Ball gespielt” und “Ball berührt”.

Überraschungsteam-Nachfolger mit Defiziten
Hinterher geht der Ärger weiter. Vor dem Pass, der Herrmann vor der Chance von Younes, die die Ecke brachte, die zum Siegtor führte, auf die Reise schickte, soll es ein Foul im Mittelfeld gegeben haben. Die gesundheitsgefährdende Verschachtelung dieses Satzes spricht wohl Bände.

Am Ende steht die zweite Heimpleite für Frankfurt, den Überraschungsteam-Nachfolger des VfL in dieser Saison. Wobei der Vergleich so nur akzeptabel ist, wenn man der Eintracht einen Aufsteiger-Bonus zugesteht. Nach 24 Spieltagen hatte die Borussia vergangene Saison 47 Punkte auf dem Konto, neun Punkte mehr als Frankfurt dieses Jahr, und damals nur einen weniger als der FC Bayern. Im März 2012 hatte ich ja schon meine zweite Unterrichtsstunde hinter mir, um die Champions-League-Hymne spielen zu können.

Jetzt hat Gladbach in sieben Rückrundenspielen genauso viele Zähler geholt wie in der Hinserie. Schon gegen Bremen, den Lieblingsgegner im Borussia-Park, kann die Bilanz des ersten Halbjahres deutlich überholt werden. “Herlig!”, freut sich Nordtveit, @Northboss16, bei Twitter über den dritten Sieg in Frankfurt hintereinander. Zehn Spiele noch, sechs Siege könnten schon reichen für Platz sechs. Und nachdem Freiburg vielleicht im Pokalfinale gegen die Bayern spielt, kommt der Siebte unter Umständen erneut in den Europacup. Aber wir machen das wie in besten Wunderzeiten: Immer schön von Spiel zu Spiel denken.

07. März 2013 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | Schlagwörter: , , , , , , | 11 Kommentare

Ein bisschen legendär

Saison 2012/2013: 18. Spieltag – Hoffenheim 0:0 Gladbach

Auch ohne auf einer echten Erfolgswelle zu schwimmen, fehlt von echten Aufregern am Niederrhein derzeit jede Spur. Wo diese Saison hin will, hat sich nicht in Hoffenheim entschieden und wird sich auch nicht gegen Düsseldorf entscheiden. Da würdigt man doch eine Legende, die alle lieben, ohne sie zu lieben.

Borussia Mönchengladbachs prominenteste Neuzugänge sind eine nackte Frau und ein nackter Mann, die Rücken an Rücken auf dem Boden sitzen. Sie telefoniert, er friert. Vielleicht sind die beiden auch gar nicht nackt, sondern tragen Trikots des Herstellers, dessen Logo sie zieren. Kappa hat die ultra-körperbetonten Dinger Anfang des Jahrtausends quasi mit erfunden. Vielleicht gibt es die Trikots ab Sommer 2013, wenn die Borussia erstmals darin aufläuft, ja auch in der extended Bierwampen-Edition.

Aber was soll ich großartig meckern? Mein erstes Gladbach-Trikot war von Asics, dann kam Reebok, um 2003 von Lotto abgelöst zu werden. Was den Ausrüster angeht, ist die Zeit seit dem Pokalsieg 1995 ähnlich verlaufen wie auf dem Platz – wenige Aufs, viele Abs. Immerhin haben es die mit den beiden Nackten mal geschafft, drei Bundesligabrüste gleichzeitig zu zieren. Werder Bremen (2004) und Borussia Dortmund (2011, 2012) sind in Kappa-Trikots sogar Meister geworden. Okay, und Kaiserslautern ist abgestiegen.

Überhaupt ist es in der Bundesliga in dieser Hinsicht eintönig geworden. Oligopol nennt es der Wirtschaftswissenschaftler, wenn wenige Wettbewerber den Markt unter sich aufteilen. Adidas liegt mit sechs Vereinen aktuell vorne, es folgen Puma und Jako (sic!) mit je vier. Nike rüstet nur noch drei Klubs aus, davon mit Mainz und Freiburg sicherlich keine Premiumpartner von eminenter Bedeutung für den Weltmarkt. Mit Lotto ist Gladbach regelrecht alternativ unterwegs und wird es auch mit Kappa in Zukunft sein. Wobei drei Millionen Euro pro Jahr nicht gerade Indie-Style sind. Aber auch hier gilt: Wer wird sich ernsthaft beschweren?

Zwei Schultern, viele wichtige Tore

Beinahe unbemerkt hat die Rückrunde begonnen – mit einem 0:0 in Hoffenheim, das sich jeder drehen und wenden kann, wie er will. Kurz davor gab es die Nachricht, dass Igor de Camargo den Verein verlassen darf, wenn er will und vor allem einen neuen findet. All das geschah vor dem Hintergrund, dass jeder weiß: Kaum jemand hat den Belgier in zweieinhalb Jahren je richtig lieb gewonnen. Doch de Camargo hat Geschichte geschrieben in einer Zeit, die auch dann geschichtsträchtig gewesen wäre, wenn seine überraschend zahlreichen Heldentaten auf mehrere Schultern verteilt worden wären.

November 2010: De Camargo schießt seine ersten beiden Bundesligatore in den furiosen Spielen gegen den FC Bayern (3:3) und den 1. FC Köln (4:0), bevor die Borussia bis Weihnachten sechs Pflichtspiele in Folge verliert.

Januar 2011: De Camargo trifft zum entscheidenden 1:0 bei Eintracht Frankfurt, ohne das – mal angenommen, es wäre schlichtweg beim 0:0 geblieben – der VfL vermutlich noch heute in der 2. Liga spielen würde. Offenbar hat man sich auch in Frankfurt daran erinnert und will ihm jetzt ein neues Zuhause geben.

Februar 2011: Ja, ich weiß – was jetzt kommt, ist in etwa so umstritten wie die Evolutionstheorie an manch einer amerikanischen High School. Achtung, es folgt ein kleines Konjunktiv-Massaker: Wäre de Camargo gegen den FC St. Pauli nicht so ungestüm auf Matthias Lehmann zugestürmt, wäre der nicht zu Boden gegangen und hätte eine unberechtigte Rote Karte provoziert, dann hätte die Borussia vielleicht nicht am Millerntor verloren, Michael Frontzeck wäre noch eine Weile Trainer geblieben, Lucien Favre wäre nicht gekommen und der Verein würde selbst mit de Camargos Siegtor in Frankfurt noch im Unterhaus spielen. Ich glaub’ dran, traut euch auch!

Mai 2011: De Camargo macht ein geflügeltes Wort namens “Colautti-Tor” vergessen, dreht den Borussia-Park mit dem unkonventionellsten Abstauber seit Jahren auf links (wer dabei war, wird dies nicht als Metapher betrachten) und sorgt in der 93. Minute des Relegations-Hinspiels gegen den VfL Bochum für den Siegtreffer. Im Rückspiel wird er wieder eingewechselt und bereitet das entscheidende Tor durch Marco Reus auf eine Art und Weise vor, die man als ersten Zeugungsversuch von “Borussia Barcelona” bezeichnen kann.

August 2011: De Camargo lässt in München gleich zwei Nationalspieler so schlecht aussehen, dass der Rekordmeister anschließend vor lauter Wut 1147 Minuten lang kein Tor mehr kassiert. Nebenbei sorgt der Treffer am ersten Spieltag für den ersten Gladbacher Sieg bei den Bayern seit 1995, den erst zweiten in der Bundesliga-Historie – und die Borussia ist ja jetzt nicht der SSV Ulm.

September 2011: De Camargo erzielt mal wieder ein 1:0-Siegtor. Diesmal hat es nur zur Folge, dass der Hamburger SV seinen Trainer Michael Oenning entlässt. Langweilig.

Februar 2012: Fußball ist dieser merkwürdige Sport, in den man einen Assist dafür erhält, wenn man im Strafraum eine Kopfnuss des Gegners vortäuscht. In Berlin bei der Hertha meinen sie sicherlich immer noch, dass sie abgestiegen sind, weil de Camargo sich im Viertelfinale des DFB-Pokals (!) nicht als astreiner Sportsmann gezeigt hat. Die Sache kocht so hoch, dass der Borussia-Park das Schauspiel-Schaf eine Woche später solidarisch in Schutz nimmt. Er gehört doch zur Familie.

März 2012: Man kann in einer WG-Küche verdammt viel anstellen. Lucien Favre jedoch würde sich vermutlich in 99 Prozent aller Fälle für einen ruhigen Gesprächsabend bei einer Flasche Rotwein entscheiden. Wäre die BayArena in Leverkusen eine WG-Küche, dann hat die Fußball-Bundesliga den VfL-Trainer mindestens einmal betrunken zu “Never Forget” auf dem Tisch tanzen sehen. Es war die 89. Minute, als de Camargo – mal wieder eingewechselt – alleine aufs Tor zulief und die Borussia zum Auswärtssieg schoss. Völlig enthemmt sprintete Favre in Richtung Eckfahne. Und am nächsten Morgen roch es zwischen leeren Bierflaschen und der zerbrochenen “Bravo Hits 11″ schwer nach Europapokal.

November 2012: Niemand weiß, ob die Borussia auch ohne einen Sieg gegen Limassol in der Europa League überwintert hätte. Aber de Camargo hat sich in zweieinhalb Jahren Mönchengladbach dadurch ausgezeichnet, dass er lieber auf Nummer sicher geht. Schließlich hätte sich der VfL rein rechnerisch ja auch ohne sein Last-Minute-Tor in der Relegation gegen Bochum durchgesetzt. Also beendete er das Gegurke gegen die Zyprer. Neu war nur, dass er sich gleich zweimal nicht bitten ließ.

Sollte der Deal mit Frankfurt doch noch platzen, wäre dieser Abgesang zwar umsonst geschrieben. Selbst dann hätte es der ewig Ungeliebte aber verdient, dass jeder Fan diese Meilensteine runterbeten kann wie die Hauptstädte der Bundesländer. Man muss ja auch nicht immer lieben, um zu lieben. Irgendwie passt es zu dieser Zeit ohne echte Aufreger, dass da einer mit diesen Verdiensten quasi vom Hof gejagt wird, jedoch auf geradezu elegante Weise, so dass es wahrscheinlich nicht einmal dem Spieler selbst sauer aufstößt.

Besser als “Herumdümpeln”

Wenn die Geschichten nicht auf dem Platz erzählt werden, hilft häufig ein Köpper ins Schwimmbecken der Statistiken. Irgendwo kurz vor Mittelmaß befindet sich die Borussia. “Herumdümpeln” wäre nicht nur vor dem Hintergrund der vergangenen zwei Jahre viel zu negativ. Jedenfalls sieht es derzeit folgendermaßen aus: die meisten Unentschieden, aber nur die Bayern und Dortmund haben seltener verloren, neuntbeste Abwehr, achtbester Angriff, siebtbestes Auswärtsteam, neuntbestes Heimteam. Das ist in allen Belangen so solide, dass man sich immer wieder zwingen muss, es ausreichend zu würdigen.

Wo soll es noch hingehen in dieser Saison? Es sagt einiges über den Stellenwert dieser Spielzeit aus, dass die Antworten meistens Städte sind, einige davon außerhalb Deutschlands. Seit dem 0:4 in Bremen Ende Oktober hat die Borussia keine Rückschritte mehr gemacht. Klammert man sich an die FIFA-Regel, dass Niederlagen in der Verlängerung keine sind, hat Gladbach von 15 Spielen nur noch ein einziges verloren – durch das “Eigentor des Jahres” von Roel Brouwers gegen Stuttgart.

Und irgendwie ist da bei mir ein unerschütterlicher Glaube, dass es mindestens so weitergeht. Was ist das für eine großartige Saison, in der es keine echten Ziele gibt, sondern nur noch Träume? An ein 0:0 in Hoffenheim werden sich in ein paar Jahren nur noch die erinnern, die dabei waren oder sich sowieso an jedes Ergebnis erinnern. Ich schaue mir bis zum Spiel gegen Düsseldorf lieber ein paar De-Camargo-Tore an und fange an, fürs Kappa-Trikot zu fasten.

24. Januar 2013 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | Schlagwörter: , , | 12 Kommentare

Frohe Weihnachten!

Liebe Leser,

mir geht es gut und auch “Entscheidend is auf’m Platz” existiert noch immer. Es mag ruhig geworden sein auf dieser Seite, aber so wird es nicht ewig bleiben. Ich hatte in den vergangenen zwei Monaten viel um die Ohren und bin an einem gewissen Punkt einfach nicht mehr nachgekommen mit der Schreiberei.

Nun stand der wahnsinnige Terminkalender der Borussia aber stellvertretend für die großartige Entwicklung, die dieser Verein genommen hat, seit Lucien Favre Trainer am Niederrhein ist. Deshalb gilt weiter: Genießen, genießen, genießen. Nach Kiew, Zypern, Marseille und Istanbul geht es in Rom weiter. Damit sind alle Geschenke aus Borussensicht auch ausreichend verteilt. Zudem sollte 2013 nicht mit einer Hiobsbotschaft beginnen wie 2012. Jeder kann sich also entspannt unter den Weihnachtsbaum setzen – alles ist gut!

Um eine kleine Weihnachtstradition in meiner Familie dreht sich ja das erste Kapitel von “Gegen Gladbach kann man mal verlier’n” (an dieser Stelle sei allen gedankt, die es dieses Jahr auf dem Wunschzettel stehen hatten oder es anderen darauf notiert haben).

Auf dem Bild rechts seht ihr den Weihnachtsbaum meines Opas. Selbst wenn einem die Gladbach-Kugel nicht direkt ins Auge springt, ist sie leicht zu finden. Platz acht zur Winterpause bedeutet: Knapp über der Mitte, in ruhigen Gefilden, mit Blick nach oben. Zur Erinnerung: 2010 hing die Christbaumkugel an einem Heizungsrohr im Keller.

Ich wünsche euch allen wunderschöne Weihnachten, lasst es auch gut gehen und kommt gut ins neue Jahr! Dann soll es auch hier endlich weitergehen.

 

Euer Jannik

24. Dezember 2012 von Jannik Sorgatz
Kategorien: Fohlengeflüster | 5 Kommentare

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